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Frank Lorenzet im Podcast: Warum bei den Bergischen Panthern Spannung in der Luft liegt

  • Peter Kuhlendahl
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Redaktionsbesuch: Frank Lorenzet, der Manager der Bergischen Panther, spricht über den Saisonstart in der 3. Liga.

Remscheid. Er ist seit mehr als einem Vierteljahrhundert im Handballgeschäft aktiv. Dabei hat Frank Lorenzet die meiste Zeit auf der Trainerbank gesessen. Angefangen bei der HSG Hilgen/Niederwermelskirchen, ging es unter anderem über den Wermelskirchener TV nach Leichlingen, wo er 15 Jahre tätig war. Seit Mai 2020 ist der 53-Jährige nun Manager bei den Bergischen Panthern, die am Wochenende in der 3. Liga in die neue Saison starten. Grund genug, ihn in die RGA-Sportredaktion einzuladen.

Bei einem Podcast stand er Rede und Antwort. Den kann man sich direkt hier oder auf den gängigen Plattformen wie Spotify (Suchbegriff: Sportler sprechen), iTunes oder YouTube anhören. Im Folgenden spannende Auszüge zu den Themen rund um die Panther. Lorenzet über . . .

. . . den Start in die Saison nach der langen Zwangspause. Ist Sie für ihn nun etwas ganz Besonderes?

Lorenzet: Es ist nicht großartig besonders, wenn man so lange im Geschäft ist. Ich bin aber froh, dass wir unter Wettkampfbedingungen spielen können. Eine gewisse Vorspannung ist aber natürlich da. (Übrigens: Warum sich Lori die Nächte um die Ohren schlägt, verriet er vor Kurzem in unserer Serie „An der frischen Luft mit...)

. . . sein Engagement bei den Panthern.

Lorenzet: Irgendwie schließt sich für mich der Kreis. Ich habe bei den Vereinen in Hilgen, in Burscheid und in Wermelskirchen, welche die Panther bilden, gearbeitet. Es ist also die Rückkehr in meine sportliche Heimat gewesen.

. . . . die Aufgaben, die bisher bei den Panthern im Mittelpunkt standen. Gerade auch in der langen Spielpause.

Lorenzet: Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf der 1. Mannschaft. Im sportlichen Bereich, beim Sponsoring, in der Öffentlichkeitsarbeit und den Medien. Ansonsten sehe ich meine Aufgabe im größeren Kontext. Keine 1. Mannschaft kann ohne die weiteren Teams. Und keine weiteren Teams ohne die Jugend. Und gerade beim Nachwuchs haben wir viel auf den Weg gebracht. Die Coronazeit haben wir außerdem genutzt, um einige Dinge aufzuarbeiten.

. . . das, worauf sich die Fans im ersten Heimspiel am kommenden Samstagabend grundsätzlich einstellen müssen.

Lorenzet: Die Stadt Burscheid setzt die neuen NRW-Coronabestimmungen exakt um. Das bedeutet, dass wir im Heimspiel gegen die ESG Gensungen/Felsberg die 3G-Regel anwenden. Alle, die geimpft, genesen oder getestet sind, erhalten bei uns Einlass. Da dies aufgrund der Auflagen länger dauert, bitten wir die Fans, schone eine Stunde vor Anpfiff, sprich um 18 Uhr, da zu sein. Masken müssen in der Halle bis zum Sitzplatz auf der Tribüne getragen werden. Das gesamte Catering findet ab sofort vor der Halle statt.

Frank Lorenzet kümmert sich bei den Panthern nicht nur um den Drittligisten, sondern auch um die anderen Teams.

. . . mögliche Gedanken bei den Panthern oder beim Deutschen-Handballbund gibt, eine 2G-Regel einzuführen.

Lorenzet: Ich bin ein Verfechter davon , sich impfen zu lassen. Ich respektiere aber jeden, der das nicht möchte. Wer getestet ist, kommt in die Halle. Das finde ich fair. Ansonsten können sich Verbände und Vereine nicht über die Politik hinwegsetzen. Juristisch würde es schwierig sein, nur Geimpfte und Genesene zuzulassen.

. . . eine Handball-Euphorie in der Region nach der langen Pause.

Lorenzet: Es ist keine Supereuphorie ausgebrochen. Aber man wird schon angesprochen. Und die normalen Handballkonsumenten werden dabei sein. Wir rechnen am Samstag mit einem guten Besuch in der Halle.

. . . den neuen Modus. 82 Teams spielen in sieben Staffeln eine Hin- und Rückrunde. Dann folgen Play-offs beziehungsweise -downs, die über Auf- und Abstieg und Qualifikationen für den DHB-Pokal entscheiden.

