Fußball

Nur Kacmaz hat die richtige Brille auf

Er hatte zwei Minuten vor der Pause den richtigen Durchblick: Serhat Kacmaz (mit „Brille“) traf zur Führung für den FCR. Foto: Michael Sieber
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Er hatte zwei Minuten vor der Pause den richtigen Durchblick: Serhat Kacmaz (mit „Brille“) traf zur Führung für den FCR.
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FCR kommt trotz klarer Chancen in der Landesliga nur zu einem 1:1 gegen Burgaltendorf.

Von Andreas Dach

Wie oft hat er den FC Remscheid schon gerettet. Mit tollen Kontern, mit maßgerechten Vorlagen oder mit Toren. Den Start ins offizielle Fußball-Jahr 2022 hingegen wird sich Patrick Posavec nicht dick und fett im Kalender anstreichen. Die Sturmspitze des Landesligisten hatte es alleine in der Hand, die Partie gegen den SV Burgaltendorf zu entscheiden. Oder besser gesagt: auf dem Fuß und auf dem Kopf.

Stop War! Die Spieler des FC Remscheid und des SV Burgaltendorf bezogen vor dem Anpfiff eindeutig Position.

Einmal hätte der Linksfuß beim Stand von 1:0 (76.) freistehend treffen müssen, zehn Minuten später – da stand des bereits 1:1 – den Kopfball nicht völlig frei einen Meter neben den Kasten setzen dürfen. „Die musste ich machen“, sagte er einigermaßen zerknirscht beim Gang vom Platz und wollte es auch nicht gelten lassen, dass ihm der Ball in der ersten Situation vorher an die Hand gesprungen war („Das hat mich irritiert“) und später dann die Sonne bei der Hereingabe von links geblendet hatte. So blieb es bei einem 1:1 (1:0), mit dem der Gastgeber besser leben kann als die Essener, die man auf Distanz hielt. „Das hilft uns mehr“, sagte auch Co-Trainer Mike Kupfer. „Mund abputzen und weitermachen“, fand Unglücksrabe Posavec.

Kacmaz hält in einem günstigen Moment den Kopf hin

Es war bei blauem Himmel, strahlendem Sonnenschein und klirrender Kälte das erwartete Kampfspiel, bei dem es keinen Schönheitspreis zu gewinnen gab. Der FCR brauchte gut 20 Minuten, um sich ein wenig freizuspielen, nachdem die Anfangsphase Burgaltendorf gehört hatte. Da setzte eben jener Posavec ein Zeichen in Form einer Tormöglichkeit, für Minuten später auch Tristan Maresch (25.). Für den FCR zu treffen, war schließlich Serhat Kacmaz vorbehalten. Als der Ball nach einem Standard von der linken Seite in den Strafraum segelte, hielt die Abwehrlatte den Kopf hin. Begünstigt dadurch, dass sich Essens Torhüter Patrick Hollenbeck verrechnet hatte. Zu einem psychologisch wichtigen Moment stand es 1:0 (43.). Die Vorarbeit war von dem vor allem vor der Pause sehr konstruktiv agierenden Yutaro Ichimura gekommen.

Mit breiter Brust in Hälfte zwei also? Nein, der FCR nahm eher den Verwaltungsmodus ein, schien alles im Griff zu haben. Hatten sich die Gäste in Abschnitt eins noch ein paar wenige Möglichkeiten – meist über den guten Felix Scheider – erspielt, so kam diesbezüglich in der Folge nicht mehr viel. Bis auf die 83. Minute. Zwischen Posavecs beiden Großchancen nutzte Michael-Detlef Andres die einzige Gelegenheit zum 1:1 (83.).

Ein Schock für den FC Remscheid. Vereinzelt wurde eine Abseitsstellung reklamiert. Brachte aber nichts. „Ganz kannst du es nie verhindern, dass auch der Gegner mal zu einer Chance kommt“, sagte Dylan Oberlies, der gemeinsam mit Kacmaz eine sehr ordentliche Arbeit in der zentralen Defensive der Hausherren abgeliefert hatte. Und was meinte er zu den Möglichkeiten seines Mannschaftskameraden Patrick Posavec? „Wenn du Scheiße am Fuß hast, dann hast du Scheiße am Fuß.“ Etwas dezenter drückte es der gelbgesperrte Antonio Angelov aus: „So ist Fußball.“

Trost für Posavec: Schon kommende Woche in Überruhr kann er dem FCR vielleicht wieder helfen. Mit Tempoläufen, mit Flanken, mit Toren. Dann ohne irritierendes Handspiel und blöde Sonneneinstrahlung. Passiert halt.

Zahlen, Daten, Fakten

FC Remscheid: Horn, Blume, Kacmaz, Oberlies, Lüttenberg, Babic, Costa Rebelo, Maresch (60. Bisignano), Al Khalil, Ichimura, Posavec.

Torfolge: 1:0 Kacmaz (43.), 1:1 Andres (83.).

Schiedsrichter: Marc Waldbach (Duisburg).

Zuschauer: 200.

Personalie: Mit Daniel Saibert hat ein weiterer wichtiger Spieler des FCR seinen Vertrag um eine Saison verlängert. Der defensive Mittelfeldspieler, der zurzeit eine Verletzung auskuriert, bleibt bis zum Sommer 2023.

Schweigeminute: Der FCR befolgte den Vorschlag des DFB und zeigte sich damit solidarisch mit den Menschen in der Ukraine, die im Krieg um ihr Leben bangen müssen. Zuvor gedachte man Jordi Bongard, einem verstorbenen U23-Spieler von Borussia Mönchengladbach.

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