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27:0! Der AFC Amboss macht die Vampire zu Vampirchen

Das ist mein Ei: Der Amboss erarbeitete sich viele solcher Offensiv-Situationen und belohnte sich mit einem Auftaktsieg. Foto: Michael Sieber
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Das ist mein Ei: Der Amboss erarbeitete sich viele solcher Offensiv-Situationen und belohnte sich mit einem Auftaktsieg.
  • Andreas Dach
    VonAndreas Dach
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Toller Start in die Oberliga-Saison.

Remscheid. Sie waren gekommen, um Blut zu saugen. Bei einem nach dem anderen. Vorweg: Aus dem Ansinnen der Aachen Vampires wurde nichts. Der Football-Oberligist musste die Heimreise an die holländische Grenze gleichermaßen blutleer wie frustriert antreten. Beim AFC Remscheid Amboss war zum Saisonstart nichts zu holen. Keine rote Flüssigkeit und schon gar keine Punkte. Nach beinahe zweijähriger Wettkampfabstinenz zeigte die Mannschaft von Headcoach Carsten Weber eine verblüffend gute Leistung, siegte mit 27:0 (14:0) und machte aus den Vampiren Vampirchen.

Was war das für ein Tag im Stadion Reinshagen. Die Sonne schien, über 400 Zuschauer sorgten für eine prächtige Stimmung, und der Gastgeber legte nach einer Eingewöhnungsphase mit dominierenden Abwehrreihen so richtig los. Natürlich war nicht alles gleich Gold, was glänzte. Aber mit einer auffälligen mannschaftlichen Geschlossenheit sorgte der Amboss dafür, dass der Funke übersprang.

Mit jedem gewonnenen Zweikampf holte man sich mehr Sicherheit. Irgendwann wirkte dann auch die Offensive „wie befreit“, wie es Weber ausdrückte. Neuzugang Marwin Miotke brach schließlich den Bann. Der aus Leverkusen gekommene Linebacker trug den Ball in die gegnerische Endzone. Der durch Nick Zimmermann herausgeschossene Zusatzpunkt sorgte für eine 7:0-Führung, die ebenfalls noch im zweiten Viertel zu einem 14:0 ausgebaut wurde. Tom Schröder setzte Michael Schönen gekonnt ein, wieder legte Zimmermann nach – fertig war der komfortable Halbzeitstand.

Jens Vogt ist beim nächsten Spiel des AFC Amboss nicht dabei

Spätestens nach dem dritten Viertel war der Sack zu. David Engelmann, Ron Burak und noch einmal Zusatzpunktler Zimmermann machten den Sack zu. „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“, erklärte Weber, nachdem er von seinen glückseligen Spielern mit dem Inhalt einer Wassertonne übergossen worden war. Er richtete gleich den Fokus auf das nächste Spiel, in welchem der Amboss bei den Münster Mammuts mehr Gegenwehr erwarten muss. Rückkehrer Jens Vogt ist dann nicht dabei. Nicht aber wegen der Fußverletzung, die er sich kurz vor Schluss zuzog („Das ist nicht so schlimm“). Sondern: „Ich kann an dem Tag nicht.“

Einwurf: Nur ein Footballspiel

Kommentar von Andreas Dach

andreas.dach @rga.de

Es war nur ein Footballspiel. Steht da nur? Dann ist das falsch. Die Rückkehr des AFC Amboss in den Spielbetrieb war am Samstag mehr. Viel mehr. Es war das Ausrufezeichen einer Sportart und eines Vereins, die, wie andere auch, fast zwei Jahre lang einen bitterbösen Aderlass verkraften mussten. Corona hat so einiges im Sport kaputt gemacht, nicht aber den Willen der Verantwortlichen. Sie haben gekämpft. Für die Sache gestanden. Für den Verein um Spieler, um Sponsoren und um Anerkennung gekämpft. So ein Sieg in der Oberliga ist nun ein perfekter Anfang, wieder wahrgenommen zu werden. 400 Zuschauer im Wohnzimmer des Amboss haben gefeiert, die Mannschaft hat sich hinterher bei Howie Paasch im Bowling-Center ein paar Bierchen genehmigt. Der Amboss ist zurück. Bescheiden und dabei realistisch. Niemand hebt ab. Obwohl es längst nicht nur ein Footballspiel war.

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