Türchen 15

Adventskalender: Phänomen Görke bleibt beim LTV am Ball

Anke Görke in der Saison 2021/2022: Die Lüttringhauserin kann es nicht lassen und hat auch mit 55 Jahren noch großen Spaß am (LTV-) Handball. Foto: LTV
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Anke Görke in der Saison 2021/2022: Die Lüttringhauserin kann es nicht lassen und hat auch mit 55 Jahren noch großen Spaß am (LTV-) Handball.

Türchen Nummer 15 im Rückennummer-Adventskalender des RGA-Sports mit der 55-jährigen Handballerin.

Von Fabian Herzog

Sie spielt und spielt und spielt. Seit mehr als 40 Jahren ist Anke Görke als Handballerin des Lüttringhauser TV aktiv. Immer mindestens, wie aktuell, auf Bezirksliga-Niveau. Zwischendurch auch mal in der Verbandsliga. Was sich aber nie geändert hat, ist ihre Rückennummer. Die 15 gehört so fest zu ihr wie der LTV zu Lüttringhausen. „Mein Lieblingsspieler war früher Thomas Krokowski vom VfL Gummersbach“, erläutert die 55-Jährige. „Der hatte auch die 15.“

Türchen 15.

Der ehemalige Nationalspieler, der mit dem VfL viermal Deutscher Meister und 1983 Europapokalsieger der Landesmeister wurde, lief 14 Jahre lang für die Oberbergischen auf und galt ebenfalls als treue Seele. Über so einen Zeitraum kann Görke fast nur lachen. Sie hat mit 14 beim LTV begonnen und war damit Teil der Geburtsstunde des Mädchen- beziehungsweise Frauenhandballs im Verein. „Ich habe bei Friederike Timm angefangen“, erinnert sich die Lüttringhauserin, die auf eine Annonce in der Zeitung aufmerksam geworden war.

Tempogegenstöße laufe ich aber nicht mehr

Anke Görke, Handballerin

Seitdem spielt sie für den LTV. Und lebt für den LTV. „Ein Jahr habe ich wegen der Geburt meines Sohnes mal ausgesetzt“, erzählt Görke. 1996/1997 war das, als Hendrik zur Welt kam, der seit Jahren der Mutter nacheifert und Leistungsträger der 1. Männer ist. Sie selbst hatte für 2021 mal in Erwägung gezogen, die Schuhe an den Nagel zu hängen. Nach eben genau 40 Saisons. „Aber dann wurde die Spielzeit ja abgebrochen“, sagt die Handballerin. „So will man ja dann auch nicht aufhören. Das hätte ich doof gefunden.“

Fast hört sich dies nach einer Ausrede an. Man könnte auch meinen, Görke kann und will es schlicht nicht lassen. „Es macht mir einfach auch weiterhin großen Spaß, mit den Mädels Handball zu spielen“, sagt die 55-Jährige, die schon das LTV-Trikot getragen hat, als viele ihrer heutigen Teamkolleginnen noch gar nicht geboren waren. Mit manchen spielt sie aber auch schon lange zusammen.

Mit Sarah Donner oder Elli und Vero Wappler zum Beispiel. Gemeinsam feierten sie den größten Erfolg in Görkes (bisheriger) Laufbahn, als 2014 unter Trainer Ecki Mohr der Aufstieg in die Verbandsliga gelang. „Das war eine tolle Erfahrung. Damals wurden wir ja sogar zur Mannschaft des Jahres in Remscheid gewählt“, erinnert sich Görke. Schnell ging es in den folgenden Jahren – zum Teil mit ihr als Spielertrainerin – zwar zurück in die Bezirksliga, dort läuft es speziell diese Saison aber wieder hervorragend. Von fünf Partien gewann das Team von Trainer Christian Röder vier. „Sollten wir am Ende aufstehen, glaube ich nicht, dass wir nein sagen“, meint Anke Görke, deren Mannschaft weiterhin Verstärkungen sucht.

Anke Görke im Jahr 1984. „Völlig chic waren die Frotteehosen“, sagt sie lachend.

Damals wie heute gehört sie am Kreis zu den verlässlichen Konstanten. „Tempogegenstöße laufe ich nicht mehr“, sagt die Rechtshänderin grinsend. „Aber das war eh noch nie meins.“ Konditionell und spielerisch macht ihr jedoch niemand etwas vor. Auch nicht die Jüngeren, von denen die meisten „Mitte 20“ sind. Dass es da im mannschaftsinternen Miteinander auch Grenzen gibt, erklärt sich fast von selbst. „In die Disco muss ich jetzt nicht mehr mitgehen“, sagt Görke. „Ansonsten aber werde ich akzeptiert. Und ich glaube, die haben auch ganz gerne, dass ich dabei bin. Das passt einfach.“

Ein Grund, warum das LTV-Urgestein, das zusammen mit Heike Krüger die Handball-Minis im Verein trainiert und damit für die Zukunft vorsorgt, noch immer so gut mithalten kann, ist ihre körperliche Voraussetzung. „Ich war eigentlich nie verletzt, hatte ein einziges Mal einen Bänderriss. Aber das ist schon bestimmt 20 Jahre her“, erzählt Anke Görke. Möglicherweise ein weiterer: „Ich habe noch nie geraucht.“

Vielleicht ist es auch die gute Lüttringhauser Luft. Mit Reinhard Kapp gibt es beim LTV ein ähnliches, fast noch extremeres Phänomen. Der 75-Jährige spielt bei den 3. Männern in der Kreisklasse. „In dem Alter möchte ich aber nicht mehr spielen“, sagt Görke. Das hatte sie aber auch schon mal über die Saison 2021/2022 gesagt. . .

Serie

In unserem Rückennummer-Adventskalender kamen bislang der Reihe nach die Fußballer Sebastian Weber (SV 09/35), Yusuf Kaya (Dabringhauser TV) und Antonio Angelov (FC Remscheid), Handballer Jens Reinarz (Bergische Panther), Erik August von Fußball-Bezirksligist VfB Marathon), Moritz Mettler von Handball-Landesligist ATV Hückeswagen, Fußballer Dennis Dossmann (Bergisch Born II), Footballer Tommy Le, Handballer Ben Vornehm (Bergische Panther II), Anis Geus vom Fußball-Bezirksligisten SSV Bergisch Born, Max Richter von Rollhockey-Bundesligist IGR Remscheid und Fußballerin Melina Stratemeyer (SG Hackenberg) vor.

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