Fußball

Vor 30 Jahren: In Berlin sicherte sich der FCR den ersten Matchball

Was für eine Gala! Mit 4:0 triumphierten die Remscheider am vorletzten Spieltag der Aufstiegsrunde bei TB Berlin und untermauerten die eigenen Ansprüche eindrucksvoll. Fotos:
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Was für eine Gala! Mit 4:0 triumphierten die Remscheider am vorletzten Spieltag der Aufstiegsrunde bei TB Berlin und untermauerten die eigenen Ansprüche eindrucksvoll.
  • Fabian Herzog
    VonFabian Herzog
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Der Weg der Remscheider Fußballer vor 30 Jahren zurück in die 2. Bundesliga – 13. Teil mit den Siegen gegen Göttingen und bei Tennis Borussia.

Der große Moment, die Rückkehr in die 2. Fußball-Bundesliga, rückte Anfang Juni 1991 immer näher. In der Aufstiegsrunde ging es in die heiße Phase – und die Fußballer des FC Remscheid behielten kühlen Kopf. In unserer Serie lassen wir diese für alle, die vor 30 Jahren dabei waren, so außergewöhnliche Zeit noch einmal aufleben und blicken mit den Original-Spielberichten auf die Schlachten zurück, in denen sich Detlef Pirsigs Mannschaft so bravourös schlug.

FCR – 1. SC Göttingen 05 1:0 (0:0) „FCR ist nicht kleinzukriegen!“, geschrieben von Andreas Dach

Der Abpfiff des unsicheren Schiedsrichters Rainer Boos kam einer Erlösung gleich. Für Spieler, Trainer und Fans des FC Remscheid. Nach dem hart umkämpften 1:0 (0:0) gegen Göttingen 05 ist der Nordrhein-Meister nun alleiniger Tabellenführer der Aufstiegsrunde zur 2. Fußball-Bundesliga, Gruppe Nord, hat sein Schicksal in den verbleibenden drei Spielen selbst in den Händen.

Bis zum Aufstieg liegt freilich noch ein beschwerlicher Weg vor den Mannen von Detlef Pirsig und Friedhelm Vos. Denn eines wurde gestern vor 7000 begeisterten Zuschauern im „Lenneper Glutofen“ gegen die beinharten und gut organisierten Gäste unmißverständlich deutlich: Der Akku leert sich unaufhaltsam. Trotz der aufopferungsvollen Arbeit der medizinischen Abteilung. Torhüter Andre Stocki, der ausgenommen zweier Schrecksekunden in der Anfangsphase (Walle - 6. Minute, Rogowski - 11. Minute), einen ruhigen Nachmittag verlebte, lobte seine Vorderleute: „Unglaublich. wo die noch die Kraft hernehmen.“

Göttingen schlug der FCR – auch unter Christoph Daums Augen – mit 1:0.

Beispiel: Viktor Bridaitis. In der ersten Hälfte mit einigen ungewohnten Abspielfehlern, nach dem Wechsel ein Konditionswunder mit der nötigen Kraft für den Gewaltakt in der 55. Minute. Zdenko Kosanovic hatte einen weiten Einwurf von Peter Gemein weitergeleitet, der blonde Litauer per Kopfball für den Göttinger „Todesstoß“ gesorgt. Mit vehementem Einsatz. Ausgerechnet gegen die beiden Riesen Schindelmeister und Niemeyer. 1:0 - und die Entscheidung in einer Begegnung, die von Kampf und Dramatik lebte.

Und die im FCR einen verdienten Sieger fand. Obwohl er von den Gelb-Schwarzen bis zur letzten Sekunde gefordert wurde, keine Verschnaufpause einlegen konnte. Kosanovic meldete den gefürchteten Bodnariuk ab. Jakubauskas ließ Rogowski wie einen Lehrjungen aussehen. Die Voraussetzungen für den eminent wichtigen Erfolg wurden in der Abwehr geschaffen.

TB Berlin – FCR 0:4 (0:1) „Super-FCR auf Zweitligakurs“, geschrieben von Wolfgang Röhrig

Das wird ein Fußball-Fest im Stadion Lennep! Nach dem gestrigen 4:0 (1:0)-Kantersieg bei Tennis Borussia Berlin steht der FC Remscheid mit einem Bein in der zweiten Fußball-Bundesliga. Nur noch zwei Punkte fehlen. Und die kann die Pirsig-Truppe schon am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg einfahren. „Jetzt können wir den Sekt kaltstellen“, jubelte Mittelstürmer Peter Gemein nach der beeindruckenden Vorstellung in Berlin.

Daß der Akku noch lange nicht leer ist, demonstrierte der FCR auf eindrucksvolle Weise. Ralf Kessens Treffer in der zweiten Minute nach einem Griehsbach-Freistoß zeigte den 400 Zuschauern, mehr als die Hälfte davon aus Remscheid, wer Herr im Ring ist. Danach Einbahnstraßen-Fußball. Und weitere dicke Chancen, Berlins Bester, Torwart Oster, konnte über mangelnde Arbeit klagen. Einen Freistoß von Kosanovic kratzte er soeben aus dem Winkel.

FCR-Keeper André Stocki mußte erstmals nach 38 Minuten eingreifen. Niederhübner hatte von der Torauslinie aus abgezogen. Die einzige Szene, in der die Gäste die Berliner nicht im Griff hatten. Über die gesamte Distanz zog Remscheid sein erstklassiges Aufbauspiel auf.

Es war nur eine Frage der Zeit, wann weitere Treffer fallen würden. Zunächst aber Haareraufen. Marlin Tilner (47.) und Uwe Freitag (52.) vergaben hundertprozentige Chancen. Carsten Pröppers Torinstinkt versetzte TB den K.O. Mit einem satten 18 Meter-Knaller und einem Volleyschuß schlug er eiskalt zu. Den Schlußpunkt setzte Flügelflitzer André Kröning mit dem 4:0 (62.). Danach schaukelte der FCR das Spiel im Stil einer Klassemannschaft nach Hause. Kräftesparen war angesagt, denn gegen Wolfsburg will die Truppe ihr „Meisterstück“ machen.

Statistik

Die Tabelle nach sechs von acht Spielen.

Das Spiel gegen Göttingen

FC Remscheid: 1 Stocki, 2 Griehsbach, 3 Freitag, 4 Kosanovic, 5 Jakubauskas, 6 Bridaitis, 7 Kessen (ab 90. 13 Grabienski), 8 Pröpper, 9 Kröning, 10 Gemein (ab 83. 14 Schmidt), 11 Tilner.

Schiedsrichter: Boos (Friedrichsdorf).

Zuschauer: 7000.

Tor: 1:0 (55.) Bridaitis.

Gelbe Karten: Freitag, Jakubauskas, Kröning – Walle, Reinke.

Das Spiel in Berlin

FC Remscheid: 1 Stocki, 2 Griehsbach, 3 Freitag, 4 Kosanovic, 5 Jakubauskas, 6 Bridaitis, 7 Kessen, 8 Pröpper, 9 Kröning, 10 Gemein (56. 14 Schmidt/71. 13 Grabienski), 11 Tilner.

Schiedsrichter: Wiesel (Ottbergen).

Zuschauer: 400.

Tore: 0:1 (2.) Kessen, 0:2, 0:3 (53./56.) Pröpper, 0:4 (62.) Kröning.

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