Lorenzet: Grundsätzlich ist dies eine perfekte Lösung für uns. Wir waren schon in der letzten Saison ein Verfechter von kleineren Staffeln, die nach regionalen Gesichtspunkten aufgestellt werden sollten. Es wurde da aber das Gegenteil gemacht. Ich will jetzt zwar nicht als Besserwisser gelten, aber das Ende ist bekannt.

...über das sportliche Ziel der neuen Saison in der 3. Liga.

Lorenzet: Unser oberstes Ziel und unsere Pflicht ist es, mindestens Sechster zu werden, um nicht in die Abstiegsrunde zu müssen. Wir wollen das möglichst schnell schaffen. Am besten natürlich schon am Ende des Winters, um Klarheit zu haben und frühzeitig für die neue Saison planen zu können. Das bedeutet, dass wir vom ersten Spiel an Vollgas geben müssen. Jede Partie ist quasi ein Endspiel.

. . . den möglichen Vorteil, dass es im Kader so gut wie keine Veränderung gibt.

Lorenzet: Natürlich ist das für uns ein Vorteil. Wir konnten quasi zum dritten Mal in Folge in gleicher personeller Besetzung eine Vorbereitung bestreiten. Aber auch in den anderen Teams hat es kaum Fluktuation gegeben. Dadurch relativiert sich der Vorteil.

. . . die Konkurrenz durch zwei weitere Drittligisten, die nach der Flutkatastrophe ihre Heimspiele nun in Burscheid austragen.

Lorenzet: Ich war selbst betroffen. Auch in meinem Haus in Witzhelden stand im Keller das Wasser 20 Zentimeter hoch. Wer sich aber beispielsweise in Leichlingen kein Bild vom Ausmaß der Schäden gemacht hat, kann nicht beurteilen, wie schlimm es war. Ich war dort auch in meiner alten Halle. Die ist komplett zerstört. Sie muss kernsaniert werden, was mindestens ein Jahr dauert. Deshalb war es das oberste menschliche Gebot zu helfen, dass der Sport weiter ausgeübt werden kann. Unglücklich ist natürlich, wenn es Überschneidungen gibt. Opladen spielt am Samstag fast zeitgleich mit uns in Burscheid.

. . . das Ziel der 2. Mannschaft in der Verbandsliga.

Lorenzet: Der Mannschaft ist zweimal in Folge der sportliche Aufstieg verwehrt worden. Und zwar nicht direkt durch die Pandemie, sondern durch bestimmte Paragrafen des Verbandes. Jetzt soll das große Ziel noch mehr in der neuen Saison forciert werden.

Panther-Manager Frank Lorenzet (r.) und RGA-Sportredakteur Peter Kuhlendahl beim Podcast in der RGA-Redaktion.

. . . die letzten Wochen, in denen Lorenzet auch selbst das Team trainiert hat.

Lorenzet: Eine Rückkehr auf die Bank für mich als Coach wird es definitiv nicht geben. Spielertrainer David Kreckler ist im Sommer zum zweiten Mal Vater geworden und hat seine Ausbildung abgeschlossen. Dazu kam, dass die 1. und 2. Mannschaft eine Trainingsgruppe gebildet haben, die ich übernommen hatte. Marcel Mutz ist längst wieder für das Drittligateam zuständig. David Kreckler hat wieder die Verbandsligamannschaft übernommen.

. . . die 3. Mannschaft in der Landesliga.

Lorenzet: Nicht nur die 3., sondern auch die 2. Mannschaft ist in ein neues Konzept mit der Jugend eingebunden. Es soll eine Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Teams geben. Sechs Spieler aus der Dritten sind zum Beispiel aktuell in die Zweite aufgerückt. Ausbaufähig ist natürlich noch die Durchlässigkeit in das Drittligateam. Da gehört punktuell der eine oder andere immer mal wieder zum Kader.

. . . die Rolle, welche die Frauen in der Oberliga spielen sollen.

Lorenzet: Oberste Priorität hat der Klassenerhalt. Das traue ich dem Team auch zu. Natürlich hat es den einen oder anderen Abgang gegeben. So bietet sich da eine Chance für den Nachwuchs.

. . . seinen größten Wunsch für die neue Saison.

Lorenzet: Normalität. Ein Leben, wie es einmal war. Das passiert schrittweise. Ich glaube, wir sind nicht mehr weit davon entfernt.

Der Podcast

In unregelmäßigen Abständen lädt die Sportredaktion des Remscheider General-Anzeigers in den nächsten Wochen und Monaten Gäste zu sich ein, die etwas zu sagen haben. In dieser Woche war Frank Lorenzet zu Gast. Der Manager der Bergischen Panther ist ein ausgewiesener Handballexperte und seit Jahrzehnten in der Region im Einsatz.

Zwei, die unbedingt den Cup wollen: Sebastian Pichura (SV 09/35) und Marcel Heinemann (FCR) sprechen über das Kreispokalfinale.

Rubriklistenbild: © Andreas Dach

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