Handball

BHC hofft auf die Rückkehr der Fans

Antreiber von der Bank aus – BHC-Coach Sebastian Hinze ist bei den Spielen ganz in seinem Element. Foto: Christian Beier
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Antreiber von der Bank aus – BHC-Coach Sebastian Hinze ist bei den Spielen ganz in seinem Element.

Interview: Trainer Sebastian Hinze ist mit dem Bergischen HC eindrucksvoll in die Handball-Bundesliga gestartet.

Von Jürgen König 

Nach dem beeindruckenden 6:0-Punkte-Start durften Sie Ihre Planung für die ersten Spiele schon in positiver Hinsicht verändern – wie schaut es jetzt mit den 7:5-Zählern zur ersten Pause aus?

Sebastian Hinze: Wenn mir jemand vor der Saison diese Punktzahl nach dem Oktober vorhergesagt hätte, wäre es von mir auch dankend angenommen worden. Bei dem Programm, das wir hatten, ist es eine gute Bilanz und somit ein guter Start.

Wie analysieren Sie die ersten sechs Spiele hinsichtlich dessen, was die Mannschaft handballerisch umsetzen sollte und wollte?

Hinze: Das stellt sich in den Spielen unterschiedlich dar, aber man kann sagen, dass wir sehr stabil wirken. Wir haben im Positionsangriff einen großen Schritt gemacht. Und arbeiten weiterhin an den Phasen, in denen ein Rädchen nicht ins andere greift. Im vergangenen Heimspiel waren es trotz des vorübergehend deutlichen Rückstands auch nur Kleinigkeiten, die bei eigenen Fehlern gegen einen solch starken Gegner wie die SG Flensburg aber direkt hart bestraft wurden. Es bietet uns einen guten Lerneffekt und Ansätze, wie wir es besser machen können.

5:1 Punkte stehen auswärts zu Buche, 2:4 in der Klingenhalle. Ist das ein kleiner Hinweis auf die geringere bis kaum vorhandene Unterstützung von den Rängen?

Hinze: Das kann ich nicht einschätzen. Was ich aber weiß, ist, dass sich Heimspiele nicht wie Heimspiele anfühlen. Bei uns war es so, dass Erlangen gut war, ich mit der zweiten Halbzeit gegen Wetzlar nicht einverstanden war und sich Flensburg als Spitzenteam präsentiert hat. Die Faktoren eines echten Heimspiels hat es bislang in allen Begegnungen nicht gegeben.

Wie lebt es sich generell in der „Blase Profi-Handball“?

Hinze: Wir haben jetzt vier Wochen hinter uns gebracht, es fühlt sich an wie vier Monate. Die Situation ist viel anstrengender als gewöhnlich, da es neben dem engen Zeitplan über das Sportliche hinaus zahlreiche andere Themen gibt.

Jetzt sind es schon ein paar Monate, seit Sie das Leistungszentrum in Höhscheid bezogen haben. Erfüllen sich Ihre Erwartungen?

Hinze: Was zum Beispiel die Trainingszeiten angeht, ist es im Zusammenspiel von Spielern, Betreuung und Physiotherapie überragend. Der BHC hat dadurch einen sehr großen Schritt nach vorne getan, auch wenn wir noch nicht ganz umfänglich dort sind. Selbst wenn der Aufenthalt im Leistungszentrum durch das Hygienekonzept beschränkt ist, merkt man, dass es eine Heimat ist und eine Begegnungsstätte wird – wir freuen uns auf den Austausch mit den anderen BHC-Abteilungen.

Wie beurteilen Sie das Thema Nationalmannschaft in Corona-Zeiten samt der bevorstehenden Weltmeisterschaft im Januar 2021 in Ägypten?

Hinze: Ich kann beide Seiten verstehen, es geht um Kompromisse. In der Pandemie kann man jeden Spieler verstehen, der verzichten möchte. Letztlich geht es um die größtmögliche Sicherheit – bei unseren Nationalspielern gehen wir davon aus, dass die Liga-Konzepte auch den Testkriterien über die Nationalmannschaften entsprechen.

In Minden, gegen Kiel und Berlin sowie bei der MT Melsungen – so lautet das Programm im November. Was macht Sie trotz der schweren Aufgaben zuversichtlich, gut zu spielen und das Punktekonto aufzustocken?

Hinze: Unsere bisherigen Leistungen und das, was wir noch an Potenzial in unserem Leistungsvermögen haben. Wir wollen uns Schritt für Schritt verbessern, dann haben wir auch Möglichkeiten, im November zu bestehen und zu punkten.

Im Dezember gibt es dann sogar noch sechs Partien. Welche Hoffnungen verknüpfen Sie generell mit der in Aussicht gestellten Zeit nach dem „Lockdown light“?

Hinze: Unabhängig von Platzierungen hoffe ich, dass es die Bundesliga im Regelspielbetrieb unter Pandemie-Bedingungen schafft, sich zu präsentieren. Stand heute scheint es zu funktionieren, aber wir sind vor Rückschlägen nicht gefeit. Meine Hoffnung geht auch dahin, dass durchdachte Zuschauerkonzepte ihre Chance bekommen und wir Menschen endlich wieder live begeistern dürfen.

Beim Bergischen HC legt man immer sehr viel Wert auf frühzeitige Planung – haben Sie überhaupt derzeit die Möglichkeit, diese bei einigen auslaufenden Verträgen für die Saison 2021/22 voranzutreiben?

Hinze: Natürlich planen wir schon für die kommende Saison und führen bereits erste Gespräche. Sobald es Fakten gibt, werden wir dies wie gewohnt in der Öffentlichkeit darstellen.

7. Spieltag

Die Partie des Bergischen HC bei GWD Minden an diesem Donnerstag (19 Uhr) findet nach aktuellem Stand statt. Die Löwen wurden einmal mehr komplett negativ auf das Virus getestet. Mindens deutscher Nationalspieler Juri Knorr hat sich in häusliche Isolation begeben.

Zur Person

Der 41-jährige Sebastian Hinze lebt den Bergischen HC, war er doch in seiner aktiven Zeit Kreisläufer beim LTV Wuppertal und später bei der SG Solingen aktiv. Als Nachfolger von Hans-Dieter Schmitz musste er 2012 – erst zum Saisonfinale als Trainer mit Kristoffer Moen eingestiegen – und 2017 mit dem BHC den Abstieg in die Zweitklassigkeit hinnehmen. Prompt gelang ihm dann jeweils in überzeugender Manier die Rückkehr ins Handball-Oberhaus. Über die Vertragsdauer Hinzes ist nichts bekannt, eine Fortsetzung seiner Karriere beim BHC gilt als sicher.

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