Handball

LTV muss kleinere Brötchen backen

Benni Eigemann (l.) und Julian Müller sind dem LTV treu geblieben. Doch auch sie werden ihre Erwartungen herunterschrauben müssen. Foto: Michael Sieber
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Benni Eigemann (l.) und Julian Müller sind dem LTV treu geblieben. Doch auch sie werden ihre Erwartungen herunterschrauben müssen.
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Analyse: Am kommenden Wochenende startet die neue Saison in der Handball-Bezirksliga.

Von Fabian Herzog

Nach einer abgebrochenen Saison 2019/20 sowie einer annullierten und quasi eh kaum stattgefunden Saison 2020/21 brennen die Handball-Bezirksligisten der Region auf den Start der Spielzeit 2021/22 am kommenden Wochenende, in der im Prinzip alle dasselbe Ziel verfolgen: Hauptsache es kann durchgespielt werden.

Um dies mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit gewährleisten zu können, hat der Bergische Handball-Kreis (BHK) erneut zwei Staffeln gebildet, diese aber im Vergleich zum Vorjahr anders zusammengestellt. So spielen die Solinger Teams mit Ausnahme des Ohligser TV III in der Gruppe 1, während sich „unsere“ Mannschaften fast ausschließlich in Gruppe 2 wiederfinden. Ausnahme bildet hier die 2. Mannschaft des HC BSdL.

Gespielt wird in folgendem Modus (Auszug der Durchführungsbestimmung des BHK): Es wird zunächst eine einfache Runde gespielt. Danach kommen die ersten vier Mannschaften der beiden Staffelen in eine Aufstiegsgruppe, die in Hin- und Rückrunde den Kreismeister ausspielt. Dieser steigt in die Landesliga auf. Die Mannschaften, die sich nicht für die Aufstiegsgruppe qualifizieren, werden der Abstiegsgruppe zugeordnet und spielen in Hin- und Rückrunde die möglichen Absteiger aus. Je nach Abstieg aus dem HVN in die Bezirksliga steigen zwischen einer und vier Mannschaft(en) in die Kreisliga ab. In der Saison 2022/2023 soll nach Möglichkeit die Gesamtzahl der Mannschaften wieder auf 14 reduziert werden. Wichtiger Zusatz: Die Ergebnisse der Vorrunde bleiben unberücksichtigt.

Doch mit welchem Personal gehen die Mannschaften ins Rennen? Und welchen Ambitionen? Wir haben uns die sechs Teams aus Remscheid, Radevormwald, Wermelskirchen und Burscheid mal etwas näher angeschaut.

Lüttringhauser TV: Nach dem Versuch, in den vergangenen Jahren in die Landesliga zurückzukehren, werden nun kleinere Brötchen gebacken. „Wir wollen vernünftige Spiele zeigen, nicht absteigen – und dann gucken wir weiter“, sagt Trainer „Icke“ Fengler. Der Verlust der vier Leistungsträger Leon Hackländer (WTV), Simon Kirchhoff, Silas Tietz (beide aus beruflichen Gründen) und Sven Schirrmacher (RTV) dürfte kaum kompensiert werden können. In der Vorbereitung wurden 1. und 2. Mannschaft gemischt. So wird es wohl auch während der Saison laufen. Hoffnung macht das sehr passable Testspiel gegen Landesligist WTV (26:27) vergangene Woche.

Björn Sichelschmidt ist neuer Trainer beim HC BSdL und läuft auch für die Zweite auf.

HC BSdL: Die Soldaten haben auf der Trainerposition für Furore gesorgt. Björn Sichelschmidt, zuletzt WTV, hat von Jens Wagner übernommen. „Die Handballsehnsucht war doch größer als der Verstand“, sagt der Wermelskirchener, der mittlerweile in Essen-Heidhausen und damit nicht mehr so ganz um die Ecke lebt. Auch er muss Abgänge verkraften: Alex Nicke und Andreas Schmidt sind in die eigene Dritte gegangen, immerhin konnte Nils Unger reaktiviert werden. „Die Aufstiegsrunde ist unser Ziel, ohne Wenn und Aber“, sagt er. Sollte der Blick dann tatsächlich in Richtung Landesliga gerichtet werden, könnte auch Alex Zapf, der Vereinsvorsitzende, „eine Option“ sein.

Bergische Panther IV: Eindeutig der Spaß steht bei der Panther-Vierten im Mittelpunkt. Wobei, und daran erinnert André Schächinger gerne, beim Abbruch der Mini-Vorsaison Platz eins mit 4:0-Punkten (darunter allerdings eine Spielwertung) zu Buche stand. „Und qualitativ sind wir noch mal ein Stück stärker geworden“, findet der Spielertrainer. Mit Lukas Amian und Christopher Kurz kehrten zwei frühere Panther von den Soldaten zurück. Außerdem schlossen sich Torwart Uli Schmidt (zugezogen), Bence Mauritz (eigene Dritte), Timo Adams und Philipp Schlösser (beide reaktiviert) dem Team an. Letztgenannten, früher in der Ersten und auch beim TuS aktiv, hat Schächinger beim Kindertraining entdeckt. „Und direkt verhaftet“, sagt er lächelnd.

Wermelskirchener TV II: Roman Steinmetzer, der das Traineramt von Michael Dedek übernommen hat und von Dirk van Walsem als „Co.“ unterstützt wird, gibt sich vor der Saison keinen Illusionen hin: „Wir werden uns im unteren Bereich einordnen und wollen die Klasse halten.“ Der Kader, ein zugegebenermaßen sehr junger, ist größtenteils zusammengeblieben.

HSG Rade/Herbeck II: Ähnlich ist die Situation in der Bergstadt. „Wir wollen den Klassenerhalt schnellstmöglich sichern und Spaß am gemeinsamen Handballsport haben“, sagt Spielertrainer Christian Gritsch, in dessen Mannschaft es drei Abgänge gegeben hat: Tristan Nikolaus (berufliche Gründe), Sören Unger (private Gründe) und Marko Alsdorf (Bandscheibe).

HC BSdL II: Die Soldaten-Zweite hat Oliver Sirrenberg an die eigene 3. Mannschaft verloren und wird auf Tim Förster nur noch sporadisch zurückgreifen können. Denn dieser ist jetzt – wie könnte es passender sein – Berufssoldat. Den Kader schätzt Dietmar Pistohl aber immer noch als stark ein. „Wir wollen in die Aufstiegsrunde“, verdeutlicht der Coach, der vor allem auf die Führungsqualitäten eines Boban Koljkovic setzt: „Der bringt schon viel Qualität rein.“ Um die Ziele zu verwirklich, bleibt allerdings nicht viel Zeit. Sechs Spiele stehen für den HC BSdL II in der Solinger Gruppe zunächst auf dem Plan. Pistohl fordert: „Da müssen wir vom ersten Moment an da sein.“

Rubrik

Immer dienstags greifen wir spezielle Themen auf und haken nach. Gibt es Fragen, welche unbeantwortet sind? Oder Dinge, die eingeordnet werden müssen? Dem nehmen wir uns an. In dieser Woche blicken wir auf die Handball-Bezirksliga, in der es mit folgenden Paarungen am Wochenende losgeht: LTV – SG Langenfeld III (Sa., 17.30 Uhr, Klausener Straße), Rade/Herbeck II – Panther IV (Sa., 19.45 Uhr, Hermannstraße), HC BSdL – WTV II (So., 13.30 Uhr, Neuenkamp), HC BSdL II – Haaner TV II (So., 11.40 Uhr, Neuenkamp).

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