E-Sports

Linden zockt erneut in Schwarz-Rot-Gold

Mike Linden ist stolz darauf, mit dem Adler auf der Brust für Deutschland zu zocken. Foto: DFB
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Mike Linden ist stolz darauf, mit dem Adler auf der Brust für Deutschland zu zocken.
  • Fabian Herzog
    VonFabian Herzog
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Lenneper E-Sportler will zur EM.

Der erste Versuch war nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Bei der Premiere der vom europäischen Fußballverband ausgerichteten E-Europameisterschaft scheiterte Deutschland vergangenes Jahr bereits in der Vorrunde. Zur Nationalmannschaft gehörten damals mit Matthias Winkler und Mike Linden auch zwei Lenneper, die verdammt stolz waren, ihre Playstation-Künste beim Spiel Pro Evolution Soccer mit dem Adler auf der Brust unter Beweis zu stellen. „Das ist aber echt doof gelaufen“, erinnert sich Linden, der ein Stück weit auch am für ihn unvorteilhaften Modus gescheitert war.

Auf das enttäuschende Abschneiden reagierte auch der DFB. Er entschloss sich, das Team neu zusammenzustellen und dafür eine Art Casting ins Leben zu rufen. Die besten deutschen Spieler sollten in verschiedenen Turnierrunden ein Trio (statt in 2020 ein Quartett) ermitteln, das bei der in diesem Jahr erneut anstehenden E-EM mehr erreicht. Aus 64 Neulingen kristallisierten sich erst einmal sechs Kandidaten heraus, die das Quartett um Winkler und Linden anschließend herausforderte. Diese zehn E-Sportler kämpften um die drei Plätze im Nationalteam.

Für die beiden Lenneper eine merkwürdige Situation. Plötzlich wurden aus Freunden Gegner, die sich ums Weiterkommen duellierten. „Wir kennen uns seit 26 Jahren“, erzählt Mike Linden, „aber in diesem Moment waren alle neun Kontrahenten meine Konkurrenz.“ Nach spannenden Eins-gegen-eins-Duellen standen die drei Sieger schließlich fest, zu denen Linden, aber nicht Winkler gehörten. „Er ist Vierter geworden“, erzählt sein Kumpel.

Lenneper Freunde gehen sportlich sonst getrennte Wege

Für Mike Linden passte diese Kader-Qualifikation eigentlich gar nicht gut in den Zeitplan. Der 32-Jährige ist, anders als Winkler, der bei der SG Hackenberg den Trainerposten im realen Fußballgeschäft übernommen hat, im E-Sport weiterhin für Schalke 04 am Controller. Dort steuert er immer mit zwei Teamkollegen gleichzeitig die Geschicke von Königsblau, während nun ausschließlich eben im Eins-gegen-eins gezockt wurde. „Das ist ein Riesenunterschied“, findet Linden.

Er hatte deshalb auch überlegt, ob es überhaupt Sinn macht, sich den Turnieren des DFB zu stellen. „Aber wenn man schon mal die Chance hat, für Deutschland zu spielen“, macht der Lenneper klar, welchen Stellenwert die Nationalmannschaft für ihn hat.

Mit der muss er sich nun aber erst einmal für die Europameisterschafts-Endrunde der E-Sportler qualifizieren. Vor wenigen Tagen wurde ausgelost, mit wem sich Deutschland auf dem Weg nach London auseinandersetzen muss: Bulgarien, Polen, Lettland und Kasachstan. Im Endspielort der „echten“ EM soll am 9. und 10. Juli auch an der Konsole der nationale Champion gekürt werden. Bis dahin müssen Linden und Co. aber noch die Quali meistern. Die beginnt am 15. März und endet am 26. April.

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