Handball

Panther verzichten auf Aufstiegsrunde

Die Auftaktpartie am Burscheid Schulberg ging für die Panther (mit Simon Schlösser) gegen Rodgau unnötig verloren. Foto: Doro Siewert
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Die Auftaktpartie am Burscheid Schulberg ging für die Panther (mit Simon Schlösser) gegen Rodgau unnötig verloren.
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Drittliga-Handballer konzentrieren sich auf die neue Saison – Wir beleuchten die Hintergründe.

Von Andreas Dach

Die Handballer der Bergischen Panther verzichten auf die Teilnahme an der geplanten Aufstiegsrunde. Dies geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des Handball-Drittligisten hervor. Ebenso lassen sie die Möglichkeit verstreichen, in der neuen Spielzeit in den DHB-Pokal einzugreifen. Zwei attraktive Ziele verschwinden bewusst aus dem Fokus der Verantwortlichen. Wir ordnen ein, wie die sportliche Zurückhaltung zu bewerten ist.

Wie begründet der Verein, dass er nicht um den Aufstieg spielt und auch nicht an der Qualifikation für den DHB-Pokal teilnimmt?

In einer Pressemitteilung von Montagvormittag heißt es unter anderem: „Wir begrüßen ausdrücklich die Möglichkeiten für die Vereine, die gerne aufsteigen und für die, die an einer Ausspielung von Pokalplätzen teilnehmen möchten.“ Weiter haben die Panther-Verantwortlichen formuliert: „Es gibt wie in der Vergangenheit zu viele Konjunktive, was Datum, Teilnehmer, Modus und Testkonzepte angeht. Über allem steht dann noch das allgemeine Virusgeschehen, denn niemand weiß genau, was morgen passiert.“

Wäre es nach der langen handballerischen Abstinenz nicht ein Leckerbissen für die Fans gewesen, Spiele zu erleben, bei denen es so richtig um etwas geht?

Zweifelsfrei wäre das so. Alle sind heiß auf attraktiven Live-Sport. Doch wenn sich bei der Planung ein „Aber“ an das nächste reiht, macht es durchaus Sinn, höchste Vorsicht walten zu lassen.

Welches genau sind die Punkte?

Es ist ein Sammelsurium aus mehreren Aspekten. Zunächst einmal ist da die Kostenfrage. Die Clubs, die eine Zweitliga-Lizenz beantragen, müssen bis spätestens dem 31. März gemeldet haben und eine ordentliche Summe berappen. Man spricht von mehreren tausend Euro. Gerade in Coronazeiten sind die wenigsten Clubs auf Rosen gebettet, müssen perspektivisch wirtschaften.

Das ist aber sicherlich noch nicht alles.

Natürlich nicht. Um für eine Aufstiegsrunde fit zu sein, brauchen die Mannschaften viel Zeit. Das Risiko von Verletzungen wäre sonst viel zu groß. Wem ist damit gedient, in den Wettkampfbetrieb einzusteigen und Kreuzbandrissen bis hin zu Muskelverletzungen langwierige Blessuren zu riskieren? Vereine haben auch eine Verantwortung für ihre Spieler, die sich in der Ausbildung oder im Studium befinden. Viele sind auch berufstätig. Deshalb hat sich der Panther-Vorstand entschlossen, die aktuelle Spielzeit zu beenden und sich auf die kommende zu konzentrieren.

Was genau ist seitens des Deutschen Handball-Bundes bei der Videokonferenz mit allen 72 Vereinen der 3. Liga mitgeteilt worden?

Es wird keine Absteiger geben, zwei Teams werden in die 2. Bundesliga aufsteigen, und eine freiwillige Pokalrunde könnte Ende April starten. „Die Zeit für eine einfache Serie ist einfach zu knapp“, begründete Andreas Tiemann von der spielleitenden Stelle des DHB bei der Konferenz.

Wie könnten die Staffeln in der kommenden Saison aussehen?

Die Zahl der Mannschaften inklusive möglicher Aufsteiger aus den 4. Ligen könnte sich auf 85 Teams erhöhen. Wie die Staffeln aufgeteilt werden, ist noch nicht bekannt. Sinn würden aber kleinere Gruppen machen, in welchen regionale Aspekte eine wesentliche Rolle spielen. Vielleicht sogar mit spannungsgeladenen Play-offs um den Aufstieg am Ende der Spielzeit. Mit neuerlichen 18er-Gruppen, wie es sie in der Spielzeit 2020/2021 gab, würde man die unveränderten Gefahren trotz immer mehr Impfungen und Testungen nicht genügend berücksichtigen. Die Panther und der Leichlinger TV hätten alleine zwölf Auswärtsfahrten hinter sich bringen müssen, bei denen jeweils Hunderte von Kilometern auf sie zugekommen wären. Solche Megatouren würden sich deutlich reduzieren lassen.

Wann könnte die neue Saison beginnen?

Allgemein ist die Rede von Ende August. Was einigermaßen ambitioniert klingt. Bei kleineren Gruppen könnte man den Start auch in den September verlegen oder – bei guter Planung – in den Oktober.

Wie gehen die Panther die Zukunft an?

Der Kader bleibt gegenüber dieser Spielzeit unverändert. Lediglich hinter dem Verbleib von Henning Padeken steht noch ein Fragezeichen. Mit dem Kreisläufer ist man sich noch nicht einig. Man hat vor, im Juli wieder ins Training einzusteigen.

Saison 2020/2021

Die Panther haben in der Saison 2020/2021 in der 3. Liga coronabedingt nur drei Partien absolviert. Gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden gab es zum Auftakt eine unnötige 25:27-Niederlage, beim TV Kirchzell einen umjubelten 26:25-Erfolg und im Derby gegen den Longericher SC eine 31:33-Niederlage. Nachbar Leichlinger TV durfte nur einmal ran, brachte von der HSG Bieberau-Modau einen überraschenden 29:28-Sieg mit.

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