Analyse

Mit viel Elan in die künftigen Aufgaben

Gianluca Röttgen, Mohammed Bahaddou, Martin Bur am Orde (FVN), Himmet Ertürk, Dennis Alles, Marcel Schuh und Marvin Szlapa (v.l.). Foto: Sören Kronfeld
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Gianluca Röttgen, Mohammed Bahaddou, Martin Bur am Orde (FVN), Himmet Ertürk, Dennis Alles, Marcel Schuh und Marvin Szlapa (v.l.).
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Das kann man von dem künftigen Kreisschiedsrichter-Ausschuss erwarten

Von Andreas Dach

Irgendwann ändern sich Dinge. Es kann nicht immer alles bleiben, wie es ist. Insofern: Viel Glück und Erfolg den (jüngeren) Schiedsrichtern, die fortan im Fußballkreis Remscheid das Sagen haben werden und Verantwortung übernehmen. Und Dank an die ausgeschiedenen Dirk Spiegelhauer und Sebastian Stein für ihre jahrzehntelange Arbeit. So weit, so gut? Nicht unbedingt. Nach dem Kreisschiedsrichtertag am Freitagabend lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen.

War es absehbar, dass Dirk Spiegelhauer als KSO und Sebastian Stein als Lehrwart nicht wieder zur Wahl antreten würden?

Nein. Diese Entscheidung ist offenbar erst relativ kurzfristig gereift. Letztlich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch zuvor, als Spiegelhauer erfuhr, dass Himmet Ertürk bei der Wahl zum Schiedsrichter-Obmann gegen ihn antreten wollen würde. Mit einem jungen Team dahinter. Ursprünglich soll auch Dennis Alles (ehemals Staniol) mit dem Gedanken gespielt haben, die Verantwortung zu übernehmen. Letztlich hat sich die Bewegung auf Ertürk geeinigt.

Warum hat sich Spiegelhauer nicht trotzdem der Wahl gestellt?

Er hatte bereits in der Vergangenheit immer angekündigt, dass er sich zurückziehen werde, sollte es einen Gegenkandidaten geben. Von solch einer kurzfristigen Entwicklung konnte er allerdings nicht ausgehen. Insofern kann man sich vorstellen, dass er tief getroffen und keinesfalls amüsiert war, als er plötzlich damit konfrontiert wurde.

Inwiefern könnte die Causa Tarantino die Abläufe beeinflusst haben?

Die Entlassung des vormaligen Jung-Schiedsrichter-Referenten Vincenzo Tarantino aus seinem Funktionärs- und Schiri-Amt hat in den zurückliegenden Wochen viel Staub aufgewirbelt. Hat für Gerüchte, Spekulationen und Unruhe gesorgt. Zumal die Hintergründe in der Öffentlichkeit unter der Decke gehalten wurden und werden. Was nachvollziehbar ist. Wirklich schlau hat sich der Ausschuss in diesem Fall und in der Analyse der Abläufe aber nicht angestellt. Zumal ein Schreiben von Tarantino an alle Schiedsrichter mittlerweile bei einigen für eine veränderte Sicht der Dinge sorgt. Der Schiri-Verband in Duisburg hat die Remscheider Entscheidung zwar kürzlich bestätigt, ausgestanden ist der Fall aber noch längst nicht. Tarantino ist in neuerlichen Widerspruch gegangen, möchte weiter pfeifen. Man wirft Spiegelhauer intern vor, (in diesem Fall) nicht unbedingt als sogenannter Teamplayer vorangegangen zu sein, zum Teil eigenmächtige Entscheidungen getroffen zu haben.

Und was ist mit Sebastian Stein?

Der Lehrwart hat die Sitzung am Freitagabend bereits vorzeitig konsequent verlassen. Unmittelbar nachdem er angekündigt hatte, nicht mehr antreten zu wollen. Und nicht ohne einigen wenigen der Anwesenden „Arroganz und Überheblichkeit“ vorzuwerfen. Spiegelhauer blieb hingegen bis zum Ende, richtete zum Teil sehr emotionale Worte an die Versammlung. Beide – Stein und Spiegelhauer – waren den Tränen nahe.

Wie geht es jetzt weiter?

Am 4. April muss der Vorschlag der neuen Zusammensetzung des Schiriausschusses beim Kreistag von den Vereinen offiziell bestätigt werden. Wahrscheinlich nur eine Formsache.

Was passiert danach?

Die neue Formation wird sich mit Feuereifer in die Arbeit stürzen und einige alte Zöpfe abschneiden. Man will Dinge gestalten und zukunftsträchtige Visionen umsetzen. Wie es oft passiert, wenn engagierte und motivierte Leute nachrücken. Aber die Verantwortlichen werden auch schnell merken, dass die Arbeit kein Zuckerschlecken ist. Der Alltag wird flott Einzug halten. Mit fehlenden Schiedsrichtern, die es zurzeit immer schwieriger machen, Spiele zu besetzen, wie man es gerade erst in der Kreisliga B erlebt (hat). Und der Fall Tarantino – in dem Zusammenhang hat sich Patrick Busch aus der Schiedsrichterei zurückgezogen oder musste es tun – ist auch noch nicht ausgestanden. Man darf sehr gespannt sein.

Werden Spiegelhauer und Stein dem Schiedsrichterwesen jetzt komplett den Rücken kehren?

Davon sollte man ausgehen. Die langen Jahre des Ehrenamts haben bei allem Spaß auch viel Kraft gekostet. Sie werden sich auf ihr Privatleben konzentrieren, auch wenn sie sich einen anderen Abgang gewünscht hätten. Das Kapitel ist erledigt. Motto: So ist das Leben. Da muss man durch.

Rubrik

Immer dienstags greifen wir spezielle Themen auf und haken nach. Gibt es Fragen, welche unbeantwortet geblieben sind? Oder Dinge, die eingeordnet werden müssen? Dem nehmen wir uns an. In der aktuellen Analyse in dieser Woche geht es um den Wechsel an der Spitze der Remscheider Schiedsrichter-Vereinigung.

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