Ausdauersport

Mountainbiker planen, Läufer pausieren

Ein Blick ins Fotobuch, welches sich die Bergischen Jungs nach ihrer Alpencross-Tour im Sommer angefertigt haben. Foto: Andreas Dach
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Ein Blick ins Fotobuch, welches sich die Bergischen Jungs nach ihrer Alpencross-Tour im Sommer angefertigt haben.
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Ausdauersportler reagieren auf die aktuelle Corona-Situation – Ohne den Glauben an Besserung geht nichts.

Von Andreas Dach

Manchmal, wenn er abends gemütlich bei sich zu Hause auf der Couch sitzt, schnappt er sich das Fotobuch und schwelgt in Erinnerungen. „Das kommt häufiger vor“, sagt Dieter Kopp. Er kennt jedes Bild und jede Textzeile mittlerweile in- und auswendig. Langweilig wird es ihm trotzdem nicht, sich mit dem auseinanderzusetzen, was er und seine Kumpels niemals mehr vergessen werden.

Im Sommer hatten Kopp und seine Mitstreiter ihre Mountainbike-Jubiläumstour hinter sich gebracht, hatten zu acht (inklusive eines Guides) die Alpen überquert. Die „Bergischen Jungs“, wie sie sich nennen, wollten sich zum Jubiläum – er war ihre 25. Tour – etwas gönnen. Das gelang.

„Wir planen für 2021 eine Tour ins Riesengebirge!“
Carsten Hausmann, Mountainbiker der Bergischen Jungs

Inzwischen ist ein knappes halbes Jahr vergangenen. Und Carsten Hausmann, Jürgen Kuhlmann, Thomas Merten, Thomas Schad, Torsten Meißner und eben Dieter Kopp schauen schon wieder voraus. Trotz des Virus, der die Menschheit über weite Teile des Jahres und voraussichtlich auch noch eine ganz Zeit weiter im Würgegriff gehalten hat und hält. „Wir planen für 2021 eine Tour ins Riesengebirge“, schildert Hausmann die Pläne der begeisterten Radsportler. Eine Woche vor den Schulferien will man in die Sattel steigen und dann täglich sternförmig von einem festen Punkt aus Touren machen.

„Wir möchten etwas haben, auf das wir uns freuen können“, sind sich Hausmann und Kopp einig. In der Hoffnung, dass bis dahin wieder ein Stück mehr (sportliche) Normalität eingekehrt ist. Und wenn es nicht möglich ist, die 26. Tour zu fahren? „Dann greifen wir ein Jahr später wieder an.“ Zur Not hat man ja noch das Fotobuch, das an die wunderbare Tour aus dem Sommer 2020 erinnert. Man hat es alleine für die Teilnehmer dieser Jubiläumsfahrt angefertigt.

Vielleicht noch ein Stück unplanbarer ist die Idee, Ende März in kleinerer Runde zum Radtraining nach Mallorca aufbrechen zu wollen. Gebucht wurde die Reise nach Alcudia schon, kann aber kostenfrei noch bis 14 Tage zuvor gecancelt werden. „Wir gehen doch kein Risiko ein“, sagen Hausmann und Kopp. Sie wollen sich halt auf etwas freuen.

Gefreut hatten sich auch viele Läuferinnen und Läufer über das Angebot, im Wermelskirchener Dönges-Eifgen-Stadion unter Flutlicht laufen zu können. An zwei Tagen die Woche (dienstags und donnerstags zwischen 17 und 20 Uhr) wurde das Flutlicht angeschaltet. Quasi als Versuchsballon unter strengen Hygienevorschriften. Beim Betreten der Anlage musste so lange ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, bis man mit dem Laufen auf der Bahn begann. Der SV 09/35 Wermelskirchen als Verein, der dieses Sportangebot initiiert hatte, stand zudem in der Pflicht zur Dokumentation aller Teilnehmer. Bedeutete: Im Eingangsbereich mussten sich alle eintragen.

Mit Beginn des verschärften Lockdowns nun wird das Stadion vorerst dichtgemacht. Auch für die Läuferinnen und Läufer, welche das Angebot nach Angaben von 09/35 sehr gut angenommen hatten. „Die Sportler hatten die Möglichkeit, dem Alltag ein Stück weit zu entfliehen“, sagt Fußball-Abteilungsleiter und Hygienebeauftragter Karl-Heinz Fleischer. Auffällig sei gewesen, dass auch viele Nicht-Mitglieder die Möglichkeit des Laufens dankbar wahrgenommen hätten. Zudem seien viele Frauen ins Eifgen gekommen, die ein subjektives Sicherheitsgefühl durch Licht und Anwesenheit von Vereinspersonal verspürt hätten.

Deshalb versucht der SV 09/35, nach dem 10. Januar mit seiner guten Initiative noch einmal nachzulegen. In der Hoffnung, dass die Coronazahlen bis dahin zurückgehen.

Absagen

Der Nikolauslauf von allways3 musste am 6.12. coronabedingt abgesagt werden, soll nun als „Nikolauslauf verkehrt“ am 12.6. nachgeholt werden. Man hat die Zahlen gedreht. Kein Nachholtermin ist für den Silvesterlauf vorgesehen, der am 31. Dezember der aktuellen Virus-Situation zum Opfer fällt. Die Ausrichter haben damit keine guten Erfahrungen gemacht.

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