Handball

Pistohls Leidenszeit endet schon bald

Der Patient macht erhebliche Fortschritte. In der Reha in Bad Sassendorf ist das Lächeln in sein Gesicht zurückgekehrt. Foto: DP
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Der Patient macht erhebliche Fortschritte. In der Reha in Bad Sassendorf ist das Lächeln in sein Gesicht zurückgekehrt.
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Reha: Soldaten-Trainer kehrt nach schwerer OP in absehbarer Zeit auf die Trainerbank zurück.

Von Andreas Dach

Puuuh, beim Blick auf die Narbe musste man in den ersten Tagen nach der Knie-Operation erst einmal tief durchatmen. Vom Oberschenkel bis zum Ansatz des Schienbeins an seinem rechten Bein erstreckt(e) sich der Nachweis des gerade erfolgten Eingriffs. Dietmar Pistohl hat ein neues Kniegelenk bekommen. Der Trainer des HC BSdL II hält sich derzeit in Bad Sassendorf auf, wird noch bis zu diesem Mittwoch seine Reha dort absolvieren. Dann endet seine lange Leidenszeit zwar nicht, aber der Handballer aus Leidenschaft sieht einen Lichtstreif am Horizont. „Klar ist, dass ich weiter meiner Trainertätigkeit nachkommen möchte, aber ich lasse mir bis dahin alle Zeit, die nötig ist.“

Dieses Bild ist drei Tage nach der OP entstanden.

Als Spieler hatte es Pistohl, der aus einer Handballerfamilie stammt, bis in die Regionalliga gebracht. Er hatte unter anderem für die LTG und den WTV am Kreis gespielt. Dabei haben die Gelenke gelitten. Mit den Spätfolgen muss er sich schon seit einigen Jahren herumplagen. Jetzt war der operative Eingriff nicht mehr zu umgehen. Knie-TEP – das steht für Totalendoprothese. Genau die war vonnöten. Der Coach der Soldaten-Zweitvertretung stellt klar: „Ich hatte einen Totalschaden im Knie.“

„Das zu erleben, ist für mich sehr emotional!“
Dietmar Pistohl, Handball-Trainer

Schon bald möchte Dietmar Pistohl seinen Spielern wieder vom Spielfeldrand aus Tipps mit auf den Weg geben.

Mittlerweile kann er wieder lachen, sind Fröhlichkeit und Optimismus beim 52-Jährigen zurück. Bevor er sich Mitte Juni ins Radevormwalder Sana-Krankenhaus begab, hatte er ein Streckdefizit des rechten Beins, welches bei 20 Prozent lag. „Jetzt“, sagt er, „liegt es zwischen 0 und 1.“ Was bedeutet: Das komplette Strecken ist annähernd wieder möglich. „Das zu erleben, ist für mich sehr emotional.“

Inzwischen verblasst die Narbe schon sein wenig.

Bis Bein und Gelenk wieder voll belastbar sind, wird es noch lange dauern. Geduld ist gefragt. Doch Pistohl ist einer, der noch nie aufgegeben hat. Das kommt ihm zugute, da er in der Rehaklinik Wiesengrund in Bad Sassendorf fleißig seine Übungen macht. Wie Gerätetraining oder Fahrradfahren auf dem Heimtrainer. Dazu gibt es Lymphdrainage. Nicht viele sind im wahrsten Sinne des Wortes nach solch einem schwierigen Eingriff so schnell wieder auf den Beinen wie er. Dabei hatte die OP bei ihm doppelt so lange gedauert wie in vergleichbaren Fällen. Wie gesagt: ein Totalschaden . . .

Dankbarkeit zeichnet ihn gerade aus

Jetzt schaut der kaufmännische Angestellte nach vorne. Ohne den Blick zurück zu vergessen. Dankbarkeit zeichnet ihn gerade aus – in mehrerlei Hinsicht. In der Radevormwalder Klinik hat er sich vom Ärzteteam um Dr. Martin Ulatowski („Sehr kompetent“) bestens behandelt gefühlt. Wie auch vom Pflegepersonal („Ein besonderer Gruß an Schwester Nicole“) und von der Physiotherapie („Das Team um Hella Mertens“).

Zurzeit ist er gerade sehr glücklich darüber, enorm viel Zuspruch von der Familie, von Freunden und vom Verein zu bekommen: „Das tut mit gut.“ Es gehen regelmäßige Nachrichten und Grüße auf seinem Handy ein. Seine Schwester Andrea ist schon mehrfach die Stunde bis nach Bad Sassendorf gefahren, um ihn zu besuchen. Seine Mutter war auch schon vor Ort.

Kürzlich haben Stefan Förster und seine Familie (alle HC BSdL) ihm an der Soester Börde – dort liegt der Kurort – einen Besuch abgestattet. Auch Pina und Poldi, seine Freunde vom Restaurant zum Hasenberg, standen plötzlich auf der Matte.

Wobei: In der Klinik darf kein Besuch empfangen werden. Corona lässt grüßen. Also trifft man sich draußen. Geht ein Stück spazieren, trinkt einen Kaffee. „Das Gelenk schmerzt nicht mehr“, sagt Dietmar Pistohl. Im Zimmer bewegt er sich schon ohne Krücken: „Ich darf das Bein voll belasten.“ Wenn er durch die Stadt oder den Kurpark geht, sind die Gehhilfen mit dabei.

In Kürze ist er wieder daheim, wird Krankengymnastik machen und auch an einem Programm der Deutschen Rentenversicherung teilnehmen. Es soll immer ein Stückchen besser gehen. Tag für Tag. Bis hin zur Rückkehr in den Beruf und zu einem späteren Zeitpunkt auch auf die Trainerbank. Pistohl weiß, dass das Team bei Oliver Elitzke in guten Händen ist. Deshalb will und wird er sich auf keinen Monat festlegen, wann er sich wieder in die Dienste der Bergischen Soldaten stellt: „Es kann August, September oder Oktober sein. Mal sehen!“

Hauptsache, er wird wieder richtig gesund. Und was macht die Narbe? Sie verblasst langsam und wird ihn künftig nur noch hin und wieder daran erinnern, welche harten Tage hinter ihm liegen. Dietmar Pistohl, der Kämpfer . . .

Knie-TEP

Unter einer Knie-TEP (Totalendoprothese) versteht man ein künstliches Kniegelenk. Eine Prothese ersetzt das kaputte Gelenk vollständig. Damit sie ihre Gelenkfunktion vollständig erfüllen kann, besteht sie aus einer Oberschenkel- und einer Unterschenkel-Komponente – jeweils aus Metall. Dazwischen befindet sich eine Gleitfläche aus Kunststof,f die als Knorpel fungiert. Der häufigste Grund, der eine Knie-TEP nötig macht, ist eine irreparable Verschleißerscheinung.

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