Im Gespräch

Knüller mit karnevalistischer Note

Panther-Trainer Marcel Mutz, Panther-Manager Frank Lorenzet und RGA-Sportredakteur Peter Kuhlendahl (v.l.) trafen sich vor dem Spitzenspiel am Freitagabend gegen den TV Emsdetten zum karnevalistschen Interview.
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Panther-Trainer Marcel Mutz, Panther-Manager Frank Lorenzet und RGA-Sportredakteur Peter Kuhlendahl (v.l.) trafen sich vor dem Spitzenspiel am Freitagabend gegen den TV Emsdetten zum karnevalistschen Interview.
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In diesem Gespräch spielt der Handball nur eine Nebenrolle. Drittligist Bergische Panther trifft auf Emsdetten.

Von Peter Kuhlendahl

An diesem Wochenende steht der elfte Spieltag in der 3. Liga auf dem Programm. Die Bergischen Panther sind bereits am Freitag im Einsatz und empfangen um 20 Uhr in der Schwanen-Halle in Wermelskirchen den Zweitliga-Absteiger TV Emsdetten. An diesem Tag starten allerdings auch die Karnevalisten in die fünfte Jahreszeit. Aus diesem Grund hat der Handball-Drittligist die Partie unter ein karnevalistisches Motto gestellt. Abseits vom sportlichen Geschehen sprachen darüber Trainer Marcel Mutz, der ein großer Karnevalsfan ist, sowie Manager und Karnevals-Muffel Frank Lorenzet.

11. 11. – und dann auch noch der elfte Spieltag. Das schreit ja geradezu nach einem karnevalistischen Anstrich.

Frank Lorenzet: Natürlich. Da das Spiel nach der Zusage von Emsdetten auf Freitag verlegt wurde und das eben der 11.11. ist, lag es nahe, das zum Thema zu machen.

Allerdings sind Sie ein ausgewiesener Karnevalsmuffel.

Lorenzet: Ich habe dem ganzen Treiben noch nie etwas abgewinnen können. Na klar, als Kind war man dabei. Aber das war es. Daran hat auch meine Zeit während des Studiums in Köln nichts geändert. Doch es geht natürlich nicht um mich. Wir wollen den Fans einfach an diesem Tag etwas bieten.

Bevor wir da ins Detail gehen, die erste Frage an Marcel Mutz. Ihnen müsste doch am Freitag das Herz bluten...

Marcel Mutz: Am Freitag steht bei mir zunächst ausschließlich der Handball im Mittelpunkt. Da bin ich Profi. Alles andere wird ausgeblendet.

Dann die hypothetische Frage: Was würden Sie am Freitag machen, wenn kein Spiel wäre und Sie auch ansonsten keine beruflichen oder sportlichen Verpflichtungen hätten?

Mutz: Dann wäre ich mit guten Freunden in der Südstadt in Köln unterwegs und würde den Karnevalsauftakt so richtig feiern.

Karneval scheint genau Ihr Ding zu sein. Wie kam das?

Mutz: Der ist mir quasi in die Wiege gelegt worden. Meine Eltern sind daran eben nicht ganz unschuldig. Ich war mit ihnen, Freunden und Nachbarn seit der frühesten Kindheit immer bei den Schul- und Veedelszügen in Köln. Seit dieser Zeit bin ich wohl infiziert mit dem närrischen Virus.

Bedeutet das, dass Sie am eigentlichen Karnevals-Wochenende Ende Februar in der Domstadt unterwegs sind?

Mutz: Auch hier gilt, dass es beispielsweise nur dann an Altweiber oder Rosenmontag möglich ist, wenn da nichts anderes ansteht.

Lorenzet: Und am Karnevalssamstag steht im Verein zum Beispiel schon was an.

Etwa aus sportlicher Sicht?

Mutz (lacht): Hoffentlich nicht. Spielen am Karnevalswochenende geht für uns irgendwie gar nicht. Vor Jahren haben wir in Spenge das Halbfinalspiel um den Einzug ins Final-Four-Turnier um den Deutschland-Pokal ziemlich dämlich verloren. Und später auch mal ein Nachholspiel in der 3. Liga.

Was passiert am Karnevalssamstag?

Lorenzet: Da steigt die große Karnevalsparty der Panther. Die ist seit Jahren sehr beliebt im Verein. Federführend verantwortlich dafür ist Michael Kotthaus, der Handball-Abteilungsleiter der Burscheider TG, der auch ein ganz großer Karnevalsfan ist.

Das bedeutet, dass Sie als Manager aber auch wieder eine Berührung mit dem Karneval haben.

Lorenzet: Für mich ist die Party dann mit Arbeit verbunden. Und ich trinke an einem solchen Abend auch keinen Tropfen Alkohol.

