Fußball

Prioritäten sind sehr unterschiedlich

Der FC Remscheid II (mit Matteo Kupfer, l.) und der VfB Marathon leisteten sich am Sonntag auf dem Jahnplatz ein packendes und kampfbetontes Spiel. Die Entscheidung fiel erst in der vierten Minute der Nachspielzeit zugunsten des Gastgebers.
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Der FC Remscheid II (mit Matteo Kupfer, l.) und der VfB Marathon leisteten sich am Sonntag auf dem Jahnplatz ein packendes und kampfbetontes Spiel. Die Entscheidung fiel erst in der vierten Minute der Nachspielzeit zugunsten des Gastgebers.
  • Andreas Dach
    VonAndreas Dach
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In der Fußball-Kreisliga A läuft fast alles nach Plan. Oder täuscht der derzeitige Stand?

Von Andreas Dach

Neun Spieltage in der Fußball-Kreisliga A sind vorbei. Zeit für einen Blick auf das, was da war. Und auf das, was da kommen könnte. Stellt sich die bisherige Saison so dar, wie man es erwarten konnte? Der Versuch einer Einordnung.

Die beiden Absteiger marschieren vorneweg. War das so zu erwarten?

Daran war nicht zu zweifeln gewesen. Der SSV Dhünn hat sein Team zusammengehalten, der VfB Marathon hat vielversprechende personelle Veränderungen vorgenommen.

Also kann man davon ausgehen, dass die Entscheidung über den (Wieder-)Aufstieg alleine zwischen diesen beiden Mannschaften fällt?

Darauf läuft es hinaus. Auch wenn das nicht in Stein gemeißelt ist. SSV und VfB haben bislang unterschiedliche Prioritäten gesetzt. Während Marathon in der Offensive eine unglaubliche Qualität nachweist und bereits 47-mal getroffen hat (bei allerdings 26 Gegentoren), setzen die Dhünner in erster Linie auf eine starke Defensive (4 Gegentore bei 29 selbst erzielten Treffern). Man darf gespannt sein, ob in diesem Falle eine alte Fußballweisheit greift. Die besagt: Mit einem starken Sturm gewinnst du Spiele, mit einer starken Abwehr steigst du auf. Vielleicht kommt aber ja diesmal auch alles ganz anders.

Wann treffen die beiden Topteams erstmals aufeinander?

Das ist am 30. Oktober um 15 Uhr der Fall. Dann kommt es in Reinshagen zum Spitzenspiel.

Dass Verfolger noch in den Aufstiegskampf eingreifen, ist also unwahrscheinlich?

Man sollte niemals nie sagen. Trotzdem muss man gespannt sein, ob dem Überraschungsteam von Aufsteiger TuRa Süd nicht auf Distanz die Luft ausgeht. Was die Bliedinghausener bis dato geleistet haben, ist jedenfalls schon einmal sehr stark. Das gilt auch für den SC Heide, der den beiden Spitzenteams im Nacken sitzt. Von der TG Hilgen hätte man trotz einiger personeller Veränderungen vielleicht eine etwas noch größere Punktausbeute erwartet.

Dahinter gibt es ein sehr breites Mittelfeld. Unter anderem mit Teams, die man weiter oben erwartet hätte.

Dazu zählt der Hastener TV, dessen selbst ernannter Anspruch es gewesen war, um den Titel mitzuspielen. Noch spielt man am Stadtpark aber nicht konstant genug. Ja, und dann wäre da die SG Hackenberg, die viele auch bei den Prognosen mit im Aufstiegskampf gesehen hatten. Nach der starken vergangenen Saison hat man mit einigen attraktiven Neuzugängen weiter aufgerüstet. Bislang 13 Punkte sind nicht die Ausbeute, von der man bei den Gelb-Schwarzen ausgehen konnte. Allerdings: Die SGH hat bislang ausschließlich Auswärtsspiele bestritten, weil aus ihrem Aschenplatz gerade ein Kunstrasen wird.

Wie schlagen sich die Aufsteiger?

TuRa Süd hatten wir bereits explizit herausgehoben. Auch der FC Remscheid II spielt bislang eine sehr ordentliche Rolle. Bester Beweis ist der 3:2-Sieg am Wochenende gegen Marathon gewesen. Immerhin die erste Saisonniederlage des VfB. Dass immer mal wieder Spieler aus der 1. Mannschaft aushelfen (können), ist im weiteren Verlauf sicher nicht von Nachteil. Die rote Laterne hält nicht völlig unerwartet TuRa Süd II in den Händen. Es dürfte schwierig für die Zweitvertretung werden, den Klassenerhalt zu sichern.

Gibt es so etwas wie die Enttäuschung der bisherigen Saison?

Dazu gehört – wie erwähnt – bislang mit Einschränkungen die SGH. Auf jeden Fall nennen muss man aber auch die TS Struck. Dass das erfolgsverwöhnte Team vom Neuenhof diesmal kleinere Brötchen backen muss, ist angesichts des Blicks auf den Kader logisch. Trotzdem scheint einiges im Argen zu liegen. Warum sich Bozo Grgic schon nach wenigen Spieltagen als Trainer und Sportlicher Leiter zurückgezogen hat, ist bis zum heutigen Tage nebulös. Er selbst wollte sich zu den Gründen nicht äußern, vom Verein steht eine Stellungnahme noch aus.

Rubrik

Immer dienstags greifen wir spezielle Themen auf und haken ausführlich nach. Gibt es Frage, die unbeantwortet geblieben sind? Oder sportliche Entwicklungen, die eingeordnet werden müssen? Wir haken gerne nach. In der aktuellen Analyse befassen wir uns mit der Fußball-Kreisliga A, in welcher sich nach neun Spieltagen schon so eine Art Drei-Klassen-Gesellschaft entwickelt hat.

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