Fußball

Ligeneinteilung sorgt für Appetit

Ahmed Al Khalil (l.) gegen Alex Kelm, FCR gegen 09/35 – die Derbys sind es doch, die gerade den Amateursport ausmachen.
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Ahmed Al Khalil (l.) gegen Alex Kelm, FCR gegen 09/35 – die Derbys sind es doch, die gerade den Amateursport ausmachen.
  • Fabian Herzog
    VonFabian Herzog
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Fußball: Die Trainer der Landes- und Bezirksligisten freuen sich auf die Saison.

Derbys, so sagt man, sind im Sport das Salz in der Suppe. Ohne diese Zutat schmeckt es eben fad oder ist manchmal gar ungenießbar. Insofern ist es gut nachvollziehbar, dass die am vergangenen Donnerstag veröffentlichte Ligeneinteilung der Fußballer bei vielen Beteiligten eine Menge Appetit auf die neue Saison hervorgerufen hat. Denn sowohl in Landes- als auch Bezirksliga wurden die Mannschaften in bergische Gruppen unterteilt, was für noch mehr Ortsduelle sorgt. Wir haben uns mal umgehört.

Der SV 09/35 Wermelskirchen beispielsweise hatte es vergangene Saison zwar in spannenden Auseinandersetzungen auch mit dem FC Remscheid zu tun, ansonsten aber mit Gegnern aus dem Ruhrpott. Aus Essen, Duisburg, Mülheim an der Ruhr oder Oberhausen. Jetzt sind Velbert, Vohwinkel, Wülfrath, Reusrath oder vor allem DV Solingen mit dem ehemaligen Sportlichen Leiter Acar Sar als Trainer dabei. „Ich finde die Zusammenstellung überragend“, sagt 09/35-Trainer Sebastian Pichura. Eben vor allem wegen der zurückzulegenden Kilometer. „Das ist schon was anderes, ob man zwölf lange Touren hat oder nur noch sieben. Da hat der Verband sich endlich mal Gedanken gemacht.“

Pichura geht von einer erneut hohen Leistungsdichte aus. „Ich denke, das ist eine sehr starke Gruppe“, sagt der Trainer, outet sich – möglicherweise auch als Folge der vergangenen Saison – ansonsten aber als „kein Fan von Prognosen.“

Sein bisheriger Sportlicher Leiter ist seit diesem Freitag auch offiziell sein Konkurrent. Acar Sar sagt in seiner Funktion als DV-Coach: „Das ist eine knackige, deftige Gruppe. Dürfte spannend und eine harte Runde werden.“

Marcel Heinemann, Trainer und Sportlicher Leiter des FC Remscheid, sieht dies ähnlich: „Ich glaube, dass es wieder ein Hauen und Stechen geben wird. Die Liga wird extrem ausgeglichen sein, und es wird ein Kraftakt werden, sich da durchzutanken.“ Die größere Anzahl an Nachbarschaftsduellen hat er mit Begeisterung zur Kenntnis genommen. Auch weil eine Analyse der vergangenen Saison ergeben habe, dass „wir unsere besten Spiele abgeliefert haben, wenn viele Zuschauer dabei waren.“

„Das ist das, was wir uns gewünscht und worauf wir richtig Bock haben.“

Patrick Grün, Trainer des DTV

In der Bezirksliga waren der SSV Dhünn und der Dabringhauser TV vergangene Saison noch vom restlichen Quartett des Remscheider Kreises, bestehend aus Born, Ayyildiz, SC 08 Rade und VfB Marathon, getrennt worden. Nach dem Abstieg der Dhünner und des VfB sowie dem Aufstieg des BV Burscheid aus der Kreisliga A ist aus dem Sex- ein Quintett geworden, das diesmal in eine Gruppe einsortiert wurde und auf Teams des Solinger sowie Wuppertaler Kreises trifft. „Das ist das, was wir uns gewünscht haben“, sagt DTV-Coach Patrick Grün. „Da haben wir richtig Bock drauf.“ Seiner Meinung nach seien „ein paar richtige Klopper“ dabei. Vor allem Solingen-Wald 03 und die Borner schätzt Grün stark ein.

Tim Janowski, Trainer eben jener Borner, erwartet im Kampf um die vorderen Plätze Mannschaften wie Germania Wuppertal, den SC Ayyildiz oder auch die Walder. „Ich bin froh, dass die Velberter nicht mehr dabei sind“, sagt er. Dass es stattdessen noch mehr Duelle mit Lokalkolorit gibt, findet er super: „Für den Fußball in der Region ist das doch toll.“

Nicht weniger begeistert ist André Springob. „Ich denke, es ist eine spannende Gruppe. Auch ziemlich ausgeglichen“, sagt der neue Coach des SC Ayyildiz, der auch praktisch denkt: „Ich kenne im Bergischen sehr, sehr viele Mannschaften. Dadurch läuft eine Spielvorbereitung wesentlich einfacher ab.“ Als Solinger, der bei Wald 03 groß geworden ist und als Spieler mit der 2. Mannschaft gerade erst in die Kreisliga A aufgestiegen ist, freue er sich zudem besonders darauf, gegen die Mannschaften aus seiner Stadt zu spielen.

Komplett neu in der Bezirksliga ist der BV Burscheid. Nach mehreren Anläufen hat es Yakup Karakus mit seiner Mannschaft geschafft, für den Trainer war die Einteilung mit den vier anderen Teams des Kreises so etwas wie die Krönung der vergangenen Wochen. „Ich bin sehr froh, dass wir in diese Gruppe gekommen sind“, sagt der Coach. „Das sind viele kurze Wege.“ Auch bei seinen Spielern sei die Veröffentlichung sehr gut angekommen. Karakus: „Wir freuen uns schon auf die neue Saison.“

Zdenko Kosanovic (SC 08) zeigt Mitgefühl mit Marathon.

Das Zuschauerinteresse spielt in den Gedanken von Zdenko Kosanovic eine große Rolle. „Wenn Frintrop bei uns am Kollenberg gespielt hat, hat das keinen interessiert. Und genau so wenig auch andersrum, wenn wir in Essen gespielt haben“, erläutert der Trainer des SC 08 Radevormwald. Ihn beschäftigt seit der Staffeleinteilung am vergangenen Donnerstag aber auch noch ein weiteres Thema: „Dass Marathon tatsächlich abgestiegen ist, ist für mich unfassbar und eine große Ungerechtigkeit.“

Spielplan

Mit der Einteilung der Gruppen warten nun alle gespannt darauf, wann die Spielpläne veröffentlicht werden. Dies geschieht immer in der Reihenfolge von der höchsten bis zur untersten Spielklasse. Die Regionalliga ist vor kurzem erschienen, als nächstes steht die Oberliga an.

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