Analyse

Lasst den Sport bitte weiter stattfinden

Ohne Zweikämpfe geht es beim Fußball nicht – hier bei der Partie zwischen dem Dabringhauser TV und dem SC Unterbach.
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Ohne Zweikämpfe geht es beim Fußball nicht – hier bei der Partie zwischen dem Dabringhauser TV und dem SC Unterbach.
  • Andreas Dach
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Die Coronazahlen werden immer bedrohlicher.

Von Andreas Dach

Die IGR hat nicht in Düsseldorf gespielt. Das Begegnung zwischen dem SV 09/35 und dem FCR fand ebenfalls nicht statt. Kurzfristig fiel auch noch die Partie zwischen dem SC Ayyildiz und dem SC 08 Radevormwald aus. Beim Rollhockey, beim Fußball und in weiteren Sportarten nahm am Wochenende das Coronavirus Einfluss. Und wir haben nur drei Beispiele genannt, wo nichts ging. Die entscheidende Frage lautet nun: Wo und wie soll das enden? Wir versuchen, Antworten zu geben.

Lässt sich die Spielzeit überhaupt zu Ende führen?

Eine seriöse Aussage lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt beim besten Willen nicht tätigen. Aber es ist zu befürchten, dass es ähnlich wie in der vergangenen Saison ausgehen könnte. Da entschieden in vielen Fällen irgendwelche Koeffizienten über Auf- und Abstiege. Weil vorzeitig Schluss gemacht werden musste.

Könnte es Sinn machen, angesichts der steigenden Coronazahlen eine Pause einzulegen?

Es wird Funktionäre geben, die darüber nachdenken. Aber die Situation ist schwierig. Wie weit runter müssten die Inzidenzzahlen sein, damit man dann auch wieder einsteigen kann? Es reicht nicht, wenn in einer Stadt „alles wieder gut“ ist. Man nehme unsere sportlichen Aushängeschilder, was die Mannschaftssportarten angeht. Der FCR und der SV 09/35 haben es beinahe in jeder zweiten Woche mit Fußballern aus dem Essener Raum zu tun. Die Rollhockeyspieler der IGR pendeln zwischen Darmstadt und Hamm. Panther und HGR reisen bis ins Frankenland oder an die holländische Grenze. Hier ist wieder alles gut, dort noch nicht? Oder umgekehrt? Ein Fass ohne Boden. Man muss sich große Sorgen machen. Um die Gesundheit aller Beteiligten sowieso – von den Spielern bis zu den Fans. Aber auch um den Sport. Einen zweiten Lockdown werden nicht alle Vereine überleben. Vor allem nicht die kleinen.

Wie lange soll man noch warten, bis ein Cut Sinn macht?

Solange noch verhältnismäßig viele Sportveranstaltungen stattfinden können und sich die Ausfälle einigermaßen in Grenzen halten, sollte man es weiter laufen lassen. Aber . . .

Aber was?

Nun, ein Bauchgrummeln bleibt. Kontaktsportarten bleiben Kontaktsportarten. Da wird gekeucht, geschwitzt und manchmal (auf den Boden) gespuckt. Wobei man festhalten muss, dass sich im Vergleich zu anderen Zusammenkünften über den Sport bislang relativ wenige Menschen neuinfiziert haben. Also: Weitermachen mit Basketball, Wasserball, Volleyball und allem, was Freude macht. Was aber in nächster Zeit auf gar keinen Fall mehr zum Programm gehören darf, ist der gesellige Part. Hinterher noch gemeinsam ein Bierchen trinken? Nein! Mannschaftsabende? Nein? Zusammen weggehen? Nein! So sehr die Gemeinschaft auch durch solche Maßnahmen gefördert wird – bitte lasst es vorerst. Das muss ins Bewusstsein aller. Sonst ist irgendwann das Wichtigste futsch – der Sport.

Wie werden die verschärften Hygienemaßnahmen umgesetzt bzw. eingehalten?

Leider noch nicht überall perfekt. Die Vereine bemühen sich nach Kräften, für die entsprechenden Voraussetzungen zu sorgen, Sportereignisse austragen zu können. Das wird – stichpunktartig – auch vom Ordnungsamt überprüft. Doch: Schwarze Schafe gibt es überall. Wenn Zuschauer ohne Maske nah beieinanderstehen und fachsimpeln – dann kann man nur verständnislos mit dem Kopf schütteln. Auch wir haben solche „Sportgegner“ am Wochenende wieder vereinzelt erleben müssen. Unverbesserliche Typen.

Gibt es schon Prognosen für das kommende Wochenende, wenn wir packende Sportereignisse anstehen?

Nein! Wie würde der Kölner sagen: Et kütt wie et kütt. Oder, was auch gerne seinem Munde entspricht: „Et hätt noch emmer joot jejange.“ Solch ein Optimismus kann in diesen Tagen nur gut tun. Lasst uns gut aufeinander aufpassen.

Immer dienstags

In jeder unserer Dienstag-Ausgaben blicken wir auf das lokale Sportwochenende zurück und haken sehr konkret nach. Gibt es Fragen, welche unbeantwortet sind? Oder Dinge, die eingeordnet werden müssen? Dem nehmen wir uns in unserer Rubrik sehr gerne an.

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