Handball

Klatt übernimmt einen Bundesligisten

Ceven Klatt freut sich bereist jetzt schon auf seine neue Aufgabe bei den Eulen. Foto: CK
+
Ceven Klatt freut sich bereist jetzt schon auf seine neue Aufgabe bei den Eulen.
  • Peter Kuhlendahl
    VonPeter Kuhlendahl
    schließen

Der Ex-Spielertrainer der Bergischen Panther und Spieler der HG Remscheid macht den nächsten Karriereschritt.

Von Peter Kuhlendahl

Herr Klatt, als diese Nachricht in den vergangenen Tagen die Runde machte, haben auch die Handballinteressierten in der ganzen Region aufgehorcht: Ceven Klatt wird in der neuen Saison Trainer beim Bundesligisten Eulen Ludwigshafen.

Ceven Klatt (lacht): Das kann ich mir vorstellen. Reaktionen gab es ja bereits, nachdem die ersten Gerüchte aufgekommen waren und mein Name bei den Eulen in Ludwigshafen voreilig ins Gespräch gebracht worden war. Und natürlich erst recht, nachdem es wenige Tage später dann auch schließlich fix war.

Wie kam der erste Kontakt zustande?

Klatt: Ich habe im Herbst vergangenen Jahres einen Anruf des aktuellen Trainers Ben Matschke bekommen, nachdem der seinen Wechsel zur HSG Wetzlar zur neuen Saison bekanntgegeben hatte. Er fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, sein Nachfolger zu werden. Wir kennen uns zwar von Testspielen oder Lehrgängen. Aber ich war schon ein wenig überrascht.

Wie ging es dann weiter?

Klatt: Alles Weitere wurde dann mit den Verantwortlichen in Ludwigshafen besprochen. Ben hat quasi nur den Kontakt hergestellt. Im Gespräch waren natürlich auch andere Kandidaten. Aber es ehrt einen bereits, wenn man dabei ist.

Haben Sie sich bei Ihrer Entscheidung, als es in die finalen Gespräche ging, auch Rat von Außen geholt?

Klatt: Nein. Ich habe darüber nur mit meiner Frau gesprochen. Die Gefahr war einfach zu groß, dass etwas durchsickert. Das wollte ich einfach nicht.

Sie sind in der zweiten Saison Chefcoach beim Zweitligisten Rimpar Wölfe in Franken. Dort haben Sie immer betont, wie wohl Sie sich fühlen würden. Die endgültige Entscheidung dürfte Ihnen nicht einfach gefallen sein, oder?

Klatt: Mit Sicherheit nicht. Und ich möchte auch betonen, dass es keine Entscheidung gegen Rimpar war. Es wird nun mal der nächste Schritt in meiner Trainerkarriere sein.

Die Eulen stecken in der 1. Liga tief im Abstiegskampf. Vier von 20 Teams müssen den Gang in die 2. Liga antreten. Ludwigshafen rangiert auf dem 18. Platz. Mit zwei Punkten Rückstand auf das rettende Ufer. Dass Sie auch in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga arbeiten, steht durchaus im Raum.

Klatt: Natürlich. Da bin ich ja auch Realist. Dies hat natürlich bei meinen Überlegungen keine Rolle gespielt. Und wenn es die 2. Liga werden sollte, kann ich da durchaus meine langjährige Erfahrung in der Klasse einbringen.

In der Sie aktuell ja mit den Wölfen auch noch fast Zweidrittel der Spielzeit vor sich haben. Nach der WM-Pause geht es am Wochenende wieder los. Wie lauten da die Ziele?

Klatt: Auf die restlichen Spiele in der 2. Liga richtet sich auch meine ganze Energie. Natürlich wollen wir da möglichst schnell viele Punkte sammeln, um gar nicht erst in Gefahr zu geraten.

Gemeinsam mit René Witte (l.) und den Rhein Vikings war Ceven Klatt (r.) in der 2. Bundesliga auch schon beim Bergischen HC zu Gast, dessen Sportlicher Leiter damals Viktor Szilagyi war.

Unser Ziel ist wie in der vergangenen Saison ein einstelliger Tabellenplatz. Dass dies unter den coronabedingten Gegebenheiten nicht leicht ist, dürfte klar sein. Besonders in den Heimspielen fehlen uns einfach die Fans.

Mit einem Auge werden Sie in den kommenden Monaten natürlich auch den Weg Ihres künftigen Clubs in der Bundesliga verfolgen. Können und dürfen Sie da hinsichtlich der Planungen für die neue Saison schon irgendwie Einfluss nehmen?

Klatt: In meiner kompletten Arbeitszeit widme ich mich natürlich ausschließlich meinem jetzigen Verein. Dass ich mir in meiner Freizeit dann auch über andere Dinge Gedanken mache, ist klar.

Sie haben mit Ihrer Ehefrau Anja zwei Kinder. Die Familie ist Ihnen wichtig. Steht im Sommer nun auch der nächste Umzug an? Vor zwei Jahren sind Sie aus dem Rheinland nach Bayern gezogen.

Klatt: Wir leben in Kitzingen in der Nähe von Würzburg und fühlen uns dort sehr wohl. Die Familie bleibt erstmal da. Die Kinder sind mittlerweile in einem Alter, in dem wir sie nicht schon wieder aus der gewohnten Umgebung mit Schule und Freuden reißen wollen. Ich werde also pendeln.

Bevor Sie nach Bayern gezogen sind, war Ihr sportlicher und privater Mittelpunkt im Bergischen Land und im Düsseldorfer Raum. Wie eng sind da noch die Kontakte?

Klatt: Sehr eng. Mit Marcel Mutz und Erwin Reinacher von den Panthern telefoniere ich regelmäßig. Wie natürlich auch mit René Witte mit dem ich beim TuS Wermelskirchen zusammen gearbeitet habe und später in Neuss beziehungsweise bei den Rhein Vikings in der 2. Liga. Aber auch mit Michael Heimansfeld. Mit ihm habe ich selbst noch bei der HG Remscheid gespielt.

Verfolgen Sie den Werdegang Ihrer Ex-Teams wie die Panther und die Remscheider?

Klatt: Na klar. Bei den Panthern wird in der 3. Liga ein richtig guter Job gemacht. Die haben echt ein Händchen dafür, erfahrene und ehemalige Erst- und Zweitligaspieler wie Max Weiß oder Jens Reinarz in Einklang mit jungen talentierten Spielern zu bringen. Das passt. Für die HGR ist es schade, dass sie in der Regionalliga mit dem aktuellen Kader wohl nicht mehr spielen können.

Zur Person

Ceven Klatt wurde am 11. Juni 1983 in Brandenburg geboren. Mit seinen Eltern ist er in jungen Jahren ins Rheinland gezogen. Klatt ist verheiratet und hat mit seiner Frau einen Sohn und eine Tochter. Aktiv war er unter anderem als Kreisläufer bei Unitas Haan, dem LTV Wuppertal, der HG Remscheid, dem TuS Wermelskirchen und den Bergischen Panthern. Dort war er Spielertrainer. Von da wechselte er zum Neusser HV, den er als Rhein Vikings in die 2. Bundesliga führte.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Die Panther nehmen die Jugendarbeit vermehrt in den Fokus
Die Panther nehmen die Jugendarbeit vermehrt in den Fokus
Die Panther nehmen die Jugendarbeit vermehrt in den Fokus
Erst den Kopf drehen, dann den Oberkörper
Erst den Kopf drehen, dann den Oberkörper
Erst den Kopf drehen, dann den Oberkörper

Kommentare