Football

Müller: „Wir freuen uns schon wie Bolle“

Gnadenlos: Im Trainingscamp in Reinshagen wurden die Spieler des AFC Remscheid Amboss von ihrem Trainerteam so richtig gefordert. Foto: Andreas Dach
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Gnadenlos: Im Trainingscamp in Reinshagen wurden die Spieler des AFC Remscheid Amboss von ihrem Trainerteam so richtig gefordert.
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Der Football-Oberligist fiebert dem Neu-Start entgegen und überlässt in der Vorbereitung nichts dem Zufall.

Von Andreas Dach

Guter Dinge vor dem Start in die neue Saison: Headcoach Carsten Weber (l.) und der Amboss-Vorsitzende Christian Müller.

Es ist ein heißer Nachmittag. Die Sonne knallt erbarmungslos auf das Trainingsgelände auf dem Nebenplatz des Stadions Reinshagen. Der Amboss-Vorsitzende Christian Müller hat sich in den Schatten verzogen, versorgt dort den Oberschenkel von Robin Ross. Der aus der U19 des AFC Remscheid Amboss aufgerückte American Footballer hat sich im Trainingslager eine Verletzung zugezogen. „Ich bin im Boden hängengeblieben“, sagt der Nachwuchsmann. „Aber morgen bin ich wieder dabei.“ Wer ihn gehen sieht, kann sich das kaum vorstellen.

Hauptsache, er ist bis zum 21. August wieder fit. Dann beginnt für den Amboss die neue Saison mit einem Heimspiel gegen die Aachen Vampirs. „Wir freuen uns wie Bolle darauf“, verkündet Christian Müller. Man kann ihn verstehen. Und man kann alle verstehen, die sich zwei Tage lang im Trainingscamp quälen. Die Lust aufs Footballspielen ist riesengroß. Das letzte offizielle Spiel unter Wettkampfcharakter haben die Remscheider im September 2019 ausgetragen. Seitdem ruht der See. Und zwar ganz, ganz still.

Umso glücklicher ist die stark verjüngte Mannschaft, dass endlich wieder trainiert werden kann. Da können die Einheiten noch hart sein. Dass gerade nicht alle an Bord sind, hat nicht nur etwas mit Ross zu tun. Das Hochwasser in vielen Teilen Nordrhein-Westfalens hat auch Einfluss auf die Abläufe beim AFC. „Einige Spieler sind Feuerwehrleute oder arbeiten beim Technischen Hilfswerk“, erklärt Headcoach Carsten Weber ihre berufsbedingte Abwesenheit. Oder sind sogar selbst betroffen. Wie im Falle von Lennart Straube, der seine Eltern in Hagen unterstützt. „Da ist es doch klar, dass wir da nicht fordern, dass diese Jungs zum Training kommen“, findet Christian Müller.

Dafür geben die anderen umso mehr Gas. „Ich muss etwas tun“, sagt Patrick Suchy. Er ist Handballer, Fußball-Schiedsrichter und eben Footballer. Allen Aufgaben will er gerecht werden. Die Einheiten sind abwechslungsreich, vielfältig. Es werden Spielsituationen nachgestellt, und sogenannte Special-Teams üben Abläufe ein. Weiter. Immer weiter. Zwischendurch gibt es kurze Trinkpausen. Das gilt auch für den Videomann.

„Unser erster Auftritt wird ein Blinde-Kuh-Spiel!“

Carsten Weber, Headcoach

Die Abläufe werden aufgezeichnet, analysiert und den Spielern zur Verfügung gestellt. Mehr geht im Hinblick auf die neue Saison nicht, die laut Müller „eine Wundertüte“ wird. Der Kader hat sich nicht nur beim AFC, der vermehrt auf die eigene Jugend setzt und keine Auslandsimporte mehr plant, erheblich verändert. Das sieht bei den meisten Konkurrenten nicht anders aus. So mutmaßt Cheftrainer Carsten Weber, beim Amboss seit Jahresmitte 2019 im Amt: „Unser erster Auftritt gegen Aachen wird am 21. August ein Blinde-Kuh-Spiel.“

Grund: Aktuelles Videomaterial liegt nicht vor. Wie auch? Testspiele gibt es vor dem Start nicht oder kaum. „Dafür wäre der organisatorische Aufwand zu groß“, begründet Müller. Es reicht schon, die Partie gegen die Domstädter akribisch vorzubereiten. Aus sportlicher Sicht sowieso. Aber auch das Drumherum muss angesichts der noch nicht beendeten Pandemie genau geplant sein. Maximal 500 Fans sind dann im Stadion Reinshagen zugelassen. Die Tickets müssen im Vorverkauf über „Remscheid live“ im Internet erworben werden. Sie sind dann personalisiert und werden an der Kasse plus Personalausweis vorgezeigt. „Dazu werden die Sitzplätze zugeordnet“, berichtet Müller, der seinen Ordnungsdienst um rund zehn Personen aufstocken muss.

Der Freude auf den Start in eine kurze Saison – es wird nur eine einfache Runde gespielt – tun all diese Einschränkungen nichts an. Dreimal treten die Ambosse daheim an: Außer gegen Aachen ist das noch gegen Wuppertal (4.9.) und Siegen (25.9.) der Fall. Auswärts muss man zweimal gegen Teams aus Münster und einmal gegen eins aus Köln ran. „Das alles würden wir gerne mit einer ausgeglichenen Bilanz hinter uns bringen“, wünscht sich Weber. Das hätte zur Folge, dass man nicht absteigen würde. Ein Lebenszeichen. Und mehr. Fans, Sponsoren, Verantwortliche, Spieler – sie alle würde das freuen. Weil sich das Warten auf die Rückkehr in den Spielbetrieb gelohnt hätte. Dafür beißt man auch schon einmal auf die Zähne. Wie Robin Ross, der unbedingt bald wieder mittrainieren möchte. Wenn auch vielleicht nicht am Tag danach. Am 7. August gibt es ja auch noch einen Camp-Tag . . . Marcel Dorndorf, der dem Trainerteam angehört, sagt: „Football ist eine Sucht.“

Ach, ja: Eine Info ist Christian Müller noch wichtig. Jugendliche – gerade aus dem Bereich der Jahrgänge 2002 bis 2007 – sind beim Amboss noch herzlich willkommen.

Trainingsbesuch

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