Handball

„Ich sorge mich um die jungen Leute!“

Unvergessen: Im Jahr 2014 wurde Mike Novakovic bei der HG Remscheid verabschiedet. Archiv-Foto: Holger Battefeld
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Unvergessen: Im Jahr 2014 wurde Mike Novakovic bei der HG Remscheid verabschiedet. (Archiv-Foto)
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Der frühere HGR-Trainer Mike Novakovic lebt und trainiert schon seit fünf Jahren im Donautal

Von Andreas Dach

Ihre Trainerzeit bei der HG Remscheid liegt rund sieben Jahre zurück. Vergessen hat Sie aber kaum jemand im bergischen Handball-Land.

Mike Novakovic: Das freut mich sehr, zu hören.

Auch wir im RGA-Sport erinnern uns an viele besondere HGR-Spiele unter Ihrer Regie. Weshalb wir in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder nachfragen: Wie geht es Ihnen im Donautal?

Novakovic: Grundsätzlich gut. Aber Corona sorgt selbstverständlich auch hier für erhebliche Einschnitte. Auf den Sport bezogen – er fehlt dramatisch. Wir alle warten darauf, dass diese verrückte Zeit zu Ende geht und wir schnell wieder in ein normales Leben zurückkehren können. Besonders sorge ich mich um die jungen Leute im Sport. Es ist bestimmt nicht übertrieben, wenn manch einer schon von einer verlorenen Generation spricht.

Sie sind bei der HSG Fridingen/Mühlheim so etwas wie der Mann für alle Fälle, trainieren die 1. Mannschaft, sind Sportlicher Leiter, haben einen verantwortlichen Blick auf die Jugendabteilung.

Novakovic: Umso größer ist meine Sorge, dass Corona uns alle im Sport meilenweit zurückwirft. Ich fühle mich sehr wohl in dieser Region. Gerade erst ist mein Vertrag um ein Jahr verlängert worden, was ich in diesen schwierigen Zeiten als großen Vertrauensbeweis erlebe.

Wirft man immer mal wieder einen Blick auf Ihre Posts in den sozialen Netzwerken, erlebt man Sie häufig in der Natur. Meist mir Ihrer Hündin Nala.

Novakovic: Es ist aber auch unglaublich schön hier. Die Wege sind kurz, und du kommst zu Fuß überall innerhalb von nur kurzer Zeit hin.

Dazu sind die Bedingungen für Handballer bestens, wenn nicht gerade Corona für Einschnitte sorgt.

Novakovic: Oh ja, das kann ich nur bestätigen. Wir haben in Fridingen und in Mühlheim jeweils eine Halle, dazu kommt eine tolle Außenanlage. Im Prinzip können wir Tag und Nacht trainieren, wenn wir das wollen.

Das mit dem Wollen ist in der Region so eine Sache . . .

Novakovic: Da kommen Spieler auch schon einmal nicht zum Training, weil sie mit ihren Traktoren zum Mähen auf den Feldern sind. Da lache ich mich dann kaputt und muss das so akzeptieren. 90 Prozent der Spieler sind Einheimische und kommen aus einem der beiden Dörfer. Da gibt es eben eine Menge zu tun. Das Schwabenländle halt . . .

Wie sieht es mit dem Kontakt zu früheren Mitstreitern der HG Remscheid aus? Gibt es noch die berühmt-berüchtigte WhatsApp-Gruppe?

Novakovic: Die existiert unverändert. Mit Carsten Mundhenk, Jacek Krajnik, Jörg Stursberg, Sascha Dahlmann und neuerdings auch Goran Gavrilovic. Da wird über alles geredet, kein Thema ausgelassen. Goran wollte auch unbedingt dabei sein. Da haben wir ihn aufgenommen.

Erinnert sich Ihre Bordercolliehündin noch an Jacek Krajnik? Gründe gibt es . . .

Novakovic (lacht): Nala war regelmäßig mit beim Training der HGR. Als wir beim Aufwärmen Fußball gespielt haben, hat sie mal einen Volltreffer von Jacek abbekommen. Seitdem ist sie in der Halle vorsichtiger geworden, sucht sich meistens ein sicheres Plätzchen unter der Bank.

Das bedeutet, dass Ihr Vierbeiner unverändert ein treuer Begleiter ist.

Novakovic: Sie ist die Chefin der Familie. Ich bin viel mit ihr unterwegs. Zum Training nehme ich sie meist aber nur mit, wenn wir unsere Einheiten nach draußen verlegen. Einen Teil der Zeit ist Nala aber auch bei meiner Tochter, die in unserem Haus in Hennef lebt. Sie pendelt.

Aus der Ferne beobachten Sie gewiss den Handballsport im Bergischen Land. Den der HGR sowieso, weil Sie ja schon mal mit Ralf Hesse telefonieren. Schauen Sie sich auch schon mal den BHC im Fernsehen an?

Novakovic: Das ist, ehrlich gesagt, selten der Fall. Der Name LTV Wuppertal hätte sich auch besser angehört . . .

Zur Person

Mike Novakovic wurde am 16.1.1970 in Belgrad geboren. Der einstige jugoslawische Ex-Profi ist als Trainer über den Zweitligisten LTV Wuppertal zur HG Remscheid gekommen (2007 bis 2014). Seit dem Sommer 2016 lebt der Ehemann und Vater im Donautal, trainiert die HSG Fridingen/Mühlheim.

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