Fußball

In Remscheid ebnet Peter Neururer den Karriereweg

Mann mit Remscheider Vergangenheit: Der frühere Bundesliga-Trainer Peter Neururer ist vor wenigen Tagen in den Vorstand des Fußball-Regionalligisten Wuppertaler SV gewählt worden. Foto: Andreas Gebert/dpa
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Mann mit Remscheider Vergangenheit: Der frühere Bundesliga-Trainer Peter Neururer ist vor wenigen Tagen in den Vorstand des Fußball-Regionalligisten Wuppertaler SV gewählt worden.

Peter Neururer will dem WSV als Vorstandsmitglied auf dem Weg zur Professionalisierung helfen.

Von Günter Hiege und Andreas Dach

Peter Neururer ist eine schillernde Persönlichkeit im deutsche Profi-Fußball. Was viele gar nicht wissen: Das 66-jährige neue Vorstandsmitglied des Fußball-Regionalligisten Wuppertaler SV hat eine Remscheider Vergangenheit. Beim VfB 06/08 Remscheid war der gebürtige Marler einst ein eisenharter Abwehrspieler, der mit seinem risikoreichen Spiel oft gelbe Karten provozierte. Sein letzter Auftritt in Remscheid war eher unrühmlich. Als der FCR ein Traditionsspiel gegen den FC Schalke 04 ausrichtete, war Neururer als Promigast ins Röntgenstadion eingeladen worden. Wegen eines nicht reservierten Parkplatzes machte er sofort wieder die Biege.

Sie haben mal gesagt: Ich? Mich bewerben? Ich muss gefunden werden. Wer hat Sie für den WSV gefunden?

Peter Neururer: Das war Friedhelm Runge. Ich bin ja im Prinzip wieder einmal in Richtung Wuppertal gekommen in Verbindung mit der Firma Stölting, für die ich im Beirat sitze. Da haben wir mit Wuppertal (Stölting ist aktuell Trikotsponsor beim WSV, d. Red) gesprochen. Ich habe dann viele Gespräche mit Friedhelm Runge geführt. Dabei habe ich festgestellt, dass der Verein, so wie er aufgestellt war, nicht gerade professionelle Strukturen gezeigt hat, aber auch die Möglichkeiten gesehen, die brachliegen. Friedhelm Runge hat mich dann gefragt, ob ich nicht Interesse hätte, bei der Professionalisierung dieser Strukturen mitzuhelfen und mir ein Angebot gemacht. Fit bin ich ja, und die Zeit habe ich momentan auch.

Was hat für Sie letztendlich den Ausschlag gegeben, das Amt anzunehmen, nachdem Sie in Wattenscheid als Sportdirektor schlechte Erfahrungen gemacht haben?

Neururer: Das ist genau der Punkt. In Wattenscheid wurde mir damals gesagt, was man vorhatte. Aber dem Aufsichtsrat und mir sind Zahlen genannt worden, die hinten und vorne nicht stimmten. Man hat mich nur benutzt als Sportdirektor, um Sponsoren heranzuziehen, um einer Insolvenz aus dem Weg zu gehen, nicht um sportlich etwas aufzubauen. Genau das Gegenteil habe ich hier festgestellt. Man hat mir gesagt, das können wir, mehr haben wir aber nicht. Daraus müssen wir etwas machen. Mit den Zahlen, die Herr Runge genannt hat, kann man natürlich nicht aufsteigen. Aber bei vernünftigem Einsetzen und Zugewinnen von anderen Leuten, die den Verein unterstützen, kann man einen positiven Weg gehen. Da kann man irgendwann, vielleicht auch mittelfristig, davon sprechen, dass der WSV mal wieder nach oben kommt. Jetzt gilt es, sich sportlich zu konsolidieren und die Möglichkeiten, die Wuppertal als Stadt hat, durch glaubwürdige Arbeit zu erschließen.

Wo wollen und wo können Sie dem WSV konkret helfen?

Neururer: Im sportlichen Bereich habe ich aufgrund der Tatsache, dass ich 619 Pflichtspiele als Cheftrainer in der 1. und 2. Bundesliga gemacht habe, Kontakte und ein Netzwerk. Das werde ich einbringen. Ich werde aber mit Sicherheit keine Dinge machen, die nur auf meine Person bezogen sind. Ich bin Teamplayer. Wir haben einen Trainer, wir haben einen Sportlichen Leiter, das wird mit denen abgesprochen. Es werden keine Spieler verpflichtet, die der Trainer oder der Sportliche Leiter nicht haben wollen. Allerdings werden auch keine Dinge gemacht, die ich ablehne.

Sie sind, wie erwähnt, im Beirat von WSV-Trikotsponsor Stölting. Inwieweit ist da ein Interessenkonflikt ausgeschlossen?

Neururer: Da kann keiner sein. Ich bin im Beirat und habe keine Funktion, in der ich in dem Unternehmen etwas zu sagen habe. Im Augenblick ist Stölting beim WSV auf der Brust, aber das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Eine Abhängigkeit gibt es nicht.

Sie sollen beim WSV auch für den Bereich Kommunikation zuständig sein. Gibt es einen Sprecher im Vorstand?

Neururer: Darüber werden wir in diesen Tagen ausführlich sprechen. Da werden wir Wege, auch in der Kommunikation, festlegen. Es kann nicht sein, dass wir nach außen mit fünf Stimmen sprechen, teilweise ohne Absprache untereinander.

WSV-Scout Gaetano Manno hat unter Ihnen einst beim VfL Bochum zwei Bundesligaspiele gemacht, können Sie sich daran noch erinnern?

Neururer: Ja, Gaetano war ein außergewöhnlicher Fußballer, der mehr aus seinem Talent hätte machen können. Er hätte sich in der Bundesliga etablieren können. Als Mensch ist er überragend gut. Er hat eine gute Sach- und Fachkenntnis und einen guten Blick. Gut, dass wir ihn haben. Aber nicht nur bei ihm geht es jetzt darum, das für den Verein mitzunehmen, jedem seinen Bereich zuzuweisen, für den er dann auch Verantwortung trägt. Für alles gibt es Erklärungen und Entschuldigungen. Doch das wird es in Zukunft beim WSV nach Außen nicht mehr geben.

Welchen Zeitaufwand werden Sie für den Wuppertaler SV realistisch betreiben können?

Neururer: Je nach Bedarf. Klar werde ich auch in der Geschäftsstelle zugegen sein. Ich bin für den Bereich Sport, Kommunikation und Marketing zuständig. Das heißt nicht, dass ich mal komme und dann schnell wieder weg bin. Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig. Von Gelsenkirchen-Buer, wo ich wohne, sind es ja nur etwa 60 Kilometer.

Sportliche Vita

Als aktiver Fußballer hat sich der am 26. April 1955 geborene Peter Neururer ausschließlich im Amateurbereich bewegt, unter anderem in Remscheid. Anders als Trainer: Da war er im Profi-Geschäft unterwegs und beispielsweise für den FC Schalke 04 und den VfL Bochum verantwortlich. Letzteren führte er nicht nur in die Bundesliga, sondern danach auf Anhieb auch in den UEFA-Pokal.

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