Nachruf

Jetzt organisiert Horst Lepperhoff die Rennen im Himmel

So sah sich Horst Lepperhoff am liebsten: Mit dem Rad vor der Kathedrale von Palma de Mallorca. Mit diesem Bild erinnerte der RV Adler in seinem Nachruf an den Verstorbenen. Foto: RV Adler
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So sah sich Horst Lepperhoff am liebsten: Mit dem Rad vor der Kathedrale von Palma de Mallorca. Mit diesem Bild erinnerte der RV Adler in seinem Nachruf an den Verstorbenen.
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Horst Lepperhoff stirbt im Alter von 87 Jahren. Sein Leben galt der Familie und dem Radsport.

Von Andreas Dach

Er war einer der Großen im Remscheider Sport, hat die Radsportszene im Bergischen Land und weit darüber hinaus über Jahrzehnte geprägt. Am Donnerstag vergangener Woche, dem 17. Februar, ist Horst Lepperhoff im Alter von 87 Jahren in einer Leverkusener Klinik nach kurzer schwerer Krankheit im Kreise seiner Familie gestorben. Was für eine traurige Nachricht.

Horst Lepperhoff zeigte über Jahrzehnte beim Verein seines Herzens die Richtung an.

Irgendwie mag und kann man sich nicht vorstellen, dass dieser Mann, der die ewige Jugend gepachtet zu haben schien und bis ins hohe Alter seiner radsportlichen Leidenschaft nachgegangen ist, nicht mehr als Helfer oder Organisator bei den großen Sportereignissen der Region präsent ist. Nicht bei den Veranstaltungen seines geliebten RV Adler Lüttringhausen, bei dem er über viele, viele Jahre als Gründungsmitglied, (Ehren-)Vorsitzender, Geschäftsführer und Trainer Verantwortung getragen hat. Nicht beim ATV-Triathlon – er hatte sich dort auch in dieser Dreier-Disziplin einen Namen gemacht –, nicht beim Röntgenlauf (als Begleitfahrer) und wo auch immer Sportlerinnen und Sportler zusammenkamen, um ihre Ausdauerqualitäten unter Beweis zu stellen. Überall war Lepperhoff gefragt. Als Insider, als Ratgeber, als Mensch. Wer sich mit ihm unterhielt, erfuhr Wissenswertes. Erlebte einen Mann, der sich für den Sport begeisterte. Geradezu für ihn brannte.

Lepperhoff trägt den Namen des Vereins hinaus in die Welt

Als ehemaliger erfolgreicher Radrennfahrer, der in jungen Jahren als Profi in ganz Europa unterwegs war, wusste er, wovon er redete. Das kam ihm zugute, als er später die Organisation von Straßenrennen in Lüttringhausen übernahm. Fahrerinnen und Fahrer aller Couleur folgten seinem Lockruf und damit dem des RV Adler. Der Name des Vereins hat(te) bundesweit und bis hinaus in die Welt einen guten Klang.

Das war Lepperhoff wichtig. Dem Sportsmann, der alles dafür tat, dass der Radsport in Remscheid einen Wohlklang hatte. Dafür kämpfte, eckte auch schon mal bewusst an, zeigte sich unbequem. Alles für die Sache. Möglich war ihm das über all die Jahre nur, weil ihm die Familie immer den Rücken freigehalten hat. Allen voran seine geliebte Ehefrau Ellen, mit der er im vergangenen Jahr die Diamantene Hochzeit gefeiert hat. Aber selbstverständlich auch die Kinder Dirk und Claudia, Schwiegertochter Andrea, Schwiegersohn Werner und die Enkelkinder Kiara und Josefine.

Sie alle machten Lepperhoff so stark. So ausdauernd. Wie auch seine engsten Kumpels, die (fast) alle dem Radsport entstammen und mit denen er wundervolle Momente erleben durfte. Namentlich seien unter anderem Rolf Bauer und Herbert Grothe genannt. Meist auf seiner Lieblingsinsel Mallorca, auf denen er mehr als 50 Urlaube verbracht hat. Nie ohne sein Zweirad im Gepäck. Auch zwei schwere Stürze auf der Baleareninsel, die ihn dort zum Teil für Wochen in die Klinik beförderten, konnten nicht an seiner Leidenschaft kratzen. Motto: Weiter, immer weiter.

Irgendwann, Lepperhoff war schon weit über 80, stieg er aufs E-Bike um. Er spürte sein Alter, wollte bei den gemeinsamen Ausfahrten mit den Freunden aber noch auf Augenhöhe agieren. Da wurde die elektrische Unterstützung eine willkommene Hilfe. Schließlich konnte der Mann aus der Lüttringhausener Reinwardtstraße gar nicht mehr Radfahren. Die Schwindelanfälle wurden zu stark. Er wollte sich und andere auf der Straße nicht gefährden. Eine schwere Entscheidung für Horst Lepperhoff, der darunter litt, sich aber weiter fit hielt. Im hauseigenen Schwimmbad oder im Fitnesskeller an den Geräten.

So war er, dieser Mann, dem auch die Sportredaktion des RGA viel zu verdanken hat. Wie oft haben wir telefoniert, haben uns ausgetauscht, uns bei Sportveranstaltungen gesehen. Das waren besondere Momente in all den Jahren. Ach was, Jahrzehnten. Stets waren unsere Treffen von gegenseitigem Respekt geprägt, auch wenn er schon mal knurrig werden konnte, wenn ein Artikel im RGA-Sport aus seiner Sicht nicht groß genug gewesen oder an der falschen Stelle platziert war. Aber das war dann auch schnell wieder vorbei. Das Lächeln kehrte schnell in das oft braun gebrannte Gesicht des Mannes zurück.

Wir werden Horst Lepperhoff sehr vermissen und trauern mit der Familie. Horst, wir sind schon sehr gespannt, wann Du das erste Rennen im Himmel organisierst. Lass´ dort alle mal ordentlich in die Pedale treten.

Ehrungen

Das Leben des Horst Lepperhoff war unter anderem auch durch diverse Ehrungen geprägt. Beispielsweise wurden seine Verdienste durch die Stadt Remscheid, den RV Adler Lüttringhausen (Ehrenvorsitzender) und vom Heimatbund Lüttringhausen (Ehrenbrief und Goldene Nadel) gewürdigt. Dazu erhielt er das Bundesverdienstkreuz (durch den damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau).

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