Rollhockey

Plötzlich trägt er viel Verantwortung

Längst hören die Spielerinnen des spanischen Zweitligisten Reus Deportiu auf die Anweisungen von Markus Feldhoff (2.v.r.). Foto: Juanjo Vina
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Längst hören die Spielerinnen des spanischen Zweitligisten Reus Deportiu auf die Anweisungen von Markus Feldhoff (2.v.r.).
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Markus Feldhoff hat sich bei den Rollhockey-Profis von Reus Deportiu in Spanien schnell eingelebt.

Von Andreas Dach

Weihnachten und den Jahreswechsel hat er daheim verbracht, war in Remscheid bei seiner Familie. Aber schon an diesem 6. Januar geht es für Markus Feldhoff zurück nach Spanien. Dorthin, wo sich der 27-Jährige auf höchstem Rollhockey-Niveau fortbildet.

Seit August hält sich der Meistertrainer der IGR Remscheid – er holte vor wenigen Monaten mit den Frauen den DM-Titel – im katalonischen Reus auf. Nur gut zehn Autominuten von Tarragona und damit vom Meer entfernt. Dort hospitiert er beim spanischen Spitzenclub mindestens noch bis Mai 2021. Möglicherweise auch länger.

Wobei Hospitieren der falsche Begriff ist. Man hat dem Lenneper viel Verantwortung übertragen. Viel mehr als das angedacht war. War ursprünglich „nur“ geplant, dass er sich als Coach um einige Jugendteams kümmern soll, so hat sich ganz schnell geändert. Er ist für die 1. und 2. Frauen zuständig, die in der 2. und 4. Liga spielen. Dazu für die männliche U13. „Da konnte ich nicht nein sagen“, gibt Markus Feldhoff zu, der sich mit viel Elan in seinen Aufgabenbereich gestürzt hat, alle Erfahrungen gierig in sich aufsagt.

„Dort an der Bande zu stehen, ist ein Wahnsinnserlebnis!“
Markus Feldhoff, Rollhockeycoach

Natürlich hat auch Spanien massiv mit Corona und den Auswirkungen zu tun. „Aber wir konnten und können wenigstens einigermaßen durchgängig trainieren“, sagt Feldhoff. Im Gegensatz zu dem, was ihm aus seiner Heimat zugetragen wurde. Spiele habe es bislang aber erst ganz wenige gegeben. Sie zu erleben und von der Bande aus als Trainer zu beeinflussen, sei ein „Wahnsinnserlebnis gewesen“.

Markus Feldhoff hat sich gut eingelebt in Reus. Dort teilt er sich eine Vereinswohnung mit zwei Chilenen und Anika Zech, die ebenfalls den Schritt von der IGR zu Reus Deportiu gewagt hat. Sie spielt in der 1. Damen-Mannschaft – womit Feldhoff wieder ihr Trainer ist. Wie schon in Remscheid, wo Zech dem Meisterteam der IGR angehörte.

Oben genannte Wohnung ist nur ein paar wenige Fußminuten vom Trainingszentrum entfernt. Ideal für die beiden Bergischen, die ruckzuck in der Halle sind. In einer Stadt, welche einwohnermäßig in etwa die Größe von Remscheid hat. Allerdings auf erheblich weniger Fläche verteilt.

Bis in den Nachmittag hinein geht Markus Feldhoff der beruflichen Tätigkeit nach, die ihn auch daheim schon täglich in Atem gehalten hat. Er arbeitet. Er arbeitet im Homeoffice für die Firma Foxit, ein PDF-Software-Unternehmen. Danach zählt nur noch Rollhockey. Jedes Team, für welches der 27-Jährige zuständig ist, trainiert dreimal pro Woche. Dabei gilt es zu beachten, dass ab 22 Uhr Ausgangsbeschränkungen herrschen und um 21 Uhr jegliche Veranstaltungen beendet sein müssen. Bitter für ein rollhockeyverrücktes Land wie Spanien, wo im Regelfall oft erst in den späten Abendstunden trainiert wird.

Dazu hospitiert der Remscheider nach Möglichkeit hin und wieder bei den männlichen Profis, darf manchmal sogar mal ein Trainingsspiel pfeifen. Der spanischen Sprache ist er schon einigermaßen mächtig. Dass in Reus aber Catalan gesprochen wird, macht die Sache nicht einfacher. Oft artikuliert er sich mit einem Mischmasch aus beidem. Bislang ist er klargekommen.

Derzeit ist noch geplant, dass ab dem zweiten Januar-Wochenende Meisterschaftsspiele von der Jugend bis zu den Erwachsenen ausgetragen werden sollen. Ob das realistisch ist? Man hat vor, die normale Saison komplett auszuspielen. Um das möglich zu machen, müssten die Teams in nächster Zeit zweimal pro Woche ran. Sonst ist das gar nicht zu schaffen. Vielleicht trägt man aber auch „nur“ eine Hinrunde aus.

Feldhoff sieht all dem mit Spannung entgegen. Er möchte nichts verpassen. Auch nicht den spanischen Winter, bei dem die Temperaturen im Vergleich zu Deutschland um zehn Grad höher angesiedelt sind. Das sei im Gegensatz zum Sommer sehr angenehm: „Da ist es teilweise so warm, dass du es ohne Ventilator nicht aushalten kannst.“ Ja, es weht in jeder Beziehung ein anderer Wind . . .

Gut zu wissen

Markus Feldhoff ist seit August 2020 für den spanischen Rollhockey-Verein Reus Deportiu tätig, trainiert dort zwei Erwachsenenteams und eine Jugendmannschaft. Nachdem er die Frauen der IGR Remscheid zur Deutschen Meisterschaft geführt hat, will er bei dem Proficlub aus Katalonien sein Wissen anreichern. Über die Feiertage stattet er seiner Familie einen Heimatbesuch in Remscheid ab.

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