Handball

Pütz will „theoretisch wieder spielen“

Das war wenige Minuten, bevor sich Lukas Pütz schwer verletzte – er erzielte ein Tor für die HSG. WTV-Keeper Damian Franecki und Sebastian Krutzki waren machtlos.
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Das war wenige Minuten, bevor sich Lukas Pütz schwer verletzte – er erzielte ein Tor für die HSG. WTV-Keeper Damian Franecki und Sebastian Krutzki waren machtlos.
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HSG-Handballer hat sich bereits den dritten Kreuzbandriss seiner Laufbahn zugezogen.

Von Andreas Dach

Es war schon in der Anfangsphase der Begegnung passiert. Lukas Pütz lief von seiner Rechtsaußenposition parallel zum Kreis, wollte den Ball im Sprung weiterleiten, landete auf dem Fuß eines Gegenspielers und stürzte. Das war unglücklich und sah übel aus. Früh war die Partie der Handball-Landesliga zwischen der HSG Radevormwald/Herbeck und dem Wermelskirchener TV für ihn am 17. Dezember beendet. Möglicherweise auch seine komplette Handball-Laufbahn. Lukas Pütz, wie geht es Ihnen?

„Im Grundsatz ganz gut“, sagt der HSG-Spieler. Was ihn selbst erstaunt. Das vordere Kreuzband ist gerissen, das Innenband ist angerissen, beide Menisken haben etwas abbekommen, und es liegt ein Knorpelschaden vor. „Das ist so ähnlich wie bei Basti Schön“, ist Pütz auch über die Verletzung seines letztjährigen Mannschaftskameraden der HGR informiert. Unterschied: Schön ist bereits operiert, Pütz wartet noch auf seinen Eingriff. Oder im schlimmsten Fall sogar auf mehrere.

Diesmal ist auch ein Stück vom Knorpel abgebrochen!

Lucas Pütz, HSG-Handballer

Per MRT ist die Verletzung längst bestätigt. Ein Operations-Vorgespräch hat es auch gegeben. Aber die Sportsclinic Cologne mag nichts dem Zufall überlassen, hat auch noch ein CT in Auftrag gegeben. Schließlich handelt es sich um eine sogenannte Re-Ruptur. Was sagt: Das rechte Kreuzband ist bereits zum zweiten Mal gerissen nach 2015. Da muss man genau hinschauen. Pütz erklärt: „Diesmal ist auch ein Stück vom Knorpel abgebrochen. Wenn es schlecht läuft, muss erst der Knochen aufbereitet werden, bevor das Kreuzband behandelt werden kann.“

Da war es passiert: Lukas Pütz wurde gestützt und vom Feld geführt. Er spürte sofort, „dass etwas kaputt ist“.

So könnte es im schlimmsten Fall zu einer oder mehreren Folge-OPs kommen. Verständlich, dass Pütz sagt: „Ich hoffe, dass mir in Köln jemand sagt, dass ich mit einer Operation hinkomme.“

Der 33-Jährige hat seine Verletzung ohnehin anders erlebt, als die vor sieben Jahren: „Obwohl die Diagnose schlechter ist, habe ich diesmal weniger Schmerzen. Das klingt fast schon kurios, aber ich kann mit einer Schiene, die ich vorsichtshalber trage, fast normal spazieren gehen.“

Mit Blick auf seine Familie muss man fast schon von einer tragischen Verletzungshistorie sprechen – bezogen auf das Kreuzband. Für Lukas Pütz ist es sogar schon seine dritte böse Verletzung dieser Art. 2010 war das linke gerissen, 2015 und 2022 das rechte. Damit ist er „Spitzenreiter“. Ohne darauf aber stolz sein zu wollen oder zu können. Sein Bruder Markus (gehört dem Bundesliga-Trainerteam des Bergischen HC an) hatte ebenso zwei Kreuzbandrisse wie Lucas Pütz´ Ehefrau Leonie und deren Bruder Torben. Allesamt ehemalige Handballer. Unfassbar.

Pütz ist bei einer Bank im Finanzierungsbereich tätig, arbeitet überwiegend im HomeOffice. Das hat es ihm auch ermöglicht, gleich nach seiner Verletzung wieder den beruflichen Verpflichtungen nachzukommen. Der gelernte Bankkaufmann: „Samstags ist es passiert, am Montag habe ich gearbeitet.“ Wie überhaupt der Moment nach seinem Sturz – er wurde danach gestützt und in die Kabine begleitet – ungewöhnlich war. Lukas Pütz ließ sich nicht etwa zur Untersuchung ins Krankenhaus bringen, sondern schaute sich den Rest der Partie von der Tribüne aus an. „Ich spürte ja, dass etwas kaputt war“, sagt er rückblickend, „habe aber nicht geahnt, dass das Knie so extrem in Mitleidenschaft gezogen war.“

Die oberste Prämisse für ihn sei, wieder so fit zu werden, dass er theoretisch wieder Handball spielen könne. Pütz will der Sportart auf jeden Fall erhalten bleiben: „Vielleicht in einer anderen Funktion.“ Er sei nicht der Typ, der von heute auf morgen aufhöre und nichts mehr mit dem Handball zu tun habe.“ Ja, die Leidenschaft lässt ihn nicht los. Noch einmal Lukas Pütz: „Die Verletzung ist nicht cool. Aber der Rahmen stimmt.“ Familie, Freunde, Mannschaft – sie alle unterstützen ihn bestmöglich. Der Vater ist gerade „persönlicher Fahrdienst“. Und wenn er Töchterchen Emma (20 Monate) im Arm hält, ist von Schmerzen sowie nichts mehr zu spüren . . .

Gut zu wissen

Lukas Pütz hat zuletzt jahrelang für die HG Remscheid gespielt und wollte/sollte eigentlich auch in dieser Saison Tore für den Handball-Regionalligisten werfen. Als alles schon nach einer Einigung für eine weitere Zusammenarbeit aussah, kam es doch noch zur Trennung. Nach einer Pause schloss sich der Linkshänder während der Saison dem Landesligisten HSG Radevormwald/Herbeck an.

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