Rollhockey

Anfängliche „Katastrophe“ ist abgehakt

Nach ihrer Rückkehr möchte Annika Zech (r.) mit den Frauen der IGR wieder tolle Erfolge feiern. Foto: Holger Battefeld
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Nach ihrer Rückkehr möchte Annika Zech (r.) mit den Frauen der IGR wieder tolle Erfolge feiern.
  • Andreas Dach
    VonAndreas Dach
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Rollhockey: Annika Zech von der IGR nutzt das „sportliche Auslandssemester“ in Spanien intensiv

Remscheid. Eigentlich hatte sie gar nicht vorgehabt, ins Ausland zu gehen. „Das hat nicht zu meiner Lebensplanung gehört“, gibt Annika Zech zu. Mittlerweile ist sie seit acht Monaten in Spanien, spielt Rollhockey bei Reus Deportiu in der katalanischen Liga und fühlt sich sehr wohl.

Ja, manchmal entwickeln sich Dinge anders. Das gilt auch für die 18-Jährige, die mit der IGR Remscheid die Deutsche Meisterschaft gefeiert hat. Nach dem Abitur am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium war das Zeitfenster geöffnet, als es plötzlich ganz schnell ging. „Markus Feldhoff hat mich gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könne, nach Reus mitzukommen“, weiß sie noch genau.

Rollhockey-Spielerin möchte Sport auf Lehramt studieren

Für den Meistertrainer der IGR hatte ein Wechsel zu Reus Deportiu längst festgestanden, Zech zog nach Absprache mit ihrer Familie nach. Bereut hat sie es nicht eine Sekunde, zumal sie als Spielerin der 1. Mannschaft mit Training bis zu fünfmal pro Woche und als Trainerin von zwei Jugendteams alle Hände und Rollen voll zu tun hat.

Klar ist: Verlängern wird sie ihren Aufenthalt nicht. Was nichts mit dem Wohlfühlfaktor zu tun hat, der ausgeprägt ist. Für Annika Zech steht Ende Juni der sportliche Eignungstest an der Uni Wuppertal an. Dort will sie ihr Lehramtsstudium aufnehmen – Sport und Biologie. Bevor es aber so weit ist, gibt es bei ihrem spanischen Club noch eine Menge zu tun. Die letzten Spiele der Vorrunde stehen an, dann geht es in die Play-offs.

Jetzt bin ich nicht mehr so überfordert auf dem Spielfeld!

Annika Zech, Rollhockeyspielerin

Mit Zech auf dem Feld, die erhebliche Eingewöhnungsprobleme eingesteht. „Das Tempo ist hier viel höher“, sagt sie. Was zur Folge hatte, dass ihr die Kugel anfänglich häufiger wegsprang, als es ihr lieb war. „Jetzt bin ich nicht mehr so überfordert auf dem Spielfeld“, schildert sie.

Sie erinnert sich noch an ihr erstes Meisterschaftsspiel: „Das war eine absolute Katastrophe.“ Doch sie hat gelernt. Sehr schnell sogar. Mit ihrer Form von Beharrlichkeit, Neugierde und Bereitschaft. Längst ist sie fester Bestandteil des Teams, dessen Trainer Markus Feldhoff heißt. Wie sie sich während des Spiels verständigen? „Wenn er mir persönlich etwas mitteilen will, dann macht er es auf Deutsch. Sonst wird aber nur Spanisch und Englisch gesprochen.“

Warme Temperaturen in Spanien

Es ist ein buntes Sprachengemisch, das dort in der Provinz Tarragona herrscht. „Wir kommen mit dem Kuddelmuddel gut klar“, sagt Annika Zech, die in einer Wohngemeinschaft mit Markus Feldhoff und zwei chilenischen Rollhockeyspielern ein nettes Miteinander pflegt. Nach dem Abi hatte sie sich ein paar Grundkenntnisse der spanischen Sprache angeeignet, „aber letztlich war das bezüglich der Verständigung schon so etwas wie ein Sprung ins kalte Wasser“, wie sie sagt.

Im Dress von Reus Deportiu: Annika Zech sammelt in Spanien wichtige (roll-) sportliche Erfahrungen.

Um bei dem Bild zu bleiben: In Reus herrschen sehr angenehme Temperaturen, was die Lebensqualität deutlich erhöht. „Wir hatten schon Tage mit 23 und 24 Grad“, schildert die 18-Jährige. Momentan ist es ein wenig kühler, im Verhältnis zum Bergischen Land aber angenehm. Dass Corona auch in der zweitgrößten Stadt Südkataloniens seine Spuren hinterlässt, hat zu Heimatbesuchen der Remscheiderin geführt. „Einmal war ich während eines kompletten Lockdowns daheim, einmal zu Weihnachten.“

Wie der Kontakt zu den Eltern, den Großeltern und dem zwei Jahre jüngeren Bruder überhaupt sehr eng ist. Man telefoniert regelmäßig, hält sich auf dem Laufenden. Auch die Freunde werden von ihr nicht vernachlässigt.

Nach dem Auslandssemster möchte Zech wieder bei der IGR spielen

Viel Zeit bleibt Annika Zech nicht mehr, die Vorzüge bei ihrem aktuellen Club zu nutzen. „Alleine, dass die Halle Vereinseigentum ist, bietet schon große Möglichkeiten“, sagt sie. Das kennt sie so nicht. Also ist sie so oft wie möglich auf den Rollen. Oder im Fitnessbereich.

Gerne mit ihrer Mitspielerin Miriam de la Fuente Martinez. Zu ihr hat sich schon so etwas wie eine Freundschaft entwickelt. Schließlich gilt es auch noch, sportlich etwas nachzuholen. Vier Wochen lang konnte Annika Zech gar nichts machen. Sie hatte sich eine schwere Schulterverletzung zugezogen: „Ich bin beim Spiel in die Bande gerasselt.“

Wird sie nach ihrer Rückkehr nach Deutschland wieder für die IGR Remscheid spielen? „Selbstverständlich“, sagt Annika Zech. „Wir wollen doch wieder Deutscher Meister werden.“

Persönlich

Annika Marie Zech wurde am 16. Oktober 2002 in Wuppertal geboren. Die Rollhockeyspielerin ist mit der IGR Remscheid in der Saison 2019/2020 Deutscher Meister geworden. Der Titelträger wurde anhand der Quotientenregelung ermittelt, nachdem die Spielzeit wegen der Coronapandemie nicht zu Ende geführt werden konnte. Zurzeit bildet sich die Abiturientin in Spanien rollhockeyspezifisch weiter.

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