Interview der Woche

Neuling tritt mit DM-Bronze wieder ab

Andreas Zimmermann hatte in Hennef gut lachen. Der Remscheider sicherte sich die Bronze-Medaille.
+
Andreas Zimmermann hatte in Hennef gut lachen. Der Remscheider sicherte sich die Bronze-Medaille.
  • Fabian Herzog
    VonFabian Herzog
    schließen

Der Remscheider Andreas Zimmermann hat im Crossminton mit einem Kölner Team überrascht.

Herzlichen Glückwunsch! Vor wenigen Tagen haben Sie die Bronze-Medaille bei den Deutschen Mannschafts-Meisterschaften im Crossminton gewonnen. Erzählen Sie doch mal, wie es dazu kam.

Andreas Zimmermann: Danke, danke. Also ich spiele ja Crossminton schon seit 2019 beim Kölner Speed-Badminton-Verein (KSBV) und habe mit diesem in dieser Saison erstmals auch am Spielbetrieb in der Bundesliga teilgenommen. Als Zweiter der West-Staffel hatten wir uns für die Play-offs gegen den Dritten aus dem Norden qualifiziert und diesen, das war eine Mannschaft aus Hamburg, geschlagen. Dadurch waren wir beim Finalturnier in Hennef dabei, wo wir überraschend auf Platz drei gelandet sind.

Wie viele Spielklassen gibt es im Crossminton? Und wie lief die Endrunde genau ab?

Zimmermann: Tatsächlich gibt es nur diese eine Klasse. Dadurch kann ich voller Stolz sagen, dass ich in der Bundesliga spiele (lacht). Eigentlich hatten sich acht Mannschaften für das Turnier qualifiziert. Also die vier Ersten in Norden, Osten, Süden und Westen sowie die vier Play-off-Sieger der jeweils Zweiten und Dritten. Wegen Corona mussten aber zwei Teams absagen, weshalb dann sechs Mannschaften im Modus Jeder gegen Jeden antraten. Von den fünf Spielen haben wir drei gewonnen und nur gegen den Serien-Meister Hennef sowie den Vize aus München verloren.

Waren die Top-Leute denn deutlich stärker als Sie?

Zimmermann: Man sieht da natürlich schon den Unterschied. Das wäre ja auch traurig, wenn das nicht so wäre. Schließlich bin ich vor drei Jahren vom Badminton da reingestolpert.

Was genau ist denn dieses Crossminton?

Zimmermann: Im Prinzip ist das eine Mischung aus Tennis, Badminton und Squash. Gespielt mit einem Squash-ähnlichen Schläger und einem Badminton-ähnlichen Plastikball auf zwei Feldern mit einer Größe von 5,5 mal 5,5 Metern, die 12,8 Meter voneinander entfernt sind. Ziel ist es dabei, den Ball im gegnerischen Feld zu platzieren, was jeweils einen Punkt gibt. Wer zuerst 16 hat, gewinnt einen Satz. Wer zuerst zwei Sätze gewinnt, ist der Sieger.

Und was macht den Reiz für Sie aus?

Zimmermann: Das Spiel ist sehr laufintensiv. Das find ich schön. Außerdem ist es taktisch geprägt. Du brauchst Geschwindigkeit, Kraft – eigentlich von allem etwas.

Macht also mehr Spaß?

Zimmermann: Nein, mir macht Badminton mehr Spaß. Ich überlege auch, wieder zu wechseln. Also quasi auf dem Höhepunkt meiner Crossminton-Karriere aufzuhören (lacht). Man muss halt auch wissen, welchen Platz man in der Nahrungskette hat. Ich bin jetzt 57, und die Jungspunde rennen dich in Grund und Boden. Außerdem werde ich wahrscheinlich nicht mehr die riesen Sprünge machen. Das war mal ein schöner Ausflug, ich kann mir aber vorstellen, mich jetzt wieder in Richtung Badminton zu orientieren.

Bedeutet das, die Situation in Remscheid, wo der Badmintonsport in den letzten Jahren kaum noch existent war, hat sich verbessert?

Zimmermann: Leider nein. Wir kriegen beim Remscheider TV immer noch keine Mannschaft zusammen. Das ist echt traurig. Weil in Remscheid ja mal 1. und 2. Bundesliga gespielt wurde. Aber immerhin trainieren wir weiter montags in der Halle an der Theodor-Körner-Straße, sind aber mehr so Hobbyspieler. Eine Mannschaft können wir jedoch auch in der neuen Saison nicht melden. Deshalb werde ich mir voraussichtlich etwas in Solingen oder eher Wuppertal suchen.

Woran liegt das denn? In Nachbarstädten boomt der Sport beinahe.

Zimmermann: Da kommt einiges zusammen. Viele sind abgewandert, weil sie keine Perspektive mehr gesehen haben. Zwar kommen immer mal Jugendspieler zum Training, bleiben aber nicht dabei. Und wenn du dann keinen hast, der dagegen steuert, hast du ein Problem. Dazu kam in den letzten anderthalb, zwei Jahren die Schwierigkeit mit den Hallen.

Was meinen Sie genau?

Zimmermann: Erst wurde die Halle West als Impfzentrum genutzt, dann unsere Ausweich-Halle Hölterfeld als Flüchtlingslager. Jetzt soll Reinshagen renoviert werden, aber das dauert ja auch alles.

Letzte Frage: Und was macht Ihre Darts-Karriere? Mit den RTV-Kollegen waren Sie das letzte Team, das es vor Corona mit der RGA-Sportredaktion im traditionellen Spaßduell aufgenommen hat.

Zimmermann (lacht): Also bis zum Ally Pally habe ich es leider nicht geschafft. Nicht einmal vor die Eingangstür. Aber ab und zu spiele ich noch mit meiner Frau, die aber da ja besser ist als ich.

Zur Person

Andreas Zimmermann wurde am 14. Mai 1965 in Berlin geboren. Der Liebe wegen zog es ihn vor knapp 25 Jahren nach Remscheid, mit Ehefrau Else Strack lebt er am Hasten und hat zwei Kinder: Fiona (22) und Joshua Samuel (24) studieren beide in Münster. Letztgenannter strebt in die Politik. Zimmermann selbst ist gelernter Konditormeister, hat dann ein BWL-Studium abgeschlossen und arbeitet seit 25 Jahren bei der Firma Lego im Außendienst.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Die Frage lautet: Ist das eher Witz oder Skandal?
Die Frage lautet: Ist das eher Witz oder Skandal?
Die Frage lautet: Ist das eher Witz oder Skandal?
WSV empfängt am Samstag Erstligist VfL Bochum
WSV empfängt am Samstag Erstligist VfL Bochum
WSV empfängt am Samstag Erstligist VfL Bochum
Berlin ist für Quintett eine Reise wert
Berlin ist für Quintett eine Reise wert
Berlin ist für Quintett eine Reise wert
Meier: „Es passte alles!“
Meier: „Es passte alles!“
Meier: „Es passte alles!“

Kommentare