Bei ihnen nimmt die Liebe langen Anlauf

Obligatorisch: das Foto auf der Sperrmauer – mit RGA-Sportredakteur Andreas Dach, Antonia Hoff und Yannick Peinke. Foto: ad
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Obligatorisch: das Foto auf der Sperrmauer – mit RGA-Sportredakteur Andreas Dach, Antonia Hoff und Yannick Peinke.

An der frischen Luft . . . mit Yannick Peinke (IGR) und Antonia Hoff (RTV) – Die beiden Rollsportler sind ein Paar

Von Andreas Dach

Remscheid. Ihre Körperbeherrschung kommt ihnen entgegen. Yannick Peinke und Antonia Hoff weichen fetten Pfützen aus, machen große Bögen um besonders matschige Fleckchen. Davon gibt es an diesem Vormittag einige. Langer Schritt nach rechts, flotte Drehung nach links – der Spazierweg um die Eschbachtalsperre entpuppt sich als Slalom-Parcours. Es macht Sinn, spontane Seitenverlagerungen im sportlichen Repertoire zu haben.

Zuvor hat es kräftig geregnet und es nieselt noch immer unangenehm, als wir uns auf den Weg machen. Der Rollhockeyspieler der IGR Remscheid und die Rollkunstläuferin des Remscheider TV sind seit zweieinhalb Jahren ein Paar. Ein glückliches, wie man spürt. Sie gehen liebevoll miteinander um. Aufmerksam. Dass sie an diesem Tag Zeit für eine gemeinsame Runde mit dem RGA-Sport haben, ist ein Glücksfall. Yannick Peinke hat Urlaub, muss nicht nach Neuss, wo er als Sporttherapeut im Alexius/Josef-Krankenhaus in der Psychiatrie tätig ist. Und Antonia Hoff braucht heute mal nicht zur Uni nach Wuppertal. Sie studiert Deutsch und Sport auf Lehramt.Gute Laune trotz Schmuddelwetters beim Gang um die Talsperre: Yannick Peinke und Antonia Hoff: Foto: Andreas Dach

Gute Laune trotz Schmuddelwetters beim Gang um die Talsperre: Yannick Peinke und Antonia Hoff.

Beide kennen sich schon seit Kindesbeinen. Gefunkt hat es aber erst viel später. Nach ganz langem Anlauf. Sie spürten, dass sich da etwas entwickelte, als sie sich beim Training in der Halle sahen. Antonia Hoff packte ihre Rollschuhe ein, wenn das Magic Team des RTV seine Einheiten absolviert hatte. Yannick Peinke seine aus, weil direkt danach das Training der IGR anstand. Ein Lächeln, ein paar nette Worte. Es wurde mehr. „Dadurch bin ich sogar mal ein paar Minuten zu spät zum Training gekommen“, weiß er noch. Man hatte sich festgequatscht, fühlte sich wohl miteinander. Aber der erste Kuss – der ließ auf sich warten. Irgendwann im Auto fasste sich der Nationalspieler ein Herz, sagt heute: „Das ging ja schließlich nicht so weiter.“ Unangenehm wird es Antonia nicht gewesen sein. Seit dem Tag sind sie zusammen.

„So nennen mich eigentlich fast alle!“

Antonia Hoff über ihren Spitznamen „Toni“

Witzig: Peinkes Mutter Doris war einst Rollkunstlauf-Trainerin seiner jetzigen Lebensgefährtin gewesen. Seine Schwestern Maira und Kira ebenfalls. Damals war noch kein Denken daran gewesen, dass man Jahre später enger miteinander zu tun bekommen würde. „Es kam auch vor, dass Toni zur Kleiderprobe zu uns nach Hause kam“, schildert Yannick Peinke seine Erinnerung. Er nahm das zur Kenntnis. Mehr nicht. Toni? „So nennen mich doch fast alle“, sagt Hoff lächelnd. „Antonia kommt eher selten vor.“

So sieht sich Yannick Peinke gerne - im Dress der IGR.

Seit zweieinhalb Jahren teilen sie ihr Leben, seit August 2019 auch eine gemeinsame Wohnung in der Platanenallee in Lennep. „Es sind zwar nur 50 Quadratmeter, aber wir haben eine Terrasse und einen großen Garten“, berichtet der Kapitän der IGR. Die Gefahr, sich auf den Geist zu gehen, besteht nicht. Normalerweise . . .

