Fußball

„Ich freue mich auf jeden Tag bei Bayer“

Clara Fröhlich fühlt sich bei Bayer Leverkusen pudelwohl.
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Clara Fröhlich fühlt sich bei Bayer Leverkusen pudelwohl.
  • Fabian Herzog
    VonFabian Herzog
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Interview der Woche mit Remscheids Bundesliga-Fußballerin und Junioren-Nationalspielerin Clara Fröhlich.

Zuerst die U19-Europameisterschaft mit der deutschen Nationalmannschaft in Tschechien Ende Juni, dann die U20-Weltmeisterschaft in Costa Rica Mitte August – hinter Ihnen liegen ereignisreiche (Fußball-) Wochen. Wie haben Sie die erlebt?

Clara Fröhlich: Das war schon cool, dass ich bei beiden Turnieren, meinen ersten mit der Nationalmannschaft überhaupt, dabei sein durfte. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Die EM war schon geplant, und dann habe ich davon profitiert, dass es bei der U20 ein paar Ausfälle gab und ich mich bei der EM mit guten Leistungen dort reingespielt habe. Für mich war das eine große Ehre, als Jüngere bei den Älteren mitzuspielen. Solche Turniere sind eine ganz besondere Erfahrung.

In beiden Fällen musste Deutschland aber nach der Vorrunde die Segel streichen. Wie fällt Ihr sportliches Fazit aus?

Fröhlich: Zumindest bei der WM hatten wir uns schon vorgenommen, die Gruppenphase zu überstehen. Bei der Europameisterschaft hatten wir eine starke Gruppe erwischt. Insgesamt waren beide Turniere für uns aber enttäuschend. Wir konnten spielerisch nicht das auf den Platz bringen, was wir uns vorgenommen hatten. Aber es hat uns in manchen Situationen auch ein bisschen das Spielglück gefehlt.

Für Sie persönlich lief es aber ja nicht schlecht. Bei der WM ist Ihnen gegen Neuseeland sogar ein Kopfballtor gelungen.

Fröhlich: Ja, das stimmt (schmunzelt). Für mich persönlich lief es eigentlich gut. Ich bin sehr zufrieden, war bei der WM direkt Stammspielerin und habe gute Rückmeldung bekommen. Ja und das Tor: Eigentlich bin ich keine Kopfballspezialistin. Wie ich das geschafft habe, weiß ich selber nicht.

Und wie waren die Reaktionen aus Ihrem Umfeld?

Fröhlich: Vor allem nach dem Tor habe ich so viele Nachrichten bekommen. Das war fast wie am Geburtstag. Sogar ein paar Jungs aus meiner Ex-Mannschaft in Born, zu denen ich eigentlich gar keinen Kontakt mehr hatte, haben sich gemeldet.

Hinter Ihnen liegen ja nicht nur diese beiden Turniererfahrungen, sondern auch Ihre Debüt-Saison mit Bayer Leverkusen in der 1. Bundesliga, nach der beachtliche neun Einsätze, davon sieben von Beginn an, zu Buche stehen. Wie blicken Sie darauf zurück?

Fröhlich: Am Anfang war ich vor jeder Trainingseinheit mega aufgeregt. Denn das war schon was anderes als in Born, wo ich ja mit den Jungs der B-Jugend gespielt habe. Ich hatte auch gar nicht damit gerechnet, dass ich in meiner ersten Saison direkt so viel spielen würde, und dachte, ich würde mich erst einmal über das Training weiterentwickeln. Aber dann lief es auf einmal.

Auf welcher Position wurden Sie eingesetzt?

Fröhlich (lacht): Also mein Debüt habe ich auf der Sechs gegeben. Als ich mein erstes Tor gemacht habe, habe ich auf dem rechten Flügel gespielt. Dann war ich auch mal Außenverteidiger, mal Innenverteidiger. Das war mir im Prinzip aber auch egal. Hauptsache ich spiele.

Das Toreschießen gehört jetzt nicht zu Ihren Kernkompetenzen. Trotzdem haben Sie in Liga und auch bei der WM je einmal getroffen.

Fröhlich: Das mache ich wirklich nicht so oft. Deswegen weiß ich auch gar nicht so recht, wie ich jubeln soll. Ich bleibe einfach immer stehen, dann kommen die Mitspielerinnen ja schon irgendwann angelaufen.

Wie groß war die Umstellung von der Amateurebene in Born zum Profibereich bei Bayer für Sie?

Fröhlich: Das war schon extrem. Alleine die Kabinen, die Trainingsbedingungen – das ist eine andere Welt. In der Kabine hat jeder seinen eigenen Platz. Wir trainieren immer auf einem tollen Rasen. Ich musste mich am Anfang auch echt an das Tempo, die Belastung und die Intensität gewöhnen. Aber das hat relativ schnell geklappt. Und es macht unheimlich viel Spaß. Ich empfinde das alles niemals als Last, sondern freue mich auf jeden Tag bei Bayer 04.

Am Wochenende startet die neue Bundesligaspielzeit. Zum Auftakt geht es am Sonntag zu Aufsteiger MSV Duisburg. Mit welchen Zielen gehen Sie in Ihre zweite Saison?

Fröhlich: Wir wollen besser abschneiden als letzte Saison. Da waren wir am Ende Siebter. Diesmal visieren wir das obere Mittelfeld an. Und gerne möchten wir die Teams von ganz oben ein bisschen ärgern. Ich persönlich erhoffe mir, dass ich noch mehr Spielzeit bekomme.

In Bergisch Born wird man Ihnen dafür alle verfügbaren Daumen drücken.

Fröhlich: Das freut mich sehr. Ich habe dem Verein viel zu verdanken. Durch meinen Wechsel nach Born habe ich mich noch mal extrem weiterentwickelt. Weil wir auf einem ganz anderen Niveau trainiert haben, als ich es vorher kannte.

Zur Person

Clara Fröhlich wurde am 15. März 2004 in Remscheid geboren. Zusammen mit ihren Brüdern Linus (13) und Jonathan (20) sowie ihrer Schwester Lilly (16) wuchs sie am Stadtpark auf, weshalb ihre erste Station mit fünf Jahren auch der Hastener TV war. Über die 1. Spvg (eine Saison) kam sie zum SSV Bergisch Born, wo sie dank einer Ausnahmeregel bis zur B-Jugend bei den Junioren in der Niederrheinliga spielen konnte. 2021 wechselte Fröhlich nach Leverkusen. Sie wohnt weiterhin in Remscheid, wo sie in diesem Jahr auf der EMMA auch ihr Abitur gemacht hat.

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