Hobby

Mit Eisbad raus aus der Komfortzone

Julia Seimetz (l.) und Katja Lena Otto beim Eisbaden an der Wipperaue.
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Julia Seimetz (l.) und Katja Lena Otto beim Eisbaden an der Wipperaue.
  • Fabian Herzog
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Die frühere Panther-Handballerin Katja Lena Otto hat ein neues Hobby für sich entdeckt.

Von Fabian Herzog

Bergisches Land. Für viele Menschen haben die Temperaturen der vergangenen Monate dazu eingeladen, es sich zu Hause gemütlich zu machen, (wenn vorhanden) die Vorzüge eines Kamins zu genießen oder sich alternativ unter einer dicken Wolldecke zu wärmen. Und das alles in der Hoffnung, möglichst bald die dunklen und vor allem kalten Monate hinter sich zu lassen. Katja Lena Otto gehörte dieser Fraktion nicht an. Im Gegenteil: Die Handballerin bedauert es fast ein wenig, bald erst einmal wieder nicht mehr ihrer neuen Leidenschaft nachgehen zu können. Die 38-Jährige hat das Eisbaden für sich entdeckt. „Das ist immer wieder so eine Herausforderung gegen sich selbst und die perfekte Gelegenheit, die eigenen Grenzen auszutesten und die Komfortzone zu verlassen.“

Idylle pur! Katja Lena Otto sagt: „Wenn die Sonne dann auch noch scheint, ist es besonders schön.“

Angefangen hat alles vor rund zweieinhalb Jahren. Als der zweite Corona-Lockdown für Stillstand auf vielen Ebenen sorgte, machte sich auch bei Otto und ihrer ähnlich sportverrückten „Lieblingskollegin“ im Sportpark Landwehr, Julia Seimetz, der Frust breit. „Damals gab es ja nicht so viel, was man machen konnte“, erinnert sie sich. Auf die Idee des Eisbadens war Seimetz gekommen, die sich als Sportwissenschaftlerin schon intensiver mit dem Thema Kälte und möglichen Therapieformen auseinandergesetzt hatte. Also wagten die beiden an der Wipperaue den Sprung ins kalte (Wupper-)Wasser – wobei logischerweise beim Einstieg eher ein gemächliches Tempo angesagt war.

Aus dem ersten Versuch wurde ruckzuck ein Intervall von einmal pro Woche, weil beide Gefallen an der Herausforderung fanden. Otto: „Anfangs bin ich vorher noch eine Runde joggen gegangen, weil ich das besser aushalten konnte, wenn der Körper schon auf Temperatur war.“ Mit der Zeit begeisterten die Solingerinnen auch einige Freunde fürs Eisbaden, eigneten sich immer mehr Fachwissen an und entwickelten ausgefeilte Strategien, um das eisige Wasser (im Extremfall nur zwei bis drei Grad) besser aushalten zu können. So gehören Neopren-Schuhe und -Handschuhe zur Standardbekleidung. Oft, wenn´s besonders kalt ist, wird auch eine Mütze getragen. Ansonsten aber nur ein Bikini. „Es ist auf jeden Fall immer wieder eine Überwindung. Auch wenn du weißt, was kommt“, sagt Otto. Sonst wäre es aber ja auch keine Herausforderung. . .

Gerne baden die Solingerinnen in der Wupper.

Nach einer Faustregel wird bestimmt, wie lange die Solingerinnen im Wasser bleiben. „Die Temperatur in Minuten“, erklärt Otto. Deshalb ist auch ein Baby-Badethermometer immer zur Hand. Die Solingerin erinnert sich noch genau an die Anfänge, als sie noch keine Handschuhe trug. „Da hatte ich echt irgendwann einen Bewegungsausfall“, sagt sie schmunzelnd. Damals gab es auch eine Grundregel: niemals alleine ins Wasser.

Bei aller Begeisterung fürs Eisbaden hat die 38-Jährige ihre eigentliche Sportleidenschaft nicht aufgegeben. Katja Lena Otto spielt weiterhin Handball und immer noch auf einem ansprechenden Niveau. Mit Fortuna Düsseldorf II kämpft die Rückraumspielerin, die beim Solinger TB angefangen hat und auch schon bei der TG Hilgen beziehungsweise den Bergischen Panthern sowie der Gräfrather Zweiten gespielt hat, um den Titel in der Oberliga. Derzeit beträgt der Rückstand auf Tabellenführer TV Witzhelden drei Punkte. „Wir haben eine coole Mannschaft“, begründet Otto, warum sie nach dem Drittliga-Aufstieg mit der Fortuna-Ersten vor vier Jahren und einer weiteren Saison in die Zweite gegangen ist. Und wie lange will die Rechtshänderin noch weitermachen? „So lange es mir Spaß macht.“

Job

Seit 15 Jahren arbeitet Katja Lena Otto als Physiotherapeutin im Sportpark Landwehr, wo sie mittlerweile zur Führungskraft aufgestiegen ist. Auch wenn sie sich selbst nie als klassische Frostbeule gesehen hat, eilt der Solingerin bei ihren Patienten ein für ihr Hobby ungewöhnlicher Ruf voraus: „Sie sagen immer, ich hätte kalte Hände.“

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