Handball

Bergische Panther: Justus Ueberholz behält kühlen Kopf

So schön können Auswärtssiege in Hessen sein: die Bergischen Panther nach dem Erfolg beim GSV Baunatal. Foto: Andreas Dach
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So schön können Auswärtssiege in Hessen sein: die Bergischen Panther nach dem Erfolg beim GSV Baunatal.
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3. Liga: Panther absolvieren kurioses „Endspiel“ um den Klassenerhalt - die Entscheidung gab es in buchstäblich letzter Sekunde. Am Rande gab es ein Wiedersehen.

Von Andreas Dach

Remscheid. Der erste Weg nach dem Abpfiff führte zu den Eltern. Matthias und Anne Ueberholz warteten schon auf der untersten Tribünenbank auf ihren Sohn. Den Matchwinner.

Der Treffer von Justus Ueberholz zum 22:21 (13:8) der Bergischen Panther beim GSV Baunatal, erzielt 16 Sekunden vor der Schlusssirene, sollte der entscheidende in der hochmodernen Rundsporthalle sein. Da gab es eine Menge zu erzählen. In einem Moment, in welchem alle Lasten von ihm und seinen Mannschaftskameraden ganz langsam abfielen. Die wichtigsten Punkte der Saison waren im Sack. Nach einem Aufregerspiel besonderer Art.

Ueberholz hatte Verantwortung übernommen, als die Luft immer dünner geworden war und die Nordhessen nach einer schon verloren geglaubten Partie ausgeglichen hatten. Da brauchte es Mut und Unaufgeregtheit. Eben einen Ueberholz. „Als ich dann plötzlich frei vor dem Tor war, musste ich nur noch überlegen, wohin ich werfe“, sagte der Spielmacher. Nur noch . . .

Was hatten die Panther in der zweiten Halbzeit an Würfen versemmelt. Oft freistehend. Oft aus megagünstigen Positionen. „Wenn er nicht so häufig Verletzungspech gehabt hätte, wären wir gar nicht in die Situation gekommen, uns über den Abstiegskampf Gedanken machen zu müssen.“ Die Worte von Manager Frank Lorenzet – ein verbaler Ritterschlag für den Matchwinner.

Dazu auch der Einwurf von Andreas Dach: Alles hat zwei Seiten

„Da ist mir das Herz in die Hose gerutscht!“

Robin Eigenbrod, Panther-Keeper

Dass mit Ueberholz´ Treffer die dramatischste Phase des Spiels eingeläutet wurde, konnte zu dem Zeitpunkt niemand ahnen. Der GSV lauerte auf seine Chance. In 16 verbleibenden Sekunden, die spektakulärer und verwirrender kaum verlaufen konnten. Die Begegnung war unterbrochen, die Uhr lief aber durch. Um dann gar nicht mehr zu funktionieren. „Die Funkmaus klappte nicht“, berichtete Team-Manager Thorsten Brütsch.

Was folgte, waren Diskussionen, Beratungen und Undurchsichtigkeiten. Die Begegnung wurde angepfiffen, kurze Zeit später schon wieder unterbrochen. Noch vier Sekunden – so zeigten es die Schiris an. Baunatals Fynn Reinhardt stieg hoch, warf und traf. Genau in den Winkel. „Da ist mir das Herz in die Hose gerutscht“, gab Panther-Torhüter Robin Eigenbrod zu, der durchgespielt und eine starke Leistung gezeigt hatte.

Glück für ihn, Glück für die Gäste: Die Sirene war ertönt, bevor das Leder das Netz ausbeulte. Noch einmal Eigenbrod: „Wenn der gezählt hätte, hätte ich die Nacht nicht schlafen können.“ So wurden es zwei Punkte – und damit ein perfektes Geburtstagsgeschenk für Henrik Heider. Der Halbrechte wurde am Samstag 27 Jahre alt und schüttelte ungläubig grinsend den Kopf: „Was war das für ein Spiel der Kuriositäten.“

„Wir sind überglücklich“, sagte Trainer Marcel Mutz. „Auch wenn es eher Kampf und Krampf war, zählt alleine, dass wir gewonnen haben.“ Dem schloss sich auch Lorenzet an: „Schöne Endspiele sind eher selten.“

Ja, die Begegnung war bei den Panthern als Endspiel um den Klassenerhalt deklariert worden. Durch sind sie noch nicht, aber die Wahrscheinlichkeit auf ein weiteres Jahr in Liga drei ist deutlich größer geworden. Was auch mit den „Lemgoer Hexen“ zu tun hat. Eine Abordnung des Bundesligisten unterstützte die Panther lautstark. Längst ist eine Freundschaft der Fanclubs entstanden. Eine weitere tolle Randnotiz.

Am Rande notiert: Wiedersehen mit Ralf Horstmann

Zeiten ändern sich, Vereinsvorlieben auch. Einst war Ralf Horstmann umsichtiger Regisseur beim Handball-Regionalligisten Wermelskirchener TV. Sein Trainer damals: Frank Lorenzet. Inzwischen lebt der Lehrer mit seiner Familie in Hessen, trainiert die A-Jugend des GSV Baunatal. Und kommentiert nebenbei die Spiele der Ersten für Sportdeutschland.tv. So gab es ein Wiedersehen.

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