Sammelleidenschaft

Lukas Podolski gehört zu seinem Leben

Dominic Willms und ein Teil seiner bemerkenswerten Trikotsammlung. Der Hückeswagener ist großer Fan des ehemaligen Nationalspielers. Foto: DW
+
Dominic Willms und ein Teil seiner bemerkenswerten Trikotsammlung. Der Hückeswagener ist großer Fan des ehemaligen Nationalspielers.
  • Andreas Dach
    VonAndreas Dach
    schließen

Der Hückeswagener Dominic Willms frönt einer besonderen Sammelleidenschaft.

Von Andreas Dach

Andere sammeln Briefmarken. Oder Eintrittskarten. Vielleicht auch Dröppelminnas. Dominic Willms hortet Trikots – in Fußballspielen getragene Trikots von Lukas Podolski. Seit mehr als zehn Jahren lässt der Hückeswagener, der als Kita-Leiter in Wipperfürth arbeitet, keine Gelegenheit aus, seine Sammlung zu erweitern. Alles, was der 130-fache deutsche Fußball-Nationalspieler im Laufe seiner Karriere am Leibe getragen hat, ist für ihn interessant. Von der Radler- bis zur Trainingshose, von Stutzen bis eben zu den Trikots. Seine Leidenschaft kennt keine Grenzen. Er weiß: „Manch einer nennt mich den Spinner mit der Poldi-Sammlung.“ Ausmachen tut ihm das nichts.

Wie nun kommt man auf die Idee, sich mit diesen Utensilien die Schlafzimmerschränke vollzumachen? Der 36-Jährige klärt auf: „Ich war schon immer Fan des 1. FC Köln. 2014 habe ich mich dort als Greenkeeper um die Trainingsplätze gekümmert.“ Spätestens da war es um ihn geschehen. Handelte es sich doch um das Jahr, in welchem Deutschland Fußball-Weltmeister wurde. Mit Podolski im Kader. Es entstand ein unglaublicher Hype. Über Kontakte in Köln kam Dominic Willms an Lukas Podolskis erste Profi-Fußballschuhe. Die stehen heute in einer durchsichtigen Schaubox im Bad. Die Sammlung wuchs. Ein Teil nach dem anderen kam hinzu. Wobei der Hückeswagener nicht müde wird, zu betonen: „Es muss getragen sein.“ Etwas anderes kommt für ihn nicht in Frage. Also schaut er genau hin, bevor er im Internet zuschlägt, in welchem sich nach seiner Beobachtung auch einige „schwarze Schafe“ als Anbieter tummeln.

„Ich selbst habe in der Landes- und Bezirksliga gespielt!“

Dominic Willms

Mittlerweile hat er Errungenschaften von fast allen Podolski-Stationen in seinem Fundus. 1. FC Köln, Vissel Kobe, Inter Mailand, Arsenal London, Bayern München, Galatasaray, Antalyaspor – die Clubs, bei denen „Poldi“ seine Tore geschossen hat, haben zum Teil sehr klangvolle Namen. Entsprechend Stolz ist der Ehemann und Vater auf die Raritäten, die sich angesammelt haben.

Davon etwas hergeben? „Niemals!“ Willms klingt entschlossen. „Das würde ich nie tun.“ Sind die Werte doch enorm. Für getragene Trikots legen Sammler gerne mal eine vierstellige Summe auf den Tisch. Selbst damit kann man den einstigen Fußballer des VfR Wipperfürth („Ich habe mit meinen Brüdern in der Bezirksliga und der Landesliga gespielt“) nicht locken. Ist doch der ideelle Wert für ihn mindestens genauso hoch.

Gibt es eigentlich so etwas wie Lieblingsteile? Da sind die Poldi-Stutzen, welche dieser bei einem Arsenal-Spiel getragen hat. Und vor allem der Ausgehanzug von 2014. Bei der Weltmeisterschaft in Brasilien ein steter Begleiter des Stürmers mit dem strammen Schuss. Letztgenannte Kleidungsstücke sind momentan gerade im oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen zu sehen, liegen beziehungsweise stehen in einer Vitrine. Insgesamt vier Teile hat der Hückeswagener leihweise zur Verfügung gestellt: „Als die Anfrage kam, habe ich sofort zugestimmt.“

Zur Erklärung: Podolski wurde im oberschlesischen Gleiwitz geboren. Im Juni 1985. Und damit im gleichen Jahr wie auch Dominic Willms: „Vielleicht verbindet uns das ja auch.“ Haben die beiden sich schon mal getroffen? Mehrfach sogar. Willms hat einige Raritäten bereits im RheinEnergie-Stadion in Köln ausgestellt. Wie auch in Poldis Soccerhalle. Und dann sind da die Eisläden und die Dönerbuden des Ex-Nationalkickers. Die (beruflichen) Netzwerke des inzwischen für Gornik Zabrze spielenden 36-Jährigen sind enorm. Ach ja, bei RTL, wo Willms über seine Leidenschaft berichten durfte, sind sich die beiden auch schon über den Weg gelaufen.

Bleibt noch die Frage nach der Familie. Was sagen seine Ehefrau Sahar und die fünf Jahre alten Zwillinge Emilio und Enissa zu seiner Sammlung? Sie unterstützen ihn bestmöglich. Vor allem der kleine Emilio, selbst bereits Bambini-Fußballer bei der SG Agathaberg, ist sehr neugierig. Und, wie der Papa, Fan des 1. FC Köln. Hingegen hat es seine Frau Sahar eher mit dem Handballsport. Sie wirft nach einer längeren Pause Tore für den ATV Hückeswagen. Unter dem Nachnamen Taheri dürfte sie manchen auch noch in Wermelskirchen gut bekannt sein, wo sie erfolgreich beim TuS gespielt und sogar mal im Tor ausgeholfen hat. Ob Dominic Willms auch die (getragenen) Trikots seiner Frau sammelt, ist übrigens nicht bekannt . . .

Gut zu wissen

Es gibt reichlich Möglichkeiten, Originale von Fälschungen zu unterscheiden. So haben Trikots oft Identifikationsnummern, die eindeutig sind. Fehlen diese, bietet sich eine Internetrecherche nach TV-Bildern an, welche das begehrte Sammlerstück als Unikat ausweisen. Am wichtigsten aber sind gute Netzwerke.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Pichura verlängert Vertrag um zwei Jahre
Pichura verlängert Vertrag um zwei Jahre
Pichura verlängert Vertrag um zwei Jahre
Fußball: SC Ayyildiz verstärkt sich
Fußball: SC Ayyildiz verstärkt sich
Fußball: SC Ayyildiz verstärkt sich

Kommentare