Sportlicher Adventskalender

Karriereende? Sag niemals nie . . .

Mit der Nummer 21 auf dem Rücken hat Patrick Kunde über viele Jahre hinweg für Angst und Schrecken bei den Gegnern gesorgt. Foto: pk
+
Mit der Nummer 21 auf dem Rücken hat Patrick Kunde über viele Jahre hinweg für Angst und Schrecken bei den Gegnern gesorgt.
  • Fabian Herzog
    VonFabian Herzog
    schließen

21. Adventstürchen mit Patrick Kunde

Von Fabian Herzog

Remscheid. Zahlen haben im Fußballerleben von Patrick Kunde immer eine große Rolle gespielt. Nicht für ihn selbst, aber die Statistiker. Der Wermelskirchener, der seine Karriere verletzungsbedingt abbrechen musste, kann auf eine sagenhafte Torausbeute zurückblicken. Alleine in den vergangenen sechs kompletten Saisons, die er für den SV 09/35 und den VfB Marathon in Landes- beziehungsweise Kreisliga A absolvierte, gelangen ihm über 130 Treffer.

Den Großteil davon im Trikot mit der Nummer 21. „Die war mein Glücksbringer“, sagte der 28-Jährige mit dem unvergleichlichen Torinstinkt. Dabei war er eher zufällig an diese Rückennummer gekommen. In seiner ersten Seniorensaison beim VfB hatte er noch die 11 getragen. „Dann wollte Marcel Boeder die, und ich habe die 21 genommen“, erinnert sich Kunde.

Ab der Saison 2012/13 sorgte diese Nummer für Angst und Schrecken in der Kreisliga A. Zweimal, 2015 und 2017, holte sich Kunde den Goldenen Schuh, die Torjägerkrone des RGA. Nach seiner Rückkehr 2017 ins Eifgen, wo er mit dem Fußballspielen auch angefangen hatte, stellte der Angreifer seine Qualitäten unter Beweis und ließ sich auch vom ersten Kreuzbandriss nicht aus der Bahn werfen. Mit 18 Toren und 13 Vorlagen hatte Kunde in der Spielzeit 2018/19 großen Anteil am Landesliga-Aufstieg. Doch im Oktober 2019 erwischte es ihn erneut.

Ein Kreuzbandanriss samt Knorpelschaden aus dem Spiel gegen Speldorf schockte ihn und alle, die ihn kennen. Trotz seiner erst 27 Jahre fasste er den Entschluss: „Das war´s.“ Auch weil dem Angestellten der TPM-Lübbe GmbH & Co. KG, einem medizinischen Fachhandel, das Risiko „aus beruflicher Sicht“ zu groß wurde. Außerdem, gibt er zu: „Ich hatte einfach Schiss, dass noch mal etwas passieren könnte.“

Mit dem Leben als vorzeitiger Fußballrentner kann sich Kunde allerdings nur schwer anfreunden. Sechs Mal pro Woche tobt er sich im Fitnessstudio aus, schafft so einen Ausgleich und hält sich (für seine Freundin) in Form. Aber das Miteinander in der Kabine, die nicht immer tiefsinnigen Gespräche – „all das fehlt mir schon.“ Wobei er die freien Sonntage durchaus auch zu schätzen weiß. Und nicht nur er. „Ich war dieses Jahr zum ersten Mal an einem Sonntag auf dem Geburtstag meiner Schwester“, erzählt Kunde lächelnd. Außerdem schaut er sich mal ein Spiel des SV 09/35 an, mal eins des VfB. „Dann juckt es aber ganz schön in den Beinen.“

Komplett ausschließen will er daher auch nicht, dass er die Schuhe irgendwann noch einmal vom Haken nimmt. „Man soll niemals nie sagen“, meint der 28-Jährige mit einem Augenzwinkern. Vielleicht geht er also noch mal auf Torejagd. Dann garantiert wieder mit der Rückennummer 21.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Lüttringhausener halten mit dem Spitzenreiter Schritt
Lüttringhausener halten mit dem Spitzenreiter Schritt
Lüttringhausener halten mit dem Spitzenreiter Schritt
Pleite in Opladen: Bergische Panther enttäuschen maßlos
Pleite in Opladen: Bergische Panther enttäuschen maßlos
Pleite in Opladen: Bergische Panther enttäuschen maßlos
FCR zieht sich den Schuh des Favoriten an
FCR zieht sich den Schuh des Favoriten an
FCR zieht sich den Schuh des Favoriten an
Tattoos bei Profisportlern: Oberkörper ist noch in Arbeit
Tattoos bei Profisportlern: Oberkörper ist noch in Arbeit
Tattoos bei Profisportlern: Oberkörper ist noch in Arbeit

Kommentare