Billard

Neunjährige spielen wie die Großen auf

Fokussiert: Kira Weser (l.) und Lya Blaum wissen genau, was sie wollen. Unter anderem am liebsten rund um die Uhr Billard spielen. Fotos: Fabian Herzog
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Fokussiert: Kira Weser (l.) und Lya Blaum wissen genau, was sie wollen. Unter anderem am liebsten rund um die Uhr Billard spielen.
  • Fabian Herzog
    VonFabian Herzog
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Kira Weser und Lya Blaum sind vielversprechende Billard-Talente der Bergischen Pool Union

Das Lächeln bekam er kaum noch aus dem Gesicht. Maximilian Süss saß auf der Tribüne der riesigen Wandelhalle im nordhessischen Bad Wildungen und traute seinen Augen fast nicht. Was den Remscheider Gastronom und Event-Tausendsassa, der nebenbei eben auch noch Mitbegründer und Trainer des Billard-Vereins Bergische Pool Union ist, so begeisterte? Der Auftritt zweier Neunjähriger bei der Deutschen Jugend-Meisterschaft vor wenigen Tagen. Kira Weser und Lya Blaum trumpften bei ihrer Premiere auf nationaler Ebene groß auf und spielten in der weiblichen U15 derart klasse mit, dass man meinen konnte, das gehöre für sie schon zur Routine. „Ich war so stolz“, erzählt Süss.

Mit diesem Gefühl war er alles andere als allein. Auch Diana Mucha, Betreuerin des Landesverbandes Mittelrhein, schwärmt von der DM-Premiere der beiden jungen Remscheiderinnen: „Die haben das super gemacht und sind total souverän aufgetreten.“ Dabei gibt Kira Weser zu: „Ich war schon sehr aufgeregt. Weil es da so groß war und so viele Tische aufgebaut waren.“ In ihren Spielen ließ sich die Neunjährige das aber nur zu Beginn anmerken. Doch von Stoß zu Stoß wurde sie sicherer und erkämpfte sich zum Schluss sogar die Silbermedaille. „Die hängt jetzt in meinem Zimmer“, erzählt sie mit einem breiten Grinsen.

„Früher habe ich geturnt. Aber Billard macht mir viel mehr Spaß.“

Kira Weser, DM-Dritte der U15

Zum Billard ist sie durch ihre beste Freundin Lya gekommen, deren Sportbegeisterung wiederum quasi vorprogrammiert gewesen ist. „Sie hat die in die Wiege gelegt bekommen“, erzählt Mama Katharina Blaum, die zusammen mit ihrem Mann Mathias ebenfalls zu den Gründungsmitgliedern der Bergischen Pool Union gehört. Beide haben auch schon anderen Sport probiert. „Früher habe ich geturnt“, erzählt Kira. „Aber Billard macht mir viel mehr Spaß.“ Lya Blaum hat eine Zeit lang getanzt, sich aber dann auch für Queue, Kreide und Kugeln entschieden. „Jetzt reite ich aber auch noch“, erzählt die Neunjährige.

Diana Mucha und Maximilian Süss mit Liam Krzywinski, einem weiteren Talent der Bergischen Pool Union.

In der Schule und im Freundeskreis gebe es aber schon auch mal neugieriges Staunen. „Die meisten fragen, was Billard überhaupt ist“, sagt Kira Weser, die in die vierte Klasse der GGS Kremenholl geht. Ihre Freundin seit dem Babyalter, die die GGS Siepen besucht, ergänzt: „Eine meiner Klassenkameradinnen möchte, dass ich ihr zeige, wie es geht.“

Sie selbst lernen von Max Süss, der mit 16 angefangen und mehrfach bei der Deutschen Meisterschaft gespielt hat. „Billard ist eine der schwierigsten Sportarten, die es gibt. Echt herausfordernd“, sagt der Inhaber des Rack´n Roll auf der Daniel-Schürmann-Straße in der Remscheider Innenstadt, der dieses nicht nur als Trainingszentrum der Bergischen Pool Union bezeichnet, sondern scherzhaft auch als den „Nabel der Remscheider Billard-Welt“.

Dort hat Lya Blaum schon vor drei Jahren angefangen und ihrer Schwester Amy nachgeeifert. Die heute 13-Jährige, die auch schon bei der Deutschen Jugend-Meisterschaft ihr Können unter Beweis stellen durfte, spielt mittlerweile kein Billard mehr, sondern tanzt. Beinahe wäre dennoch ein weiteres Talent des Remscheider Vereins in Bad Wildungen dabei gewesen, aber Liam Krzywinski (10) verpasste die Qualifikation über die Landesmeisterschaft ganz knapp. „Man muss dazu sagen: Die Konkurrenz bei den Jungs ist auch größer“, erzählt Diana Mucha. „Liam schafft es dann nächstes Jahr.“

Gut möglich also, dass aus dem DM-Duo der Bergischen Pool Union dann ein Trio wird. Denn zufrieden geben sich die beiden diesjährigen Teilnehmerinnen mit ihrem Erreichten noch lange nicht. „Wir möchten mal Deutsche Meisterinnen werden“, sagen die beiden Neunjährigen. Dies gelang Tina Gulic aus Dachau diesmal in allen drei Disziplinen (8-Ball, 9-Ball und 10-Ball). „Die ist fast so gut wie Max“, sagt Lya und schaut Süss an. Der muss lächeln. Beinahe so wie auf der Tribüne in Bad Wildungen.

Verein

Gründung: Die Bergische Pool Union existiert seit 2007. Aktuell gehören ihr 35 Mitglieder an, darunter die „drei aufstrebenden Talente“, wie Max Süss den Nachwuchs nennt.

Training: Immer donnerstags, bewusst schon um 15.30 Uhr, um den Sport vom Kneipenbetrieb strikt zu trennen, wird im Rack´n Roll trainiert. „Jeder unter 18 Jahren ist willkommen“, sagt Süss. Kontaktaufnahme zuvor über die Homepage:

www.bergischepoolunion.de

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