Rollhockey

Meier will als Pokalsieger abtreten

Für Timo Meier werden es die letzten beiden Spiele, in welchen er die IGR Remscheid als Cheftrainer betreut.
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Für Timo Meier werden es die letzten beiden Spiele, in welchen er die IGR Remscheid als Cheftrainer betreut.
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Die IGR Remscheid kämpft in zwei Spielen gegen Germania Herringen um den Pott.

Von Andreas Dach

Anlauf Nummer zwei! Der erste Versuch, dem übermächtig wirkenden SK Germania Herringen einen Titel abzuluchsen, war misslungen. Extrem knapp zwar, aber eben misslungen – in den Halbfinals um die Deutsche Meisterschaft. Jetzt schicken sich die Rollhockeyspieler der IGR Remscheid an, den Pokal zu gewinnen. In den beiden Endspielen, die am Samstag um 15.30 Uhr in Hamm und am Sonntag um 16 Uhr in Remscheid (Halle Hackenberg) stattfinden, müssen sie sich wieder mit dem Deutschen Meister auseinandersetzen. Und wollen es besser machen. Sprich: erfolgreicher!

Bei den Remscheidern überlässt man nichts, aber wirklich gar nichts, dem Zufall. Von Freitagabend bis Sonntagabend sind die Tage komplett durchgetaktet. Was Sinn macht. Trainer Timo Meier sagt: „Ein großer Teil der Mannschaft trifft sich bereits am Freitagabend in der Halle Hackenberg zum Aufbau.“ Banden, Netze, Podeste – Spiele eines solchen Formats sind immer mit viel Aufwand verbunden. Den will man sich vor dem Heimspiel am Sonntag ersparen. Das Okay der Stadt, welches auch den Aufbau von Zuschauerrängen im Innenraum erlaubt hat, macht vieles einfacher. Meier: „So brauchen wir nicht am Spieltag noch lange rumzubasteln.“

Jede Kleinigkeit kann entscheiden!

Timo Meier, IGR-Trainer

Am Samstag trifft man sich mittags um 13 Uhr am Grillardor und bekommt dort einen Neunsitzer für die Fahrt zur Partie in Herringen gestellt. So fährt man gemeinsam hin, gemeinsam zurück. Am Samstagabend, hoffentlich mit einem akzeptablen Ergebnis im Gepäck, wird man im Restaurant Kromberg in Lüttringhausen die Kohlenhydratspeicher auffüllen. Die guten Kontakte zu Chef Markus Kärst machen sich bezahlt.

Ja, und am Sonntag holt man sich in der Kältesauna „N ICE“ am Rathausplatz noch einen letzten Kick vor dem zweiten und entscheidenden Spiel. „Jede Kleinigkeit kann entscheiden“, glaubt Meier. „Wir wollen uns frisch fühlen.“ Um sich nach dem Spiel besonders gut zu fühlen. Klar ist: Am Sonntagabend geht es erneut in die Grillardor Erlebniswelt. Dort wird man in einem Kreis von rund 60 Personen (auch die Frauenmannschaft, Staff und Vorstand kommen dazu) feiern. Entweder den Pokalsieg oder den Saisonabschluss. Ersterer wäre allen Beteiligten lieber.

IGR-Fan Antonio Mendes (3. v.l.) präsentierte in Brasilien stolz die Trikots aus Remscheid.

Vielleicht feiert man ein wenig auch den Abschied von Timo Meier, wobei es kein kompletter ist. Der Trainer hat dem Verein nach dem ersten Halbfinalspiel um die Deutsche Meisterschaft – es wurde gegen Herringen gewonnen – mitgeteilt, dass er sein Traineramt nach Saisonende beenden wird. Die Mannschaft wurde gut eine Woche später, nach dem DM-Aus, eingeweiht.

Eigentlich war eine Amtszeit von drei Jahren geplant gewesen. Veränderungen im privaten Bereich – Meier wird im Juli zum zweiten Mal Vater – haben ihn zum Umdenken bewogen. „Wenn ich etwas mache, dann richtig“, sagt er. „Das wäre nicht mehr gewährleistet.“ Um die Wehwehchen der Spieler will er sich als Physio weiter kümmern, zudem im Marketingbereich maßgeblich dazu beitragen, den Verein auf dauerhaft gesunde Füße zu stellen. Dazu gehören Sponsorenbetreuung, -akquise und Öffentlichkeitsarbeit. Frei einteilbar, was die Arbeitszeiten angeht. Meier: „Ich bleibe dem Verein auf jeden Fall erhalten.“

Anders als Marcus Franken, der seinen Verbleib als Co-Trainer eng an das Wirken von Timo Meier als Chef gekoppelt hatte. So hat der Verein bereits begonnen, eine Nachfolgeregelung zu finden. „Wir führen Gespräche“, berichtet der Vorsitzende Georg Feldhoff. Ob es sich um eine Übergangs- oder eine Dauerlösung handeln wird, muss sich noch herausstellen. Eigentlich war geplant gewesen, dass Feldhoff-Sohn Markus im Sommer 2023 die Nachfolge von Meier antritt, wenn er aus Spanien zurückkehrt. Jetzt haben sich die Vorzeichen geändert. Abwarten.

Zunächst gilt die volle Konzentration den beiden Spielen am Wochenende. „Wir werden noch einmal alles investieren“, sagt Meier. Und glaubt, gemeinsam mit dem Trainerteam einen guten Plan aufgestellt zu haben, „wie wir Herringen in zwei Spielen schlagen können“. Die gesamte Mannschaft hat sich das zweite DM-Finale zwischen der Germania und Cronenberg angesehen, Anschauungsunterricht genommen. Klar ist: Nach dem ersten Aufeinandertreffen soll die Hypothek für das Rückspiel nicht zu hoch sein. Meier: „Wir wollen das Spiel eng gestalten, mit hoher Intensität spielen.“ Dass der Kader komplett ist, gibt einiges an Handlungsspielraum.

Überall drückt man der IGR die Daumen. Sogar in Brasilien. Während die Mitglieder und Fans weiter fleißig Überlebenspakete für die notleidende Ukraine packen, hat der Verein mal wieder seine Bestände durchsucht und einen großen Karton mit Trikots und T-Shirts gepackt. Der Vorsitzende Georg Feldhoff berichtet: „Unser Fan Antonio Mendes hat die Sachen mit nach Brasilien genommen. In Paracuru bei Fortaleza in Nordostbrasilien trägt jetzt ein Futsal-Team Trikots der IGR.“

Mendes hat sofort Fotos geschickt und in einer Mail versichert, dass man der IGR beim Pokalfinale die Daumen drücken wird. „Wir freuen uns, dass wir den Menschen in Brasilien eine Freude machen konnten“, sagt Georg Feldhoff. Und hofft, dass das Daumendrücken fruchtet.

Nachwuchs

Um 14.15 Uhr kommt es am Sonntag in der Halle Hackenberg zu einem Vorspiel zwischen der U9/U11 der IGR und Germania Herringen. Sollten die Gäste keine spielfähige Mannschaft stellen können, was noch nicht klar ist, würde es zu einem internen IGR-Nachwuchs-Spiel kommen. Die Jüngsten der IGR nehmen am Samstag ab 11 Uhr an einem Jugendturnier in Cronenberg teil und sollen so Spielpraxis erhalten.

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