Adventskalender im Sport

Nummer 1: Er ist ihre, sie ist seine

Ein Herz und eine Seele: Kai-Benjamin und Vero Müller in ihrem neuen Zuhause in Lüttringhausen.
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Ein Herz und eine Seele: Kai-Benjamin und Vero Müller in ihrem neuen Zuhause in Lüttringhausen.
  • Fabian Herzog
    VonFabian Herzog
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Start des Rückennummer-Adventskalenders im RGA-Sport – mit Vero und Kai-Benjamin Müller.

Momentan herrscht noch ein mittleres Chaos vor. Wie es eben so ist, wenn man umzieht und parallel plötzlich die bisherigen und die neuen eigenen vier Wände managen muss. Es würde aber nicht übermäßig überraschen, wenn Vero und Kai-Benjamin Müller auch dieses Projekt erfolgreich abschließen werden. Dafür sind die beiden relativ frisch verheirateten Handballer des Lüttringhauser TV ein zu gut eingespieltes Team und jeder für sich mit einer bemerkenswerten Eigenschaft ausgestattet: Sie packen an, wo es etwas anzupacken gibt. Ohne Rücksicht auf Verluste.

Für Vero Müller, die bis zur Hochzeit im Oktober Wappler hieß, liegt das Hauptbetätigungsfeld seit Jahrzehnten in der Sporthalle an der Klausener Straße. Dort ist sie die Frau für alle Fälle. Ob als Jugendtrainerin des LTV-Nachwuchses, Jugendwartin, Vorsitzende des Fördervereins oder Spielerin und Teil des Mannschaftsrates der 1. Frauen-Mannschaft – für die 29-Jährige ist es selbstverständlich, Verantwortung zu übernehmen und voran zu gehen. „Der LTV ist für mich wie eine Familie. Bevor ich den für einen anderen Verein verlasse, würde ich eher aufhören“, sagt Vero Müller und liefert lächelnd einen weiteren Grund für ihr großes Engagement lächelnd gleich nach: „Ich kann eben nicht Nein sagen.“

Kai-Benjamin Müller im Tor des Lüttringhauser TV.

Die Erzieherin, die in der Kita Ahörnchen arbeitet, hat das Helfer-Gen von ihrem Vater vererbt bekommen. Ralf Wappler war Abteilungsleiter beim Lüttringhauser TV. Klar, dass auch ihre Zwillingsschwester Svenja, von allen Elli gerufen, eng mit dem Verein verwurzelt ist und sich einbringt. Als Mitglied des Eventteams oder auch als diejenige, die das Aufwärmprogramm federführend leitet. Also sowohl das der Frauen als auch das der Männer.

Unter ihren Fittichen hat sie damit seit etwas mehr als einem Jahr auch ihren Schwager. Kai-Benjamin Müller ist im Oktober 2021 nach Lüttringhausen gewechselt und dort seitdem Teil des Torhütertrios mit Moritz Wenning und dem jungen Niklas Bruggaier. Für ihn gilt im Prinzip ebenfalls: Einmal LTV, immer LTV! Wobei der 33-Jährige dabei durchaus Variabilität an den Tag legt. Bis vor sechs Jahren war der LTV Wuppertal seine sportliche Heimat. In der Handballabteilung übernahm Müller immer wieder unterschiedliche Aufgaben, war eben nicht nur Spieler, sondern auch Schiedsrichter (bis zur Verbandsliga), Jugendtrainer (C-Lizenz), Co- und Torwarttrainer der 1. Mannschaft, später dann noch organisatorischer Leiter und sowohl Mitbegründer als auch Geschäftsführer der ausgegliederten Handball-Gesellschaft.

Sogar nach dem Einstieg in Lüttringhausen kümmerte sich der Industriekaufmann, der für die Firma Klüh in Düsseldorf in der Dienstleistungsbranche tätig ist, noch um einige Sponsoren in Wuppertal und beispielsweise auch ums Hallenheft. Erst im vergangenen März zog er einen endgültigen Schlussstrich. „Weil meine Zukunft in Lüttringhausen liegt.“

Dem Wechsel vom einen zum anderen LTV liegt im Prinzip ein Irrtum zugrunde. Seine heutige Ehefrau nahm im Januar 2020 über Facebook Kontakt zum Wuppertaler auf, in der Annahme, ihn von irgendwoher zu kennen. Dem war allerdings nicht so. Das holten die beiden Sportbegeisterten (Handball, Fußball, Eishockey/DEG, Formel 1) dann aber schnell nach, merkten, dass es passt, und zogen zunächst in Hasten zusammen.

In der Sporthalle Lüttringhausen landete der Torhüter dann durch einen Deal mit Christian Röder, dem Freund von Elli Wappler, und Lars Blicke, dem Stiefbruder seiner Frau. Die beiden Spielmacher des Bezirksligisten halfen Müller beim Tragen einer Couch. Aber nur unter der Bedingung, dass dieser einmal zum Training kommen würde. „Da habe ich wieder Lunte gerochen“, erinnert sich der 33-Jährige, der sich in der „total coolen Truppe“ direkt wohlgefühlt hat.

Und das mit ungewohnter Nummer. „Die 1 hatte ich noch nie“, sagt Kai-Benjamin Müller, der Trikot, Trainingsanzug und Aufwärmshirt von Julian Bäcker übernahm und damit eigentlich gegen sein Prinzip verstieß: „Kein guter Handballtorhüter spielt mit der 1.“ Zur aktuellen Saison wurden nun aber neue Trikots bestellt – und Müller blieb bei der 1. „An die habe ich mich jetzt gewöhnt und bleibe dabei.“

Seine private Nummer 1 stand Zeit ihres Lebens eigentlich auch zwischen den Pfosten. „Seit der C-Jugend“, erzählt Vero Müller. Erst eine Hüftverletzung zwang sie dazu, in dieser Saison ins Feld zu wechseln. Wodurch ihr eine durchaus prekäre Situation erspart geblieben ist. Denn ihr Mann ist mittlerweile auch Torwart-Trainer der Frauen-Mannschaft. „Ich unterstütze da, wo ich gebraucht werde“, sagt Kai-Benjamin Müller, der zudem den Posten des stellvertretenden Männerwarts übernommen hat.

An Projekten mangelt es dem Torhüter-Paar also wahrlich nicht. Das wohl wichtigste soll auch nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. „Natürlich wollen wir Kinder haben“, sagt Vero Müller. Und ihr Mann ergänzt: „Wir müssen doch für LTV-Nachwuchs sorgen.“ Erst einmal heißt es aber, das Chaos im neuen Zuhause in Lüttringhausen zu beseitigen.

Serie

Jeden RGA-Erscheinungstag im Dezember bis Heiligabend stellen wir Sportlerinnen und Sportler vor, die die entsprechende(n) Zahl(en) auf dem Trikot tragen. Der nächste an der Reihe ist ein Handballer der HG Remscheid.

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