Handball

In die Lieblingshalle will er nicht zurück

Manchmal muss es bei Maike Pallach aktuell auch der feine Zwirn sein. Foto: mp
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Manchmal muss es bei Maike Pallach aktuell auch der feine Zwirn sein.
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Ex-WTV-Handballer Maik Pallach soll die HSG Krefeld als Trainer in die 2. Bundesliga führen

Von Peter Kuhlendahl

Er war in seiner jahrzehntelangen handballerischen Karriere in unzähligen Hallen und Arenen aktiv. Doch an einen Schauplatz denkt Maik Pallach auch heute besonders gerne zurück. „Die Spiele in der Schwanen-Halle in Wermelskirchen sonntagnachmittags waren immer grandios“, betont der 39-Jährige. Vor fast 20 Jahren war er vom VfL Gummersbach zum damaligen Regionalligisten Wermelskirchener TV gewechselt. Unter Trainer Ole Hölzel war er von einem Nachwuchsspieler schließlich zu einem klasse Kreisläufer gereift.

Aber bei allen guten Erinnerungen an diese Sportstätte. Dort will er in der kommenden Meisterschaftsrunde mit seinem neuen Verein nicht mehr antreten. Maik Pallach hat vor einigen Wochen das Traineramt bei der HSG Krefeld, dem aktuellen Ligakonkurrenten der Bergischen Panther, übernommen. Der Drittligist aus Hilgen trägt bekanntlich auch einige Partien in Wermelskirchen aus. Und dies besonders gegen die Topteams der Liga. Zu denen gehören die Krefelder zweifelsohne. Aber Pallach soll die HSG, die für die Aufstiegsrunde – anders als die Panther – gemeldet haben, in den nächsten Wochen in die 2. Bundesliga führen.

Mit einigen Ex-WTV-Spielern hält Pallach seit Jahren Kontakt

Beste Erinnerungen hat Pallach auch noch an seine Ex-WTV-Mitspielern Jens Buss, Marc Ross, Thomas Küster und auch Shahrokh Rezaloo. „Mit ihnen habe ich immer noch Kontakt“, sagt Pallach, der deshalb auch im vergangenen Sommer die traurige Nachricht bekam, dass der langjährige WTV-Betreuer Ernst Dieter Krämer gestorben war. „Er war die Seele des Vereins. Ich konnte damals leider nicht zur Beerdigung, da ich Verpflichtungen in Großwallstadt hatte.“

Beim dortigen Traditionsverein, an dessen Aufstieg in die 2. Bundesliga er im vergangenen Sommer sehr großen Anteil hatte, war er bis Ende Januar dieses Jahres als Sportlicher Leiter aktiv. Nach Unterfranken war Pallach 2018 als Sportkoordinator gewechselt. War später allerdings auch als Interimstrainer beim langjährigen Bundesligisten in der 3. Liga im Einsatz. Vor seinem Engagement bei den Bayern war der diplomierte Gesundheitsökonom als Chef des Nachwuchsbereiches des VfL Gummersbach aktiv.

Im Jahr 2014 war Maike Pallach beim Drittligisten Leichlinger TV auch als Spielertrainer im Einsatz. Archivfoto: Doro Siewert

Dort im Oberbergischen war auch immer der Lebensmittelpunkt des Familienmenschen, der mit seiner Ehefrau drei Kinder hat. Ein Umzug nach Großwallstadt war für ihn aus privaten Gründen kein Thema. Nachdem er lange Zeit zwischen Gummersbach und Franken gependelt war, reifte in ihm bald die Erkenntnis, wieder in die Region zurückzukehren. Aus diesem Grund musst er dann auch nicht lange nachdenken, als schließlich die Anfrage aus Krefeld kam.

Die kam vom dortigen Sportlichen Leiter Stefan Nippes. „Wir hatten ja zusammen in Leichlingen gespielt und kennen uns sehr gut. Unser Kontakt war nie abgerissen.“ Dabei passte es Pallach auch ganz gut in den Kram, dass er vom Schreibtisch wieder auf die Trainerbank zurückkehren konnte. „Dabei kommt mir allerdings zugute, dass ich nun beide wichtigen Positionen bei den Clubs kennengelernt habe“, erklärt der Krefelder Trainer.

Am Niederrhein hat er nun allerdings ab sofort eine ganz besondere knackige Aufgabe vor sich. Die HSG, die beim Abbruch der Saison in vier Spielen nur eine Bilanz von zwei Siegen und zwei Niederlagen vorweisen konnte, hat sich ganz klar auf die Fahnen geschrieben, in die 2. Bundesliga aufzusteigen.

Krefeld hat für die Aufstiegsrunde aufgerüstet

Maik Pallach ackerte ab 2003 zwei Jahre am Kreis des Wermelskirchener TV in der Regionalliga. Archivfoto: Holger Battefeld

Wie ernst den Krefeldern die Aufgabe ist, wird alleine schon daran deutlich, dass sie sich eigens für die anstehende Aufstiegsrunde noch einmal richtig verstärkt haben. Vom Zweitligisten Wilhelmshavener HV kommt Abwehrspezialist Domagoj Srsen. Der 30-jährige Kroate hat auch bereits ordentliche Erstligaerfahrung und in der Saison 2018/19 mit dem TSV Hannover-Burgdorf das Final Four im DHB-Pokal erreicht. Ebenfalls die Defensive verstärken soll zudem der niederländische Nationalspieler Robin Schoenaker, der von Sporting Pelt kommt, einem Team aus der gemeinsamen belgisch-niederländischen Eliteliga.

Dass die Erwartungen an Pallach dadurch in Krefeld nicht kleiner werden, liegt auf der Hand. Von Druck will er allerdings nicht sprechen. „Ich sehe es eher als Ansporn“, betont er. 14 Mannschaften aus ganz Deutschland haben mittlerweile für eine Aufstiegsrunde gemeldet und damit eine Lizenz für die 2. Bundesliga beantragt. In den nächsten Tagen soll es dann weitere Informationen zum Modus und zu einem möglichen Beginn geben.

Falls die Mission Aufstieg am Ende allerdings nicht klappen sollte, gibt es vielleicht dann doch ein Wiedersehen in Wermelskirchen. Maik Pallach wird natürlich auch in der 3. Liga in Krefeld auf der Bank sitzen. Er hat dort einen Vertrag bis zum Sommer 2023 unterschrieben.

Stationen

In der Jugend des VfL Gummersbach hat Maik Pallach das Handballspielen gelernt. Über die 2. Mannschaft schaffte er dann den Sprung in den Bundesligakader der Oberbergischen. Dann wechselte er allerdings zum Wermelskirchener TV in die Regionalliga. Als der WTV aus finanziellen Gründen aufgeben musste, ging er zum Regionalliga-Aufsteiger TuS Derschlag. Später war er dann in der 3. Liga in Schalksmühle, Ferndorf und Leichlingen (hier auch als Spielertrainer) aktiv. Seine letzte Station als Spieler war dann noch einmal die 2. Mannschaft in Gummersbach.

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