Mountainbiking

Zum Jubiläum gönnen sie sich einen Guide

Diese sieben Remscheider wollen die Alpen auf dem Mountainbike überqueren: Hans Etterer, Carsten Hausmann, Jürgen Kuhlmann, Thomas Merten, Thomas Schad, Dieter Kopp und Torsten Meißner (v.l.).
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Diese sieben Remscheider wollen die Alpen auf dem Mountainbike überqueren: Hans Etterer, Carsten Hausmann, Jürgen Kuhlmann, Thomas Merten, Thomas Schad, Dieter Kopp und Torsten Meißner (v.l.).
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Sieben Freunde wollen die Alpen mit ihren Mountainbikes überqueren.

Von Andreas Dach

Sie haben gebangt, sie haben gezittert, sie haben gehofft. Die „Bergischen Jungs“ mussten eine lange Phase der Ungewissheit überstehen. Als dann vor mehr als drei Wochen das Okay seitens des Veranstalters kam, fielen Lasten ab von Carsten Hausmann, Hans Etterer, Thomas Merten, Jürgen Kuhlmann, Thomas Schad, Dieter Kopp und Torsten Meißner. Die sieben Remscheider Mountainbiker brechen am kommenden Samstag (11. Juli) zu einer Jubiläumstour auf. Sie wollen und werden die Alpen mit ihren Zweirädern überqueren. Von Füssen bis zum Comer See.

Dahinter steckt eine Wahnsinnsstrapaze. Zwischen dem 12. und 17. Juli müssen in sechs Tagesetappen 380 Kilometer bei 6900 Höhenmetern absolviert werden. Darauf haben sich die sieben leidenschaftlichen Radsportler seit vielen Monaten akribisch vorbereitet. Corona drohte ausgerechnet zur 25. Tour einen Strich durch die Rechnung zu machen. Als Multicycle-Tours – so lautet der Name des Veranstalters – nun den Daumen hob, atmeten die Remscheider tief durch.

Auf solche atemberaubende Ausblicke wie hier in den Dolomiten freuen sich die Mountainbiker auch diesmal wieder.

Zu ihrem Jubiläum haben sie sich entgegen sonstiger Gepflogenheit einen Guide gegönnt, der sie auf den zum Teil richtig schwierigen Passagen und auch darüber hinaus begleiten wird. Entgegen sonstiger Gepflogenheiten, für sich selbst Touren zu organisieren und von einem Ort sternförmig täglich ein neues Ziel in Angriff zu nehmen, legt man das sportliche Schicksal diesmal in die Hände eines Veranstalters, der sich auf Transalp-Touren spezialisiert hat. Das Vierteljahrhundert auf dem Mountainbike soll gefeiert werden.

Die meisten von ihnen waren früher (und sind es zum Teil auch noch heute) sehr erfolgreiche Marathonläufer. Als sich erste Wehwehchen einstellten, entstand die Idee, aufs Zweirad umzusteigen. Als 1996 von Grassau aus erstmals gefahren wurde, bestand die Besetzung aus Carsten Hausmann, Hans Etterer, Rolf Mottmann und Gerd Althaus und Jürgen Kuhlmann. Zu dem Zeitpunkt konnte niemand ahnen, dass man 25 Jahre später dieses großartige Jubiläum feiern würde.

Die Besetzungen veränderten sich, die Ziele auch. Grainau, Spitzingsee, Bodenmais, Mittenwald, Bad Hindelang, Bregenzer Wald, Dolomiten – damit ist nur ein kleiner Ausschnitt der (Mittel-)Gebirge genannt, die man in Angriff genommen hat. Was allen Fahrten gemeinsam war: Die Radler aus Remscheid – die meisten von ihnen wohnen in Lennep – entpuppten sich Jahre für Jahr als großartige Sportler, als echtes Team und mindestens genauso tolle Repräsentanten der Stadt.

„Noch sind wir nicht beim E-Bike angekommen!“

Carsten Hausmann, Mountainbiker

So wird es auch diesmal sein, wenn man knallharte Touren in Angriff nimmt. Überwiegend geht es über Schotter. „Es sind viele Singletrails dabei“, beschreibt Dieter Kopp die Anforderungen. Er ist zum sechsten Mal dabei. Rekordhalter ist Carsten Hausmann. Er hat alle Fahrten mitgemacht. „Wir wollen uns das so lange wie möglich bewahren“, sagt er. Und lächelnd: „Noch sind wir nicht beim E-Bike angekommen.“

Um überhaupt für die Transalp-Tour zugelassen zu werden, musste ein Qualitätsnachweis erbracht werden. Von vier möglichen Schwierigkeitsgraden haben sich die „Bergischen Jungs“ für Level zwei entschieden. Es besagt, dass man 80 Kilometer und 1680 Höhenmeter pro Tag schaffen sollte. Kein Problem für die Männer gesetzteren Alters. Newcomer Torsten Meißner (geboren im Jahr 1964) ist der Jüngste im Bunde, Carsten Hausmann (geboren im Jahr 1948) ist der Senior der Gruppe.

Was das Team auszeichnet, ist ein unglaubliches Teamgefüge. Thomas Merten, als Folge einer Krebserkrankung seit Ende der 90er-Jahre einbeinig, sagt: „Uns zeichnet gegenseitige Toleranz aus.“ Nur so geht es. Nur so schafft man es, solche Leistungen zu bringen. Und dabei sogar noch Spaß zu haben. „Wir haben immer Sichtkontakt“, verdeutlicht Jürgen Kuhlmann, dass es keine Ausreißer gibt. Dieter Kopp ergänzt: „Es ergibt sich, wer vorne und wer hinten fährt.“

Alle fahren leistungsorientiert, alle haben das gleiche Ziel, alle haben ein vergleichbares Leistungsvermögen – beste Voraussetzungen, um auch die Jubiläumstour so richtig genießen zu können. 1. Tag: Von Füssen nach Imst (70 Kilometer, 1200 Höhenmeter), 2. Tag: Von Imst nach Ischgl (60 km, 1400 HM), 3. Tag: Von Ischgl nach S´charl (60 km, 1100 HM), 4. Tag: Von S´charl nach Livigno (50 km, 1550 HM), 5. Tag: Von Livigno nach Maloja (70 km, 1100 HM), 6. Tag: Von Maloja nach Colico (70 km, 550 HM).

Sie alle möchten gesund ans Ziel kommen

Während die Remscheider Mountainbiker Kilometer für Kilometer vier Länder (Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien) in Angriff nehmen, bringt ein Shuttleservice ihr Gepäck zur jeweils nächsten Station. „Das Wetter sollte mitspielen“, wünschen sich die Radsportler. Und noch wichtiger ist den Freunden: „Wir wollen gesund ans Ziel kommen.“

Damit es eine Tour für die Ewigkeit wird, von der sie viel zu berichten haben. Von Fahrten parallel zum Fernpass, vom Paznauntal, von der Engadiner Gletscherwelt, vom Schweizer Nationalpark, von kristallklaren Seen. Dieter Kopp sagt: „Wir haben Freude an dem, was wir zusammen leisten. Das schweißt uns zusammen.“

Hintergrund

An den bislang 24 Touren haben folgende Mountainbiker teilgenommen: Carsten Hausmann (24-mal), Hans Etterer (21), Thomas Merten (21), Jürgen Kuhlmann (19), Peter Lange (11), Gerd Althaus (9), Thomas Schad (8), Dieter Kopp, Rolf Mottmann (je 6), Volkmar Nehmwert (4), Markus Eschweiler (1).

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