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Ein Ninja Warrior als Bezirksligagegner

Gary Hines macht regelmäßig in der RTL-Sendung Ninja Warrior eine gute Figur. Foto: TVNOW/Markus Hertrich
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Gary Hines macht regelmäßig in der RTL-Sendung Ninja Warrior eine gute Figur.
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Handballer Gary Hines (HSV Gräfrath) baut sich in Solingen ein berufliches Standbein auf.

Von Jürgen König

Der Handballsport im Bergischen ist seit kurzem um eine Attraktion reicher. Sein Name: Gary Hines. Er ist 1,80 Meter groß, 84 kg schwer, ein wahres Kraftpaket und Sprungwunder. Wer jetzt meint, der 36-Jährige würde bei einem der führenden Clubs seine Tore werfen, sieht sich getäuscht. Hines trägt das Trikot des Bezirksligisten HSV Solingen-Gräfrath, was bei einem Blick hinter die Kulissen schnell verständlich wird. Den US-Amerikaner und Stefan Bögel, Geschäftsführer der Spielbetriebs-GmbH und Trainer des HSV, verknüpfen enge Bande.

Der Handballer: Über eine abwechslungsreiche Vita verfügt der Rückraum-Rechtshänder. Nach einem Jahr Profi-Handball auf Teneriffa spielte er ab 2010 zunächst in der Bayernliga bei der DJK Waldbüttelbrunn, bevor er kurz darauf zum HSC Bad Neustadt in die 3. Liga wechselte. Von dort ging es zehn Jahre später zum HSV in die Bezirksliga. „Es ist ganz anders, als ich es gewohnt war. Natürlich sind nicht alle auf dem gleichen Level, aber ich will dennoch immer Gas geben“, gibt Hines erste Eindrücke wieder. Zwei souveräne Siege mit 17 Feldtoren des vom Gegner kaum zu blockenden Zugangs standen vor der Zwangspause zu Buche.

„Ich denke, dass wir über deutsches Zweitliga-Niveau verfügen.“
Gary Hines zum Status des Handball-Nationalteams der USA

Der Trainer: Hines kann es sich gut vorstellen, sich in diesem Job einmal zu etablieren. Dafür schuftete er gerade erst beim B-Lizenz-Lehrgang. „Das war anstrengend“, sagt der Neu-Solinger zu den acht Tagen in Essen mit Theorie, Teambuilding und Praxis. Einen Job in dieser Richtung übt er bereits aus – er ist Co-Trainer bei den A-Jugend-Handballern des TSV Bayer Dormagen. Und beim Training des HSV hat er zumeist das Sagen. „Er macht das viel besser als ich“, lobt Bögel den Inhaber mit sehr guter C-Lizenz, der als Schwerpunkt seines Tuns über ein Programm auch bei Bayer Leverkusen gefördert wird, wo er im Nachwuchsbereich Fuß fasst.

Der Nationalspieler: International bestens vernetzt war der auch als Spielerberater arbeitende Bögel schon immer, so einst mit dem Schwerpunkt Weißrussland. Jetzt ist es die USA. In Los Angeles finden die Olympischen Spiele 2028 statt, frühzeitig werden dafür neben dem in den Staaten beliebten Beachhandball Weichen gestellt. „Gary ist das Gesicht dieser Mannschaft“, sagt Stefan Bögel über das Team, das vom frühen schwedischen Klasse-Spieler Robert Hedin trainiert wird.

17 Mal traf Gary Hines bislang. In der Bezirksliga kann ihm kaum einer das Wasser reichen.

Und welches aufgrund des Rankings dank einer „Wild Card“ im Januar sogar an der Weltmeisterschaft teilnehmen darf. „Ich denke, dass wir schon einen guten Satz gemacht haben und über deutsches Zweitliga-Niveau verfügen“, erklärt Gary Hines, der durchaus prominente Handballer an seiner Seite im Nationtrikot weiß. Zum Beispiel James Scott vom BHC-Liga-Rivalen HBW Balingen. Aber auch in Skandinavien sind zukünftige USA-Akteure im Einsatz.

Der Fernsehstar: In der RTL-Show Ninja Warrior Germany ist Gary „Hangtime“ Hines schon in fünf Staffeln dabei gewesen. Zwei Mal hat er das Finale erreicht, ebenso oft war er wie auch im Teamwettbewerb im Halbfinale.

Der Weg dorthin führt von der Bewerbung über das Casting bis eben zur Show selbst, wo der Publikumsliebling regelmäßig seine Fitness unter Beweis stellt und auch jetzt schon wieder sein Halbfinale (Ausstrahlung am 20. November um 20.15 Uhr) erreicht hat. Die Geldprämien sind der Lohn für harte Arbeit, bei der es auf der Jagd durch den Parcours mit seinen Kletterpassagen gleichermaßen auf Koordination und Griffkraft ankommt – Finger und Hände des 36-Jährigen sind entsprechend ausgeprägt.

Bezirksliga

Der HC BSdL, der Wermelskirchener TV II und HSG Rade/Herbeck II sind in der Gruppe 1 Gegner von Hines. Letztgenannte bekamen die Wucht des sprunggewaltigen US-Amerikaners Mitte September zu spüren, als dieser dem Aufsteiger beim 31:26-Sieg acht Treffer einschenkte.

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