Handball

Die Mentalität trägt die HGR zum Erfolg

Philipp Hinkelmann gehörte zu denen, die bei der HGR vorangingen, und war nicht zufällig bester Torschütze. Foto: Michael Sieber
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Philipp Hinkelmann gehörte zu denen, die bei der HGR vorangingen, und war nicht zufällig bester Torschütze.
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Handball-Regionalligist entscheidet Spitzenspiel gegen Korschenbroich nach großem Kampf für sich.

Von Andreas Dach

Man kann es drehen und wenden, wie man will. Auch wenn man es bei der HG Remscheid gewiss nicht gerne lesen wird: Wer einen hoch gehandelten TV Korschenbroich mit 27:25 (10:12) schlägt, für den kann es in der Handball-Regionalliga nicht alleine darum gehen, frühzeitig nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Schon gar nicht, wenn es leistungsmäßig noch jede Menge Luft nach oben gibt.

Was war das für ein Abnutzungsduell der beiden zuvor noch verlustpunktfreien Mannschaften in der stimmungsvollen Halle Neuenkamp. Wieder brachte die HGR eine Qualität ein, welche sie bislang in dieser Spielzeit am meisten auszeichnet hat: Kampfgeist. In Verbindung mit unerschütterlichem Glauben an sich selbst und großer Leidenschaft. „Wir sind nur schwer totzukriegen“, entfuhr es Tobias Geske nach dem Abpfiff spontan. Damit traf der Torhüter genau den Punkt. Wer glaubt, die HGR irgendwann im Laufe einer Partie im Sack zu haben, hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht. In diesem Falle besser: ohne einen verschworenen Haufen. „Ich bin in diesem Spiel um Jahre gealtert“, sagte Trainer Alexander Zapf. Wie soll es erst der Anhängerschaft auf der Tribüne gegangen sein?

Die Gäste legen zu Beginn ein extrem hohes Tempo vor

Es gab reichlich Momente, in welchem man hätte den Glauben an die HGR verlieren können. Wie nach acht Minuten, als die Gäste bereits mit 5:1 führten und ein Tempo vorlegten, dass einem beim Zuschauen schwindelig werden konnte. „In der Anfangsphase haben wir alles falsch gemacht, was man falsch machen kann“, gab Sebastian Schön zu. „Vielleicht“, sinnierte Philipp Hinkelmann, der im weiteren Verlauf gemeinsam mit Felix Handschke und Torhüter Linus Mathes zu den prägenden Figuren gehören sollte, „waren wir anfangs zu motiviert.“ Jedenfalls marschierte TVK-Spielmacher Mats Wolf durch die sonst so sattelfeste HGR-Abwehr, als würde dieser ein Ruf als Schweizer Käse vorauseilen. Drei der ersten fünf Treffer gingen auf sein Konto.

Beim Stand von 1:4 hatte Zapf bereits eine erste Auszeit genommen und für jeden in der Halle vernehmbar gebrüllt: „Wir müssen jetzt aufwachen!“ Gesagt, getan. So ganz langsam bekrabbelte sich der Gastgeber. Noch einmal Philipp Hinkelmann: „Es war eine Frage der Zeit, wann wir den Kopf frei bekommen.“ Rechtzeitig, um ins Spiel zurückzukommen. Was auch mit der Einwechslung von Michael Heimansfeld zu tun hatte, der seinem Ruf als Korschenbroich-Schreck gerecht wurde und den Anschluss sicherstellte.

Der Rest war ein Hin und Her. Mit wechselnden Führungen, mit Spannung und Dramatik. Als Sebastian Schön und Philip Rath beim 20:20 nacheinander freistehend vergaben, musste man sich um die Psyche der HGR sorgen. Was sich als unangebracht herausstellen sollte. Die Mannschaft hat eine Mentalität, wie sie nicht viele in der Liga mitbringen. „Nach dem Spiel wissen wir, wo wir stehen“, hatte Tiberius Jeck, GmbH-Boss in spe bei der HGR, vorher gesagt. Antwort: auf Rang zwei, mit 6:0-Punkten und nur wegen des schlechteren Torverhältnisses hinter dem TuSEM Essen II.

HGR-Tore: P. Hinkelmann (8/4), Handschke (5), Hertz (4), Heimansfeld (3), Luciano, Jansen, Rath (je 2), Schön (1).

Trauer

Vor dem Anpfiff der Regionalliga-Partie gab es eine Gedenkminute für Jürgen Trimpop. Der langjährige Ehrenamtler (u.a. Jugendleiter, Zeitnehmer, Betreuer) war dem Hastener TV beziehungsweise der HGR über Jahrzehnte eng verbunden und ist Mitte September im Alter von 86 Jahren gestorben.

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