Blick über den Zaun

Das Kopfschütteln der Clubs überwiegt

Das packende Derby zwischen dem DTV und Ayyildiz wird es in der neuen Saison nicht geben.                         Foto:    Peter Teinovic
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Das packende Derby zwischen dem DTV und Ayyildiz wird es in der neuen Saison nicht geben.
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Fußball-Bezirksligisten aus dem Kreis Remscheid gehen zum Teil getrennte Wege.

Von Peter Kuhlendahl

Mit Spannung hatten auch die Bezirksligateams des Fußballkreises Remscheid auf die Staffeleinteilung des Verbandes gewartet. Gespannt deswegen, weil es dabei darum gehen sollte, ob in der Saison 2020/21 in großen oder kleinen Ligen gespielt wird. Doch dann gab es am Dienstag – neben der Einteilung in die gewünschten kleinen Klassen – aber auch die böse Überraschung, dass die sechs Teams des Kreises in zwei verschiedenen Gruppen an den Start gehen. Jubelstürme ob dieser Entscheidung gab es keine – im Gegenteil.

„Meiner Meinung nach wird der Amateur-Fußball so kaputt gemacht“, findet Hakan Sagmak, der Kapitän des Dabringhauser TV dazu klare Worte. Der DTV hat das Pech, dass er in der neuen Spielzeit nur Aufsteiger Dhünn zum Kreisderby begrüßen kann. „Allerdings habe ich so etwas befürchtet, da es eben Teams treffen musste“, sagt Sagmak. Derweil sieht Christian Tiede, Sportlicher Leiter beim DTV, die Sache gelassener: „Natürlich ist es schade, dass die Remscheider und Rade nicht mehr bei uns sind. Aber Auswärtsfahrten von Dabringhausen nach Eller oder Benrath sind kürzer als zu manch einem Verein in Wuppertal.“

Am kommenden Sonntag (15 Uhr) findet das nächste Testspiel am heimischen Höferhof statt. Zu Gast ist der westfälische A-Ligist FC Gevelsberg-Vogelsang. Im Vorfeld sind sich Kapitän und Sportlicher Leiter dabei einig: „Wir wollen uns für die letzte deutliche Testspielpleite rehabilitieren.“

„So wird der Amateur-Fußball kaputt gemacht.“

Hakan Sagmak, DTV-Kapitän

Tief durchatmen mussten die Verantwortlichen des SSV Dhünn. Dem Aufsteiger bleibt nur das Stadtderby. „Aber ändern können wir es eh nicht“, meint SSV-Trainer Andreas Böge, der außerdem sarkastisch ergänzt: „Dann muss auch unser Kapitän Dennis Schmidt nicht mehr so weit zu den Spielen fahren.“ Zur Erklärung: Der Ex-Profi wohnt in Meerbusch.

Apropos Fahrten: Die Dhünner werden an den ersten Spieltagen zunächst nur auswärts antreten, da der Umbau der heimischen Anlage vom Aschen- zum Kunstrasenplatz bis Ende September dauert. Die Staffelleiterin ist darüber für die Erstellung des Spielplans informiert worden. Logischerweise finden auch die Testspiele auswärts statt. Wie am Sonntag (15 Uhr) beim A-Ligisten DJK Montania Kürten.

Mitgefühl mit dem Aufsteiger ob der Gruppeneinteilung hat Sascha Odina, der Coach des SSV Bergisch Born, der gemeinsam mit Ayyildiz, Marathon und Rade in einer Gruppe spielt. „Für die Dhünner tut es mir leid. Auch uns fehlen die reizvollen Derbys gegen sie. Davon lebt man doch auch finanziell in diesen Klassen.“ Für Odina ist das Auseinanderreißen eines Kreises für den Amateur-Fußball ebenfalls eine Katastrophe. „Einsprüche bringen nichts. Aber man kommt ins Grübeln. Wir haben drei Teams aus Essen in der Gruppe und die beiden Wermelskirchener Clubs eben nicht.“

Im nächsten Test am Sonntag (13 Uhr, Born) trifft der SSV auf ein Wuppertaler Team. Oberligist SC Cronenberg ist zu Gast. „Da geht es für mich gegen einige alte Bekannte“, meint der Borner Coach, der sich auf die anspruchsvolle Aufgabe freut.

Sowohl die Trennung der Teams als auch die Anzahl der Clubs in den einzelnen Gruppen passen Erdal Demir, dem Trainer des SC Ayyildiz, nicht in den Kram. „Sicher gibt es Gründe dafür. Aber eine Saison in der Bezirksliga lebt von den Derbys. Außerdem hätten wir lieber in einer Gruppe mit mehr Teams gespielt.“ Gespannt ist Demir zudem, wie sich die Gruppeneinteilung auf die Auf- und Abstiegsregelung in der neuen Saison auswirkt.

Dabei richten die Remscheider, die in der abgebrochenen vergangenen Saison bis zum Ende in der Spitzengruppe mitgemischt haben, ihren Blick nach oben. Zunächst einmal wird aber auch in Honsberg weiter getestet. Auf dem dortigen Sportplatz ist am Sonntag (15 Uhr) A-Ligist Union Wuppertal zu Gast.

Für Zdenko Kosanovic, dem Trainer des SC 08 Radevormwald, ist die Gruppeneinteilung eh nur ein Intermezzo: „In der übernächsten Saison spielen wieder alle Teams aus dem Kreis Remscheid in einer Gruppe.“ Aber auch er kommentiert die Entscheidung mit Unverständnis.

Ansonsten macht sich der Ex-Zweitligaspieler derzeit mehr Gedanken über sein Team: „Das ist zwar eine tolle Truppe. Aber der eine oder andere hat in der Zeit, in der wir wochenlang nicht trainieren konnten, bei den Hausaufgaben ordentlich geschludert.“ Das rächte sich am vergangenen Wochenende bei der deutlichen Pleite im Testspiel am Kollenberg. Am Sonntag geht es zum Neuenhof in Remscheid. Der Rader sind um 15 Uhr beim A-Ligisten TS Struck zu Gast.

Alles andere als glücklich ob der Aufteilung ist auch Bernd Seidler. Der Vorsitzende des VfB Marathon hätte für eine andere Lösung plädiert: „Eine bergische Bezirksliga wäre aufgrund der vielen Teams nicht möglich gewesen. Aber man hätte den Kreis Remscheid entweder mit Teams aus Solingen oder Wuppertal zusammenlegen sollen.“ Da bei Marathon aktuell einige Verletzte zu beklagen sind, passt es Seidler ganz gut in den Kram, dass an diesem Wochenende kein Testspiel auf dem Programm steht.

Blick über den Zaun

Anders als im Kreis Remscheid sind die Bezirksligisten der Kreise Solingen und Wuppertal mit der Gruppeneinteilung für die Meisterschaftsrunde 2020/21 sehr zufrieden. Zumal die Klingenstädter nun wieder alle gemeinsam spielen. In der vergangenen Saison war der TSV Solingen versetzt worden. Jetzt spielt er gemeinsam mit dem FC Britannia, DVSolingen und Aufsteiger Solingen-Wald. Der TSV Ronsdorf, der SSV Germania Wuppertal, der SV Bayer Wuppertal und der SC Sonnborn finden sich ebenfalls in einer Staffel wieder.

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