Mutz: Zum Thema Alkohol muss ich sagen, dass der im Karneval bei mir auch nur eine untergeordnete Rolle spielt. Bei mit geht es einfach um das Gefühl. Und ich kann dabei bei allem beruflichen und auch sportlichen Stress bei der Musik zum Beispiel herrlich abschalten.

Bedeutet das, dass Sie auch abseits vom Karneval ein Anhänger der kölschen Musik sind?

Mutz: Genauso ist es. Hin und wieder brauche ich das einfach zum Abschalten.

Indem Sie sich dann auch den einen oder anderen Besuch in Köln gönnen?

Mutz: Das ist weniger geworden. Aber zusammen mit guten Freunden ist es immer etwas ganz Besonderes.

Zurück zum Spiel am Freitag. Was ist da geplant?

Lorenzet: Das Spiel beginnt um 20 Uhr. Ab 19 Uhr soll es im Foyer bereits rund gehen. Da läuft natürlich dann Karnevalsmusik. Außerdem haben wir unser Getränkeangebot erweitert. Es wird Sekt und auch die sogenannten Kurzen geben. Fans, die in einem Kostüm kommen, bekommen ein Freigetränk ihrer Wahl. Außerdem erhält jeder Zuschauer ein kleines Geschenk. Für die Halbzeitpause haben wir dann eine kleine Showanlage geplant. Und nach dem Spiel soll im Foyer dann richtig Karneval gefeiert werden.

Da kommt der Trainer also doch noch zu einer Karnevalsparty.

Mutz: Da warte ich mal lieber ab, wie das Spiel sportlich ausgeht.

Emsdetten ordnet man vom Namen her geografisch nach Norddeutschland ein, wo Karneval überhaupt keine Rolle spielt. Beim zweiten Blick stimmt das aber gar nicht.

Lorenzet: Allerdings. Emsdetten liegt nördlich von Münster und gehört noch zu NRW.

Also doch Karneval, weil die Westfalen ja auch feiern.

Lorenzet: Keine Ahnung. Wir haben den Verein darüber informiert, was wir planen. Wenn sie mitfeiern wollen, sind sie herzlich eingeladen.

Mutz: Da es eine international besetzte Mannschaft ist, dürften die Spieler kaum was mit Karneval am Hut haben.

Wie sieht das eigentlich damit bei Ihren Schützlingen aus?

Mutz: Bei uns kommen die Spieler ja auch zum Teil aus völlig unterschiedlichen Regionen. Entsprechend gibt es große Karnevalsfans, aber auch Jungs, die dazu überhaupt keinen Bezug haben.

Bei aller Arbeit, die Sie sich rund um das Spiel am Freitagabend machen. Mit wie vielen Fans rechnen Sie?

Lorenzet: Wir gehen ja ganz bewusst mit unseren Heimspielen auf den Freitagabend. Das wurde auch bisher ganz gut angenommen. Wenn 600 bis 700 Zuschauer kommen, wäre das prima.

Bei allem sportlichen Reiz gibt es aber dann ja trotzdem den Karnevalsauftakt. Und von Hilgen oder Wermelskirchen ist es nur ein Katzensprung nach Köln.

Lorenzet: Der Termin ist Fluch und Segen zugleich. Ich habe schon vom einen oder anderen gehört, dass sie gerne zum Spiel gekommen wären, aber doch dem Karneval den Vorzug geben. Da es in Köln beispielsweise aber vormittags losgeht, kann man ja beides auch verbinden. Bei uns gibt es abends ein tolles Spiel und anschließend eine Party.

Zur Person

Marcel Mutz wurde am 7. Mai 1987 in Leverkusen geboren. Der Trainer der Bergischen Panther wohnt mit seiner Lebensgefährtin in Wermelskirchen. Dort leitet er die Filiale der Volksbank im Bergischen Land. Beim CVJM Wermelskirchen steht seine handballerische Wiege. Mit dem HC Wermelskirchen ist er im Seniorenbereich in die Verbandsliga aufgstiegen. Seit mehr als elf Jahren ist er nun bei den Panthern im Einsatz.

Frank Lorenzet wurde am 6. Dezember 1967 geboren und lebt mit seiner Ehefrau in Witzhelden. Nachdem er 15 Jahre beim Leichlinger TV war, mit dem er 2008 in die 2. Liga aufstieg, ist er seit 2020 als Manager bei den Panthern. Als Trainer hat er bereits im Alter von 24 Jahren bei der HSG Hilgen/Niederwermelskirchen angefangen. Es folgten Stationen beim Wermelskirchener TV, beim Zweitligisten Duderstadt und in Longerich.

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