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Lena Henning: Künftige Frau Doktor lädt nach Münster

Das Selfie nach dem Spaziergang gehört dazu: Lena Henning und RGA-Sportredakteur Peter Kuhlendahl.
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Das Selfie nach dem Spaziergang gehört dazu: Lena Henning und RGA-Sportredakteur Peter Kuhlendahl.
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Bei der Rollkunstläuferin dreht sich alles um den Sport.

Von Peter Kuhlendahl

Die Remscheiderin Lena Henning gehörte viele Jahre zu den besten Rollkunstläuferinnen in Deutschland.  

Am Ende des fast einstündigen Spaziergangs um die Remscheider Eschbachtalsperre gibt es eine Einladung: „Wenn Sie das nächste Mal in Münster sind, müssen Sie sich melden. Dann zeige ich Ihnen die Stadt“, sagt Lena Henning. Dass die 27-Jährige in der westfälischen Universitätsstadt mittlerweile ihren Lebensmittelpunkt hat, sieht man auch an ihrem Wagen, der das Kennzeichen MS trägt. Den braucht sie jedoch weniger in Münster, sondern eher für ihre regelmäßigen Fahrten ins Bergische Land zu ihren Eltern nach Lennep.

Allerdings zieht sie nicht nur die Familie in die alte Heimat. Es ist auch weiter ihr Sport. Lena Henning gehörte viele Jahre zu den besten Rollkunstläuferinnen in Deutschland. Zwar hat sie ihre Karriere als Einzelläuferin bereits vor einiger Zeit aufgegeben. Aktiv ist sie aber weiterhin im „Magic Team“, der Rollkunstlauf-Formations-Mannschaft des Remscheider TV.

Die Remscheiderin Lena Henning gehörte viele Jahre zu den besten Rollkunstläuferinnen in Deutschland.  

Aufgrund der Pandemie ist auch hier aktuell kein Training möglich. Sonst wäre Henning wohl auch noch öfter in Remscheid. „Das vermissen wir alle unglaublich. Wir freuen uns jetzt schon, wenn wir endlich wieder in die Halle dürfen“, betont sie. Zurzeit halten die Rollkunstläuferinnen über Videokonferenzen Kontakt. Und wollen auch alle in der – hoffentlich – nahen Zukunft wieder loslegen.

Lena Henning hat mit vier Jahren zum Rollkunstlauf gefunden. „In der Sporthalle Hackenberg habe ich damals Kinderturnen gemacht. Nach unserem Training habe ich dann beim Rollkunstlauf zugeschaut und bin angesprochen worden, dabei mitzumachen.“ Zwar war sie auch noch als Schwimmerin aktiv, doch ihr Hauptaugenmerk galt bald dem Rollkunstlauf.

„Am Ende war das aber nur eine Quälerei.“

Lena Henning über das Absolvieren eines Halbmarathons

Schnell wurde deutlich, welch großes Talent in ihr schlummerte. Doch dies allein reichte natürlich nicht. Viel Training und auch der Besuch von zahlreichen Lehrgängen standen fortan auf dem Programm. Und da ist Lena Henning rückblickend auch ihren Eltern sehr dankbar, die sie kreuz und quer durch Nordrhein-Westfalen zu den Stützpunkten brachten.

Am Aasee in Münster ist Lena Henning mittlerweile heimisch geworden. Aber auch den Spaziergang an der Eschbachtalsperre in Remscheid genoss die Rollkunstläuferin.

Nach dem Abitur am Röntgen-Gymnasium in Lennep wurde sie dann aber flügge. Henning wollte Sport studieren. In Kombination mit Germanistik auf Lehramt. Die sportliche Aufnahmeprüfung machte sie an der Ruhr-Universität in Bochum. „Die ist mittlerweile so anspruchsvoll, dass sie auch von der Sporthochschule in Köln anerkannt ist.“ Und Henning bestand nicht nur den Test, sondern bekam sogar einen Studienplatz in der Domstadt. Allerdings auch in Münster, und sie entschied sich, 2013 nach Westfalen zu gehen. Henning: „In Köln wäre das Studium quasi zweigeteilt gewesen. An der Sporthochschule und an der Uni.“ An der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster ist alles an einer Fakultät.

Erleichtert wurde der Einstieg ins Studentenleben dadurch, dass eine Schulfreundin ebenfalls ihr Studium begann und sie sich eine Wohnung teilen konnten. Allerdings stellte diese nach zwei Semestern fest, dass sie doch nicht die richtige Wahl getroffen hatte und kehrte der Uni wie der Stadt den Rücken. Henning blieb. „Auch weil ich da schon eine Stelle an der Uni als studentische Hilfskraft hatte.“ Es folgte ein Umzug in ein Studentenwohnheim. Von da später in die Innenstadt. Mittlerweile lebt sie am Aasee, dem sehr beliebten Naherholungsziel in der Nähe des Stadtzentrums. „Das ist herrlich dort. Und mit dem Rad sind es nur acht Minuten bis zur Uni.“

Dort hat die 27-Jährige ihr eigentliches Lehramtsstudium längst abgeschlossen. Die folgende Referendarzeit hat sie dann aber nicht angetreten. Lena Henning promoviert am Institut für Sportwissenschaften und dürfte Anfang nächsten Jahres ihren Doktortitel bekommen. In ihrer Promotion geht es kurzgesagt inhaltlich darum, welchen Effekt Sport auf Kinder hat. Und gerade da gab es in den vergangenen zwölf Monaten in den Zeiten des Lockdowns völlig neue und spannende Erkenntnisse.

