Im Gespräch

Mitgliederzahlen steigen trotz Pandemie

Trotz des für Sportvereine schwierigen Jahres 2020 hat Erich Buchholz vom Golfclub Dreibäumen gut Lachen. Das durchdachte Krisenmanagement des Vereins sorgt für positive Zahlen. Foto: Walter Döllinger
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Trotz des für Sportvereine schwierigen Jahres 2020 hat Erich Buchholz vom Golfclub Dreibäumen gut Lachen. Das durchdachte Krisenmanagement des Vereins sorgt für positive Zahlen.
  • Andreas Dach
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Manager Erich Buchholz vom GC Dreibäumen spricht über die Erfahrungen des Golfclubs in der Coronakrise.

Von Andreas Dach 

Man spricht über die Probleme beim Fußball, Handball und Tennis. Um nur drei Beispiele zu nennen. Wie sehr Corona dem Golfsport zusetzt, wird eher seltener thematisiert. Sagen Sie uns es doch bitte.

Erich Buchholz: Während des ersten Lockdowns war die Anlage eine Zeit lang komplett geschlossen. Für uns war das ein bisschen unverständlich, weil Golfer ja in der Natur und überwiegend alleine unterwegs sind. Aber wir wollten uns natürlich auch nicht um eine Ausnahmegenehmigung bemühen und haben uns daran gehalten. Im Mai durften wir die Anlage wieder öffnen, begleitend mit den entsprechenden Maßnahmen. Wie Einbahnstraßensystem, Hygienespendern und anderem.

Konnten im Sommer Turniere stattfinden?

Buchholz: Ja und nein. Wir konnten einige Turniere spielen. Ich denke da beispielsweise an die Clubmeisterschaften und andere interne Wettspiele. Was nicht möglich war, waren Sponsorenturniere. TUI, Porsche, Lions – wenn sich solche Partner engagieren, wollen sie auch über das reine Golfspielen hinaus präsent sein. Mit Abendveranstaltungen und Zusammensein vieler Sportler in gemütlichem Rahmen. Das war halt coronabedingt nicht möglich.

Wie ist der Status quo beim Golfclub Dreibäumen? Was geht, was geht nicht?

Buchholz: Unsere Restauration hat komplett geschlossen, der Spielbetrieb läuft. Die Spieler sind in Zweier-Flights auf der Anlage unterwegs und müssen sich vorher online ihre Startzeiten sichern. So haben wir die genaue Kontrolle darüber, wer sich auf dem Platz befindet und können den Vorgaben entsprechen. Wir haben ja eine Registrierungs- und Hygienepflicht, an welche wir uns genau halten. Und der Abstand zwischen zwei Golfern ist auch unabhängig von diesem Virus immer groß genug.

Hat es als Folge der Pandemie vermehrte Abmeldungen gegeben, weil es ein paar Einschränkungen und im Frühjahr auch eine Komplettschließung gegeben hat?

Buchholz: Das Gegenteil ist der Fall. Golf ist gut für das Immunsystem und findet an der frischen Luft statt. Wir hatten wegen Corona nicht eine einzige Kündigung und werden unsere Mitgliederzahl am Jahresende zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 1. Januar 2021 sogar um 20 Personen erhöht haben.

Erstaunlich. Haben Sie eine Erklärung parat, woran das liegen könnte?

Buchholz: Es hat sicher etwas mit unserer für viele Golfclubs außergewöhnlichen Jugendarbeit zu tun, die uns Mitglied und Mäzen Richard Otto Bremicker durch sein großzügiges Sponsoring ermöglicht hat. Zudem erkennen immer mehr Leute, was man am Golf hat. Gerade in diesem schwierigen Jahr 2020, als viele Urlaube nicht stattfinden konnten, wollten die Menschen Sport treiben. Am liebsten an der frischen Luft.

Wobei es schon immer noch Vorurteile gibt, welche den Golfsport betreffen. Begriffe wie elitär und abgehoben machen zum Teil noch bei Außenstehenden die Runde.

Buchholz: Ich kann sicherlich bestätigen, dass es solche Einschätzungen leider noch gibt. Aber es werden weniger, die so denken. Wir in Dreibäumen sehen uns als Familienclub, der Sport für Jung und Alt anbietet. Wer einmal hier war, kann und wird das auch so empfinden. Die Leute wollen Turniere spielen, sich treffen, sich austauschen und Zeit miteinander verbringen. Man muss den Mitgliedern halt etwas bieten.

Was der GC Dreibäumen ja auch macht. Bestes Beispiel: GolfHochZehn. Sagen Sie doch mal, wie sich dieser Verbund bewährt hat.

Buchholz: Es handelt sich um eine Kooperation zwischen mehreren Vereinen, an der wir seit 2012 beteiligt sind. Sie ermöglicht es unseren Mitgliedern, auch kostenfrei auf Anlagen von diesen Partnern zu spielen. Das wird gerne wahrgenommen. Umgekehrt ist es genauso. Ratingen, Velbert, Kierspe, Gevelsberg – man kommt rum, hat Spaß und lernt neue Plätze und Leute kennen.

Werfen Sie bitte einen Blick voraus.

Buchholz: Wir hoffen sehr, dass im neuen Jahr wieder der Meisterschaftsspielbetrieb starten kann. 85 Aktive unserer knapp 800 Mitglieder sind dafür in 14 Mannschaften gemeldet. Am 17. April soll es losgehen, von der Jugend bis zur Altersklasse 65. Das haben wir in diesem Jahr schon sehr vermisst. Zudem hoffen wir, dass die Kooperation mit dem Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium, die unser Jugendwart Dr. Martin Ulatowski auf den Weg gebracht hat, im neuen Jahr endlich mit Leben erfüllt werden kann. In 2020 hatte Corona die Golf-AGs der Schulklassen leider unmöglich gemacht. Ja, und dann ist da unser jährlicher Tag der offenen Tür im Mai.

Im Jahr 2022 feiert der Club sein 25-jähriges Bestehen.

Buchholz: Es wäre schön, wenn bis dahin wieder Normalität eingekehrt wäre und wir dieses Datum entsprechend zelebrieren könnten.

Persönlich

Erich Buchholz wurde am 7. Mai 1967 geboren, ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Der Industriekaufmann gehört zu den Gründungsmitgliedern des Golfclubs Dreibäumen (1997) und spielt dort seitdem . Im Jahr 2016 hat er sich erstmals im Vorstand des Vereins engagiert – als sogenannter Spielführer. Seit 2018 ist dort er Vizepräsident und Clubmanager.

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