Diskuswerfen

Marike Steinacker kämpft um ein WM-Ticket

Marike Steinacker stellte nicht nur einen neuen persönlichen Rekord auf, sondern kam auch ihrem Traum, auf der Allzeit-Bestwert-Tafel ihres Vereins Bayer Leverkusen (derzeit 64,96 m) zu landen, ein gutes Stück näher.
+
Marike Steinacker stellte nicht nur einen neuen persönlichen Rekord auf, sondern kam auch ihrem Traum, auf der Allzeit-Bestwert-Tafel ihres Vereins Bayer Leverkusen (derzeit 64,96 m) zu landen, ein gutes Stück näher.
  • Fabian Herzog
    VonFabian Herzog
    schließen

Bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin geht´s für die Diskuswerferin ans Eingemachte.

Von Fabian Herzog

Wermelskirchen. 63,50 Meter. Diese Distanz ist für Marike Steinacker seit Jahren ein steter Begleiter. War dies beispielsweise die Norm, die die Spitzen-Diskuswerferin aus Wermelskirchen für ihre Olympia-Premiere im Sommer 2021 in Tokio hatte erfüllen müssen, so galt dies in dieser Saison auch für die Weltmeisterschaft vom 15. bis 24. Juli in den USA. 63,50 Meter. Für Steinacker also die Mindestanforderung, um wieder auf der ganz großen internationalen Bühne dabei sein zu können.

Beim Sole-Cup in Schönebeck (Sachsen-Anhalt) hat die ehrgeizige Sportlerin dies wie vermeldet vor wenigen Tagen gepackt. Mit 64,55 Metern warf sie den Diskus sogar so weit wie noch nie zuvor in ihrem Leben. „Ich war total erleichtert, dass dieser Druck endlich weg war“, erzählt die 30-Jährige von ihrem befreienden dritten Versuch, bei dem sie direkt ein gutes Gefühl hatte. „Ich habe gemerkt, dass der hoch war und fliegt.“ Entsprechend laut fiel dann auch ihr Jubelschrei aus. „Ich hab mich eben wirklich gefreut.“ Zumal sie sich an dem Tag gar nicht gut gefühlt hatte und um so stolzer war, das „Ruder mental rumgerissen“ zu haben.

Nur drei von vier Diskuswerferinnen dürfen zur WM - Schafft Steinacker es?

Am Ziel ihrer Träume für dieses Jahr ist Steinacker aber noch nicht. Fürs WM-Ticket braucht sie am kommenden Wochenende bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin eine weitere starke Leistung. Denn neben ihr haben auch die derzeitige Ausnahmeathletin Kristin Pudenz („Sie bewegt sich echt in einer anderen Liga“), Claudine Vita und Shanice Kraft die Norm erfüllt. Aber nur drei deutsche Diskuswerferinnen fliegen zur Weltmeisterschaft.

Die Wermelskirchenerin ist sich sicher: „Wer vom Kopf her am stärksten ist, der wird es schaffen.“ Entscheidend wird auch sein, wer mit den veränderten Bedingungen am besten klarkommt. „Die bisherigen Wettkämpfe in diesem Jahr waren auf Wurfwiesen“, erklärt Steinacker. „Jetzt geht´s zum ersten Mal in ein Stadion.“ Genauer gesagt: In das Berliner Olympiastadion, wo die 30-Jährige selbstbewusst an den Start geht. Zuletzt konnte sie in Oslo und Paris bei Meetings der Diamond League, quasi der Königsklasse der Leichtathleten, weitere internationale Erfahrung sammeln.

Danach hatte es zu Beginn des Monats aber noch gar nicht ausgesehen. Als Folge eines intensiven Trainingslagers im türkischen Belek, wo sie zuvor wegen Erkrankung verpasste Einheiten nachholen wollte, hatte sich ihre Muskulatur rund um die Hüfte derart verkrampft, dass Steinacker nicht mehr wie gewohnt werfen konnte. „Die Power nach vorne hat mir gefehlt.“

Die Folge: In Halle (61,26 m) , Thum (62,47 m) und auch in Neubrandenburg (61,11 m) blieb sie hinter ihren eigenen Erwartungen zurück. Nun war guter Rat teuer beziehungsweise musste schnell Hilfe her. Fündig wurde die Wermelskirchenerin, die weiter für den TSV Bayer Leverkusen startet und beim SC Neubrandenburg trainiert, bei Joan Montserrat in Berlin. Der Chiropraktiker, der schon manch einen Promi in den Fingern hatte, legte am Pfingstmontag eine Extra-Schicht ein, löste Marike Steinackers Blockade und machte den Weg frei, endlich diese 63,50 Meter zu knacken.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Wer im Kreispokal-Viertelfinale gegen wen antritt, ist unklar
Wer im Kreispokal-Viertelfinale gegen wen antritt, ist unklar
Krönung der Torjägerin hat es in sich
Krönung der Torjägerin hat es in sich
Krönung der Torjägerin hat es in sich
Goldener Schuh: An der Spitze tut sich diesmal nicht viel
Goldener Schuh: An der Spitze tut sich diesmal nicht viel
Goldener Schuh: An der Spitze tut sich diesmal nicht viel
Spiele in der Kreisliga B müssen nachgeholt werden
Spiele in der Kreisliga B müssen nachgeholt werden

Kommentare