Im Gespräch

Rader Urgestein Michael Bartsch glaubt an Klassenerhalt

Michael Bartsch schaut als Trainer der Oberliga-Handballerinnen der HSG Radevormwald/Herbeck durchaus optimistisch in die sportliche Zukunft.
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Michael Bartsch schaut als Trainer der Oberliga-Handballerinnen der HSG Radevormwald/Herbeck durchaus optimistisch in die sportliche Zukunft.

Michael Bartsch begründet seine Rückkehr ins Traineramt.

Von Andreas Dach

Herzlich willkommen zurück bei der HSG Rade/Herbeck. Ganz ehrlich: Einige haben gestaunt, als sie davon erfuhren. Auch wir.

Michael Bartsch: Ich hatte im Sommer schon einmal Kontakt, als es um die Nachfolge von Marcello Halbach ging, aus verschiedenen Gründen aber abgesagt.

Jetzt, da sich die personelle Situation im Vergleich zu dem genannten Zeitraum bei den Oberliga-Frauen noch einmal verschlechtert hat, haben Sie Ihr Okay gegeben. Ein Widerspruch?

Bartsch: Es hat einen Anruf von Co-Trainer Karsten Schülzke gegeben, den ich erst gar nicht einordnen konnte, weil ich seine Nummer nicht hatte. Dann gab es ein längeres Gespräch mit Lukas Pütz. Er ist der Schwiegersohn meiner Nachbarn und hat bekanntlich kürzlich begonnen, im Männerteam zu spielen. Im Sommer war er auch als Coach bei den Frauen im Gespräch gewesen. Ja, und am Dienstag vergangener Woche habe ich dann bereits die erste Trainingseinheit geleitet.

Ganz einfach gefragt: Warum?

Bartsch: Ich bin alter Radevormwalder und bringe viel Herzblut in Sachen Frauen-Handball mit. Der Blick auf die Tabelle verdeutlicht, dass unsere Aufgabe nicht aussichtslos ist.

Das hat schon gereicht, um sich für die HSG zu entscheiden?

Bartsch: Wichtig ist, dass sich jemand um die Mannschaft kümmert und es keine lange Übergangszeit zwischen dem einen und dem anderen Coach gegeben hat. Alle sind froh, dass jetzt nichts mehr in der Schwebe ist. Wir müssen sehen, dass wir immer elf oder zwölf Spielerinnen im Kader haben. Deshalb ist es gut, dass es auch einen engen Kontakt zur Dritten gibt, die von Ulli Schmitz und Marco Alsdorf trainiert wird. Wenn es möglich ist, hilft man uns. Dass spontan beim ersten Spiel am Wochenende auch zwei Ehemalige ausgeholfen hätten, spricht für sich.

Wie fühlt es sich an, jetzt wieder in Sachen Handball unterwegs zu sein? Nach Ihrem letzten Engagement beim SV Wipperfürth ist es seit 2019 ruhig geworden um Sie.

Bartsch: Es war schon ein komisches Gefühl gewesen, an eben jenem Dienstag wieder die Tasche zu packen und in die Halle zu gehen. Ich habe 40 Jahre lang meine Freizeit nach Spiel- und Trainingszeiten ausgerichtet. Die neue Freiheit habe ich schon zu schätzen gewusst.

Zumal Sie seit dem 11. Oktober auch Ruheständler sind. Nach zuvor 43 Jahren im Polizeidienst. Ganz schön viel Veränderung in Ihrem Leben.

Bartsch: Das kann ich bestätigen. Ich war alleine 17 Jahre lange Pressesprecher bei der Polizei, danach dann Leiter der Verkehrs- und Unfallprävention und zuletzt Leiter des Verkehrsdienstes auf dem Lichtscheid in Wuppertal. Jetzt konnte ich mir meine Zeit frei einteilen. Bis die erneute Anfrage von der HSG Radevormwald/Herbeck kam. Wir haben noch 19 Spiele, und es sind noch relativ viele Punkte zu vergeben. Wir werden alles tun, um in der Liga zu bleiben.

Haben Sie Ihre Tochter Fabienne mal gefragt, ob sie nicht wieder für die HSG spielen möchte.

Bartsch (lacht): Ja, das habe ich. Aber sie möchte weiter in der Verbandsliga für Köln-Nippes spielen. Das ist von ihr zu Hause gerade mal fünf Minuten entfernt.

Wie geht es ihr denn?

Bartsch: Gut. Fabienne hat an der Deutschen Sporthochschule ihren Doktor gemacht. Das Thema ihrer Doktorarbeit war Sport und Gewalt. Das ist ja gerade sehr aktuell.

Zur Person

Michael Bartsch wurde am 30. 9. 1960 in Remscheid geboren. Der Erste Polizeihauptkommissar im Ruhestand hat mit Ehefrau Astrid drei Kinder: Fabienne (32) und die Zwillinge Davina und Robin (31). Als Handballer hat er 30 Jahre in Rade gespielt. Erst für den TSV, dann nach dem Zusammenschluss für die HSG. In der Zeit trieb er seine Trainertätigkeit voran, führte unter anderem die weibliche C-Jugend zur Niederrheinmeisterschaft. Mit den Frauen schaffte er es bis in die Oberliga.

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