Fußball

Marc Bachs Dinge nehmen ihren Lauf

Marc Bach, der Trainer: Der TVD Velbert ist die dritte Oberliga-Station des 43-Jährigen. Foto: TVD
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Marc Bach, der Trainer: Der TVD Velbert ist die dritte Oberliga-Station des 43-Jährigen.
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Früherer Fußballer des FCR und in Radevormwald trainiert den Oberligisten TVD Velbert.

Von Fabian Herzog

Lauffaul war er zur aktiven Zeit nicht. Was Marc Bach aber aktuell an Kilometern abspult, überrascht dann doch. „Das hätte mir früher mal einer sagen sollen“, sagt der ehemalige Klasse-Fußballer der damaligen Spvg. Radevormwald und des FC Remscheid und selber schmunzeln. Vergangenes Jahr hat er es auf satte 3035 Kilometer gebracht, alleine im Januar dieses Jahres sind schon wieder 300 zusammengekommen.

Bachs neue Leidenschaft resultiert aus einem Wettstreit, den er mit seinem früheren Mitspieler Andreas Gensler ausgerufen hat. Im vergangenen Jahr wollten beide jeweils 2020 Kilometer laufen und sich auf dem Weg dorthin gegenseitig anstacheln. Seit Januar geht es mit entsprechendem Ziel für 2021 weiter. Ende offen. Das für ihn selbst beinahe Erstaunliche daran: Der Vertriebsleiter der Wolk AG, einem Unternehmen für Kennzeichnungen, Beschriftungen oder Leit- und Orientierungssysteme, läuft morgens vor der Arbeit bei sich in der Umgebung. Auf den Wuppertaler Südhöhen rund um den Toelleturm „genießt“ er das anspruchsvolle Streckenprofil, das ihn auch nicht davon abhält, mal an einem Samstagmorgen 26,5 Kilometer bei einem knappen Fünf-Minuten-Schnitt zu laufen.

„Die Regionalliga ist für uns in dieser und der nächsten Saison noch kein Thema.“

Marc Bach, Trainer des TVD Velbert
Marc Bach, der Läufer: Seit einem Jahr dreht er regelmäßig seine Runden.

Aber auch sportlich läuft es. Mit dem TVD Velbert, den er im vergangenen Sommer übernommen hat, liegt er aktuell im Mittelfeld der Oberliga und ist dort dabei, etwas Spannendes aufzubauen. Den Bezirksligisten der Saison 2017/18, dessen Qualität damals auch der SV 09/35 Wermelskirchen, SC 08 Radevormwald und Dabringhauser TV zu spüren bekamen, nimmt eine rasante Entwicklung, deren Ende noch längst nicht erreicht sein soll. „Die Regionalliga ist aber noch kein Thema“, erzählt Bach. Auch ein Angriff in der nächsten Saison sei aktuell utopisch. Obwohl es die Infrastruktur – das neue Velberter Stadion gehört der Stadt und könnte auch vom TVD genutzt werden – durchaus hergibt.

Bach will mit seinem neuen Verein perspektivisch wachsen und macht dabei das, was er am liebsten macht: Er setzt auf junge Spieler. „Wenn ich mich bei der Aufstellung zwischen zwei Mann entscheiden muss, spielt immer der, der die größere Perspektive hat“, verdeutlicht der 43-Jährige. Auch sonst verfolgt er klare Prinzipien: „Namen sind mir scheißegal.“ Aus Erfahrung („Ich habe es gehasst, wenn es anders war“) interessiert Bach viel mehr die Trainingsleistung als irgendwann einmal Geleistetes.

Acht neue Spieler lotste der Wuppertaler gemeinsam mit dem Sportlichen Leiter Michael Kirschner und dem Vorsitzenden André Grimmert im Zuge eines Umbruchs vor einem Jahr zum TVD. Nahezu alle haben fußballerisch eine Top-Ausbildung bei einem höherklassigen Verein erfahren und ihren Zenit noch nicht erreicht. An der Seite von routinierten Stützen wie Maik Bleckmann oder dem zweitligaerfahrenen Björn Kluft, Bruder von Dabringhausens Angreifer Michael, sollen diese sich und ihr Potenzial entwickeln.

Mit dem Wechsel nach Velbert hat Bach als Trainer einen Sprung gemacht. „Von den Rahmenbedingungen her ist das noch mal ein Schritt“, sagt er. In Vohwinkel hatte er ein kleines Märchen geschrieben und den FSV in einer „One-Man-Show“ von der Bezirks- in die Oberliga geführt. Beim VfB Hilden erlebte er anschließend zwei Saisons lang „einen tollen Zusammenhalt“ und für den Verein als Oberliga-Achter im vergangenen Jahr einen Quantensprung. Bach: „Ich bin mir sicher, dass wir ohne Corona sogar noch Sechster geworden wären.“

Marc Bach, der Fußballer: In Rade war er Führungsspieler, beim FCR oft in der Kritik.

Kaum überraschend, dass ihm diverse Angebote anderer Oberligisten auf den Tisch flatterten. Das des TVD reizte ihn am meisten. „Der Verein hat eine gute Struktur“, findet er. Dazu gehören alleine drei Betreuer, die für ein fast professionelles Flair sorgen. „Das ist schon echt geil. Ganz großes Kino.“ So bekommen die Spieler ihre Klamotten am Platz gewaschen, können sich voll und ganz auf den Fußball konzentrieren. „Wir befinden uns insgesamt auf einem sehr guten Weg“, findet der Coach, der sich vom fußballerischen Niveau auch schon selbst überzeugt und im Training mitgemacht hat. Bei einem Spiel über zweimal 30 Minuten, Elf gegen Elf. „Danach brauchte ich vier Wochen frei“, erzählt Bach lachend. Kondition ist eben doch nicht alles.

FCR

Zu seinem Ex-Verein, bei dem er 2009/2010 am Ball war, hat Marc Bach weiterhin Bezug. „Da gucke ich immer drauf.“ Er findet: „Der Weg, den der Verein eingeschlagen hat, ist der richtige.“ Zum früheren FCR-Trainer Acar Sar pflegt Bach einen engen, freundschaftlichen Kontakt, mit dessen Nachfolger Marcel Heinemann hat er sich auch schon mal ausgetauscht.

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