„Corona ist eine echte Probe für die Menschen“, stellt Yannick Peinke heraus. Für beide fällt das Training schon lange weg, Kontakte nach Außen beschränken sich auf ein Minimum. Man rückt noch enger zusammen. Wegen der 50 Quadratmeter. Und emotional.

Beide sind Familienmenschen, genießen das Zusammensein mit Eltern und Geschwistern beziehungsweise (im Falle von Peinke) deren Kindern. Erst kürzlich noch waren die beiden bei einer seiner beiden Schwestern zum Spieleabend mit den Kids. Da stellt sich logischerweise die Frage nach eigenen Kindern. Sie wünschen sich Nachwuchs, das steht fest. Aber noch nicht so bald. „Ich will erst einmal mein Studium beenden und dann ein bisschen Geld verdienen“, betont Antonia Hoff, die derzeit auch noch an zwei Tagen pro Woche bei der Deutschen Vermögensberatung für Tiberius Jeck tätig ist. „Wir haben doch Zeit“, findet auch Yannick Peinke.

„T

Und so „Toni“ Hoff - als Rollkunstläuferin.

oni“ Hoff sollte Handballerin werden. So hatte es Vater Stephan Hoff geplant, selbst langjähriger Torhüter bei der Lenneper TG und später bei den Bergischen Soldaten. Wenn da nur nicht die Rollschuhe gewesen wären, die seine Tochter zufällig im Keller fand. „Damit bin ich dort rumgedüst“, weiß sie noch. Wurde nichts mit dem Handball . . .

Bei den Rollsportlern ist auch der Fußball ein Thema. Vom Hoffs sind eingefleischte Schalker, Peinke sympathisiert mit Borussia Dortmund. Eins der ersten Fotos, welches seine Antonia ihm per WhatsApp schickte, zeigte sie im S04-Dress. Peinke schluckte, doch die Liebe siegte. Er sagt: „Gegensätze ziehen sich an.“

Und auch beim „Härtetest“, dem er sich bei den Schwiegereltern in spe unterziehen durfte, blieb er tapfer. Vor dem ersten gemeinsamen Fußballschauen hatte Stephan Hoff einen Schalke-Schal auf dem heimischen Sofa ausgebreitet. Peinke nahm trotzdem Platz. Heute ist man „dicke“, wie man sagt. Man mag sich sehr.

So ein Gang bei Dauerregen und durch tiefste Matsche macht gesprächig. „Sollen wir noch eine Runde gehen?“, fragen die beiden keck, als das obligatorische Foto auf der Sperrmauer im Kasten ist und wir uns dem Ende nähern.

Der Regen lässt nach. Es gäbe noch so viel, worüber man sprechen könnte. Über den sportlichen Lockdown zum Beispiel. „Ich hoffe, dass es vielleicht im März oder April wieder für uns losgeht“, sagt Peinke. Er hat sich vorgenommen, Rollhockey zu spielen, bis er 35 ist. „Vorher will ich noch Deutscher Meister werden und mit der IGR in der Champions League spielen.“ Das Feuer lodert weiter in ihm.

Auch in Antonia Hoff. Das Magic Team, die Kreativität des Rollkunstlaufs – man spürt, dass sie neben ihrem Yannick auch ihren Sport liebt. Beide sorgen sich: „Hoffentlich springen wegen Corona nicht zu viele Kinder und Jugendliche ab.“ Das wäre Gift. Vor allem für Randsportarten, wie es die ihren leider immer noch sind. Andererseits: Wer diese Geschichte liest, der erfährt,, was im Rollsport alles möglich ist. Auch in Liebesangelegenheiten . . .

Gut zu wissen

Alter: Yannick Peinke ist 29 Jahre alt, seine Freundin Antonia Hoff 24.

Eltern: Die Mütter beider heißen jeweils Doris. Sie begleiten die Karrieren ihrer Kinder genauso liebevoll wie die Väter. Dr. Volker Peinke fungiert bei der IGR als Mannschafts-Doc, Stephan Hoff schaut sich alle Auftritte seiner Tochter an. Längst auch die IGR-Spiele.

So fing es an: Peinke wurde durch seinen älteren Bruder Julian mit dem Rollhockey-Virus infiziert. Da war er gerade mal fünf Jahre alt. Beide spielten eine ganze Zeit gemeinsam für die IGR in der Bundesliga. Mittlerweile hat Julian sich aus der vordersten Reihe zurückgezogen. „Toni“ Hoff kam auch schon mit fünf Jahren zum Rollkunstlauf.

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