Der berufliche Traum von Lena Henning wäre, weiter wissenschaftlich an der Universität zu arbeiten. „Wenn dies zunächst aber nicht klappt, kann ich immer noch meine Referendarzeit antreten. Das gibt Sicherheit“, meint Henning.

Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit an der Uni dreht sich bei ihr derweil alles um den Sport. Allerdings war ihr bereits 2015 klar, dass sie das Niveau als Rollkunst-Einzelläuferin nicht halten konnte. Die Deutsche Meisterschaft vor sechs Jahren war dann nicht nur der Schluss-, sondern rückblickend aus mehreren Gründen auch der Höhepunkt ihrer Karriere. „Die DM fand damals in Wuppertal statt. Familie, Freunde, Bekannte – sie alle waren dabei. Und am Ende haben wir uns alle über meine Bronzemedaille gefreut.“

Um sich fit zu halten, läuft sie regelmäßig oder fährt Rad. Über die Distanz von 10 Kilometern hat sie auch mal am Röntgenlauf teilgenommen. „Vor Kurzem habe ich auch mal einen Halbmarathon geschafft. Aber das ist nichts für mich. Am Ende war das nur eine Quälerei.“

Beim Bergischen HC fiebert Henning vor dem Bildschirm mit

Und dann ist sie auch noch vor dem Bildschirm bei den unterschiedlichsten Sportarten dabei. „Ich schaue mir fast jedes Spiel des Bergischen HC in der Handball-Bundesliga an“, erzählt Henning. Mit dem Abonnement beim Bezahlsender richtet sie auch hin und wieder den Blick auf die Fußball-Bundesliga. „Als ich noch in Remscheid gewohnt habe, hatten mein Vater und ich eine Dauerkarte bei Bayer Leverkusen.“ Wenn es möglich ist, soll es auch wieder in die Bay-Arena zum Fußball oder in die Klingen- oder Uni-Halle nach Solingen oder Wuppertal zum Handball gehen.

Es gibt aber auch viele andere Sportarten, die sie vor dem Bildschirm verfolgt. So freut sie sich auf die Olympischen Spiele. „Obwohl es wegen der Zeitverschiebung schwierig wird, viel zu sehen.“ In den vergangenen Monaten hat sie auch den Wintersport verfolgt. „Besonders Biathlon finde ich klasse.“ Natürlich gab es Kritik, dass Profisportler in der Pandemie schnell wieder loslegen konnten. Henning lässt das aber nur bedingt gelten. „Ich finde, dass es in der aktuell schwierigen Zeit eine schöne Ablenkung ist.“

Ansonsten sehnt auch Lena Henning sich nach der Normalität. „Ich hoffe, dass unser traditioneller Familienurlaub in diesem Sommer auf Norderney klappt.“ Außerdem fiebert sie den wissenschaftlichen Kongressen entgegen, die sie im nächsten Jahr nach Hawaii und auch ins kanadische Québec führen werden.

Und da ist auch noch die Vorfreude auf ganz banale Dinge des Alltags: „In einer großen Runde mit Freunden und Bekannten in einem Biergarten sitzen. Das nehme ich mir als eins der ersten Dinge vor, wenn die Pandemie vorbei ist.“

Bestimmt wird dann auch die anfangs erwähnte Einladung gerne angenommen. Eine Stadtführung in Münster mit einer dann vielleicht frischgebackenen Frau Doktor kann man schließlich nicht ausschlagen . . .

Serie

Seit Mitte November des vergangenen Jahres spazieren wir wöchentlich mit einem Sportler oder einer Sportlerin und auch Funktionären um die Eschbach-Talsperre in Remscheid. Bislang waren dabei Björn und Katrin Seide, Gerd Kentschke, Hans-Jürgen Middendorf, Hans-Werner und Christiane Baus, Horst Mettler, Yannick Peinke und Antonia Hoff, Frank Berghoff, Thomas Merten, Frank Alsdorf, Rainer Sondern, Knut Kolk, Dennis Bonna, Lars Althoff, Ines Neumann, Mike Kupfer, Bodo Monschau, Hartmut Behrensmeier, Inge Raabe, Desirée Blicke, Tiberius Jeck, Lothar Steinhauer, Jürgen Schmitz Anne Ueberholz, Henning Weber, Jörg Musset und nun Lena Henning.

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