Football

Le spielt Football am Ende der Welt

Football unter Flutlicht: Der Remscheider Pongsagorn Tommy Le sammelt im australischen Perth viele neue und vor allem spannende Erfahrungen.
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Football unter Flutlicht: Der Remscheider Pongsagorn Tommy Le sammelt im australischen Perth viele neue und vor allem spannende Erfahrungen.
  • Fabian Herzog
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Abenteuerlustigen Remscheider hat es für einige Monate nach Australien verschlagen.

Von Fabian Herzog

Seine Abenteuerlust ist ungebrochen. Vor einem Jahr war Pongsagorn Tommy Le von Remscheid aus nach Lissabon gezogen, um dort Football zu spielen und internationale Erfahrung zu sammeln. Nach seiner verletzungsbedingten Rückkehr und ein paar Spielen für seinen Heimatverein AFC Remscheid Amboss setzte der 20-Jährige im vergangenen Herbst noch einen drauf und wechselte in die australische 1. Liga. Dort lebt er in Ridgewood, einem Vorort von Perth, und genießt das Leben am anderen Ende der Welt. „Es ist wirklich megaschön hier“, berichtet er schwärmend.

Sportlich läuft es blendend. Auch ein Grund, warum sich Le in Down Under so wohl fühlt.

Eigentlich wollte Le im Sommer 2022 nach Ravensburg ziehen, um für Erstligist Razorbacks zu spielen und eine Ausbildung zum Elektriker zu absolvieren. Doch dann kam alles anders „und ging vor allem ganz schnell“, wie er erzählt. Alexander Borgmann, ein Footballspieler und -trainer, der ihn schon „mit nach Lissabon geschleppt“ hatte, bekam vom australischen Erstligisten West Coast Wolverines das Angebot, als Headcoach zu arbeiten, und richtete an seine Footballkontakte die Frage, wer ihn begleiten möge. Da musste der gebürtige Lenneper nicht lange überlegen: „Ich habe mir gedacht: Warum nicht?“ Eine weitere Auslandserfahrung reizte ihn sehr. „Und mit Australien ist es noch mal ein anderes Kaliber als Portugal.“

Bevor sich der abenteuerlustige Footballer aber auf den Weg gen Down Under machen konnte, galt es noch, einiges zu organisieren. Auslandsversicherung, Arbeitsvisum und Flug – erst als auch bürokratischen Hürden genommen waren, ging es los. Von Frankfurt aus flog Le über Bangkok nach Perth – in satten 16 Stunden. Seine Ankunft war dann so etwas wie Liebe auf den ersten Blick. „Als ich meinen Fuß auf australischen Boden gesetzt hatte, habe ich mich wie zu Hause gefühlt. Was sicherlich auch daran lag, dass es ein bisschen vergleichbar mit Thailand ist, wohin ich von klein auf mit meiner Familie immer wieder hingependelt bin“, erzählt der 20-Jährige. Was ihn vor allem direkt begeisterte: „Die Leute sind mega nett und offen.“

„Ich haben mich direkt wie zu Hause gefühlt.“

Pongsagorn Tommy Le

Zur schnellen Eingewöhnung trugen viele weitere Faktoren bei. Wie die komfortable Unterbringung in einem „wunderschönen Haus“, wo der Remscheider mit seinem Trainer und Marius Fetscher wohnt, der ebenfalls dem Lockruf des Headcoaches gefolgt war. „Wir haben einen Pool, einen Billardtisch, eine offene Küche“, berichtet Le. Hinzukommt die für seinen Geschmack perfekte geografische Lage: „Wir wohnen nur fünf Minuten vom Strand entfernt.“ Wobei er ergänzt: „In Australien wohnt man ja überall quasi fünf Minuten vom Strand entfernt.“

Das Wetter ist ein weiterer Wohlfühlfaktor. „Ich bin vom deutschen in den australischen Sommer gekommen“, blickt er auf seine Anfangszeit zurück. Mittlerweile ist es in Perth richtig heiß, auch Weihnachten verbrachte Le anders, als er es aus dem Bergischen gewohnt war. „Wir waren im Pool, draußen auf der Veranda und auch am Strand.“ Gefeiert wurde mit einer irischen Familie, gegessen wurde ein Truthahn-Braten.

Auch sportlich ist der Remscheider bislang voll seinen Geschmack gekommen. Die australische 1. Liga sei vergleichbar mit der deutschen Oberliga, findet der 20-Jährige, der neben seinen vielen Jahren beim Amboss auch schon eine Saison Zweitliga-Erfahrung bei den Solingen Paladins gesammelt hat. Gewöhnen musste er sich an die Startzeit der Partien: „Wir spielen wegen der Hitze immer erst abends. Unter Flutlicht. Das ist eine neue Erfahrung für mich.“

Mit seiner Mannschaft hat es Pongsagorn Tommy Le in der regionalen Meisterschaft ins Halbfinale geschafft, wozu er als Slot-Receiver seinen Anteil beigetragen hat. Drei Touchdowns und etwa 500 Yards stehen bislang für ihn zu Buche.

Am 1. März geht´s für ihn definitiv zurück nach Deutschland. Zunächst nach Remscheid, ab April dann endgültig nach Ravensburg. „Das wird für mich der nächste Schritt“, sagt er. Mit Erstligist Razorbacks startet Le als Tight End am 20. Mai in seine erste Saison im deutschen Football-Oberhaus und damit das nächste Abenteuer.

Familie

Der Großteil von Pongsagorn Tommy Les Familie hat seinen Lebensmittelpunkt in Remscheid. Seine Eltern unterstützen ihren Sohn, wo sie nur können. „Sie vermissen mich aber schon sehr“, gibt der Footballer zu. Er hat auch noch einen Halbbruder, der in Neuseeland lebt. „Er ist Elektriker und Hobby-Fischer“, erzählt Le mit einem Lächeln.

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