Rollhockey

Opa van den Dungen hat noch viel vor

Auch Tonny van den Dungen hofft, dass er bald wieder als Trainer an der Bande stehen kann. Archivfotos (2): Holger Battefeld
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Auch Tonny van den Dungen hofft, dass er bald wieder als Trainer an der Bande stehen kann.
  • Peter Kuhlendahl
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Früherer Remscheider Spieler und Trainer wird in Holland von Corona ausgebremst.

Die drohenden Verschärfungen aufgrund der Pandemie in den Niederlanden nahm Tonny van den Dungen vor wenigen Tagen mit Gelassenheit hin. „Es gibt bald eine neue Erklärung unseres Ministerpräsidenten. Es steht eine Verlängerung des Lockdowns bis Ende Mai im Raum. Und eine Ausgangssperre von abends um 21 Uhr bis morgens um 4.30 Uhr haben wir eh schon.“ Ein paar Tage nach dem Telefonat mit dem früheren Remscheider Rollhockey-Spieler und -Trainer dürfte dieser aber noch ein wenig gelassener sein. Der niederländische Regierungschef Mark Rutte hat den Lockdown „nur“ bis zum 20. April verlängert, und die allgemeine Ausgangssperre beginnt nun erst um 22 Uhr.

Wer allerdings van den Dungen in seinen Jahren in Remscheid, wo er Anfang der 1990er-Jahre mit der IGR die Deutsche Meisterschaft gewann, kennengelernt hat, weiß, dass es in ihm mehr und mehr brodelt. Zumal auch er seinen heiß geliebten Sport Rollhockey seit Monaten nicht mehr aktiv betreiben kann. Natürlich seit Jahren nicht mehr auf dem Parkett, sondern als Trainer an der Bande. Aktuell als Coach der belgischen Nationalmannschaft und der neuen deutsch-niederländischen Spielgemeinschaft SG Eldagser Falcons, die seit dieser Saison in der Bundesliga spielt.

Das erste Bundesligaspiel ist ein Muster ohne Wert

Oder besser gesagt: spielen sollte. Seit Mitte Oktober geht auch da nichts mehr. Deshalb konnte die SG bisher nur eine Partie bestreiten. Ende September gab es zur Premiere eine 2:6-Niederlage im niedersächsischen Springe gegen die RESG Walsum. Allerdings war das ein Muster ohne Wert. „Wir durften aus den Niederlanden im September nicht nach Deutschland reisen“, berichtet van den Dungen. Mit wir meint er neben sich als Coach auch seine beiden Söhne Joey, der auch schon in Remscheid zwischen den Pfosten stand, und Rico.

Dieses Trio war auch schon beim SC Bison Calenberg in Springe im Einsatz. Als dort dann aber die Lichter auszugehen drohten, kam man auf die Idee einer Spielgemeinschaft mit dem RC Valkenswaard, der in der Vergangenheit als niederländischer „Gast“ schon in der Bundesliga mitwirken durfte. „Jeder Verein für sich hätte keine Mannschaft für die 1. Liga melden können. Aber zusammen haben wir eine echt gute Truppe“, betont van den Dungen. Zumal mittlerweile auch Milan Brandt wieder zu seinem Club nach Niedersachsen zurückgekehrt ist. Dort und in Valkenswaard sollen abwechselnd die Heimspiele stattfinden.

„Zusammen haben wir eine echt gute Truppe.“

Tonny van den Dungen über die neue Spielgemeinschaft

In der niederländischen Gemeinde, die mit rund 30 000 Einwohnern zehn Kilometer südlich von Eindhoven liegt, lebt die Familie van den Dungen. „Ich wohne dort nur knapp 100 Meter von der Rollhockey-Halle entfernt“, berichtet van den Dungen, der in seiner Heimatstadt mit einer Trockenbau-Firma selbstständig ist.

Die Sportstätte kann er allerdings auch nur von außen sehen. Es gibt sonst nur einen Fitness-Raum, den maximal zwei Spieler gleichzeitig nutzen dürfen. Derweil treiben die Corona-Verordnungen auch in den Niederlanden im Hinblick auf den Sport seltsame Blüten. Training unter freiem Himmel ist für Mannschaften unter vielen Auflagen möglich. „Aber nur für Spieler, die nicht älter als 27 Jahre sind“, erzählt van den Dungen, der sich dazu jeden Kommentar erspart.

Ex-IGR-Keeper Joey van den Dungen ist zum ersten Mal Vater geworden.

Wie auch zum Rollhockeysport in seinem Heimatland. Mit dem ist mittlerweile kein großer Blumentopf mehr zu gewinnen. Aus diesem Grund hatte auch schon der RC Valkenswaard in der Bundesliga gespielt. Es gibt zwar eine gemeinsame Liga mit belgischen Teams, die aber eher zweitklassig ist.

Auch Tonny van den Dungen übt Kritik am Verband

Da es in Belgien noch ein wenig besser ist, betreut van den Dungen die dortige Nationalmannschaft. In der ist mittlerweile auch der eine oder andere Portugiese im Einsatz, der in Belgien lebt. Im Nachbarland ist der Coach zudem als Funktionär aktiv. Van den Dungen hat auch die Protestnote, die vor wenigen Tagen acht Länder an den europäischen Verband geschickt hatten, für Belgien unterzeichnet. „Der Verband wird von den wenigen Nationen dominiert, in denen Rollhockey professionell gespielt wird. Das muss geändert werden“, sagt er.

Aktuell darf in Italien, Spanien und Portugal der Spielbetrieb im Profibereich stattfinden. In Deutschland und den Niederlanden aber auch in den kommenden Wochen und Monaten nicht.

Langeweile wird bei van den Dungen aber dennoch nicht aufkommen. Sohn Joey ist vor wenigen Tagen Vater geworden und Tonny dadurch mit 53 Jahren zum ersten Mal Großvater.

Und dann ist da noch die Formel 1, die van den Dungen mit großem Interesse verfolgt. Auch weil sein Landsmann Max Verstappen in der vor wenigen Tagen gestarteten Saison ein Titelkandidat ist und beim ersten Rennen auf dem zweiten Platz landete. Einer der wenigen sportlichen Lichtblicke in den Niederlanden während der Corona-Tristesse.

Bundesliga

Aufgrund internationaler Termine startete die Saison 2020/21 der Rollhockey-Bundesliga erst Ende September des vergangenen Jahres. Zwei Wochen später war aufgrund des sportlichen Lockdowns auch schon wieder alles vorbei. Ganze drei Spiele, von denen zwei die RESG Walsum bestritt, fanden statt. Die IGR Remscheid war noch gar nicht im Einsatz. Einen offiziellen Abbruch gibt es bislang nicht. Es gibt Modelle, die Meisterschaftsrunde noch zu beenden. Realistisch erscheint dies aber eher nicht.

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