Handball

Panther beißen sich in der 3. Liga fest

Justus Ueberholz gehört in der 3. Liga zu den tragenden Säulen bei den Handballern der Bergischen Panther. Foto: Der Rheinland Foto Knipser
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Justus Ueberholz gehört in der 3. Liga zu den tragenden Säulen bei den Handballern der Bergischen Panther.
  • Andreas Dach
    VonAndreas Dach
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Analyse: So plant man in Hilgen nach dem (fast) sicheren Klassenerhalt für die Zukunft.

Am Klassenerhalt zweifelt nicht wirklich mehr jemand. Nach den beiden Hauchdünn-Siegen in Baunatal und gegen Opladen können die Handballer der Bergischen Panther für ein weiteres Jahr in der 3. Liga planen und müssen sich nicht noch durch eine Abstiegsrunde quälen, in der angesichts vieler unbekannter Gegner alles möglich ist. Was lässt die Zukunft erwarten? Wie ist man aufgestellt für das, was da noch kommt? Wir gehen den Fragen nach.

Warum haben die Panther in den beiden zurückliegenden Spielen jeweils das bessere Ende für sich gehabt?

Neben der handballerischen Qualität hat das auch viel mit der mentalen Seite zu tun. In Hessen wie auch im Derby legte die Mannschaft von Marcel Mutz jeweils großartige erste Spielhälften hin, brach nach der Pause unerklärlich ein und zeigte sich in den spannenden Schlussphasen dann wieder kopfmäßig voll auf der Höhe. Das reichte, sollte aber kein „Modell“ für die Zukunft sein.

Gibt es Akteure, die man besonders herausheben muss, weil sie unverzichtbar sind?

Damit würde man den anderen Spielern nicht gerecht werden. Und doch gibt es Persönlichkeiten, die den Unterschied machen (können). Man denke an Justus Ueberholz, der gerade in den beiden genannten Partien überragte, als es darum ging, Verantwortung zu übernehmen. Oder Max Weiß. Der ehemalige Bundesligaspieler hat seinen Vertrag noch nicht verlängert. Es wird Zeit. Zwei Typen, die für das bissige und hungrige Gesicht der Panther stehen und andere mitreißen können.

Oft wird davon gesprochen, die Mannschaft sei zu alt und könne das Tempo in der 3. Liga nicht mehr gut mitgehen. Stimmt das?

Angesichts der jüngsten Einbrüche nach der Pause könnte man das vermuten. Aber würde die Mannschaft die Partien dann trotzdem für sich entscheiden? Hinten heraus die Kräfte bündeln? Und auch gegen Dauerrenner wie die U23 des VfL Gummersbach auf Augenhöhe agieren? Eher hat es mit regelmäßigem Training zu tun. Corona hat die Einheiten in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder stark beeinträchtigt. Das war/ist Gift für die Panther. Stehen sie regelmäßig in der Halle und sind komplett, gibt es keinen Gegner in der 3. Liga, den sie nicht schlagen können. Aber wirklich nur dann.

Warum schwappt die Woge der Begeisterung noch nicht so regelmäßig aufs Publikum über, wie man sich das erhofft?

Eine berechtigte Frage, die schwierig zu beantworten ist. Bei den Nachbarschaftsduellen wie gegen Opladen wollen alle dabei sein. Dann ist die Halle voll. Kommen Gensungen/Felsberg, Baunatal oder die Zweitvertretung aus Gummersbach, bleibt es übersichtlich auf den Rängen. Schade. Ist es doch beachtlich, was diese Gemeinschaft aus Burscheidern, Hilgenern und Wermelskirchenern auf und neben dem Spielfeld auf die Beine stellt. Es macht über das reine Handballspiel hinaus Freude, sich ein paar Stunden Panther-Atmosphäre zu geben.

Wie wichtig war es, Frank Lorenzet vor knapp zwei Jahren mit ins Boot zu holen?

„Lori“ wird Zeit seines Lebens umstritten sein und polarisieren. Man mag ihn oder eben nicht. Das weiß der 54-Jährige. Und es ist ihm egal. Er lässt sich nicht verbiegen, eckt an, spricht Klartext. Preise für seine Art des „Charmes“ wird er nicht gewinnen. Aber unter dem Strich steht der Erfolg. Das war in den vielen Jahren in Leichlingen so und ist nun auch bei den Panthern unübersehbar, was er an handballerischem Know-how, an Netzwerken, an Leidenschaft und an Kontakten einbringt. Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Middendorf sagt: „Ich bin froh, dass wir Lori haben.“

Mindestens genauso wichtig, wenn nicht sogar noch wichtiger: Mit Marcel Mutz gibt es auf der Trainerposition eine Konstante, um welche die Panther von vielen beneidet werden.

Der 34-Jährige hat das Panther-Gen in sich, lebt seine Aufgabe. Obwohl der Banker beruflich und privat voll eingespannt ist, nutzt er jede freie Minute für seine Mannschaft. Kaum war die Gänsehaut-Partie gegen Opladen am Freitagabend erfolgreich beendet, richtete sich sein Blick nach vorne: „Am Samstag beginnt meine Vorbereitung aufs Spiel bei den Dragons.“ Dann werden Videos gesichtet, Konzepte ertüftelt, Telefonate geführt. So ist Mutz. Ein Glücksfall für die Panther. Was auch für das Team um ihn herum gilt. Man denke an Kai Middendorf, an Ilja Fuchs, an Thorsten Brütsch, an die Physiotherapeuten. Und damit sind längst nicht alle genannt.

Ist es vorstellbar, dass man irgendwann einmal versucht, die 2. Liga anzugreifen?

Man sollte nie nie sagen. Und doch tendiert die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Ziel einmal offiziell ausgerufen wird, gen 0. Dafür fehlt die Infrastruktur, dafür fehlt die Manpower. Und: Dafür fehlt das Geld. Deshalb agiert man eher nach dem Motto: Schuster bleib bei deinen Leisten. Alles ist auf einer soliden Basis aufgebaut, finanzielles Harakiri gehört nicht zum Ideengut des Handball-Drittligisten.

Wie wird sich das Gesicht der Mannschaft in der kommenden Saison verändern?

Der Großteil des Kaders bleibt zusammen. Sicher sind die Abgänge von Jens Reinarz (hört auf) und Conner Schütte (VfL Gummersbach II). Noch offen ist, wie sich Max Weiß, Henning Padeken, David Ferne, Felix Korbmacher, Sven Jesussek und Lukas Elverfeld entscheiden beziehungsweise orientieren werden. Neuzugänge sind bislang Timo Blum (Leichlinger TV, ab sofort) und Bjarne Steinhaus (HSG Siebengebirge). Ob auch Valdas Nowicki (derzeit HSG Krefeld) ein Thema wird, muss man abwarten. Auch am Kreis könnte sich noch etwas tun.

Resttermine

Drei Spiele haben die Bergischen Panther in dieser Meisterschaftsrunde noch zu absolvieren. Am 19. Februar (19.30 Uhr) treten sie bei der SGSH Dragons an, am 5. März um 19 Uhr geht es zur SG Menden Sauerland Wölfe, ehe das Heimspiel gegen den TuS Volmetal (11. März, 20 Uhr) die Spielzeit beendet. Inwiefern sie danach an einer (freiwilligen) Pokalrunde teilnehmen, ist noch unklar.

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