Fußball

Hippler will nicht nur die Klasse halten

Oliver Hippler hat TuRa Süd III in die Kreisliga A geführt – und sieht die Entwicklung damit längst nicht abgeschlossen.
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Oliver Hippler hat TuRa Süd III in die Kreisliga A geführt – und sieht die Entwicklung damit längst nicht abgeschlossen.
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Interview der Woche mit dem Aufstiegs-Fußballtrainer von TuRa Süd III.

Von Fabian Herzog

Mit der 3. Mannschaft von TuRa Süd sind Sie vor wenigen Tagen in die Fußball-Kreisliga A aufgestiegen. Zunächst einmal: Herzlichen Glückwunsch dazu! Wie haben Sie diesen kuriosen Erfolg, der erst durch das Entscheidungsspiel unter Dach und Fach gebracht wurde, erlebt?

Oliver Hippler: Dankeschön! In erster Linie habe ich eine Mannschaft erlebt, die unfassbar heiß war, es an diesem Tag zu schaffen. Im Spiel waren wir dann ja klar besser und haben hochverdient gewonnen. Dazu hat auch die Kulisse von 300 Zuschauern beigetragen. Das hat uns unheimlich gepusht. Und in der Kabine war dann kein Halten mehr. Ich habe noch eine kleine Ansprache gehalten, aber dann gab´s die Sektduschen und alles, was dazu gehört.

Ab wann beginnen nun die Planungen für die neue Saison? Oder haben die schon begonnen?

Hippler: Ich habe mich direkt an dem Dienstag nach dem Aufstieg mit unserem Abwehrspieler Antonio Piperato und Torwart Kevin Szkudlarek, die mich vor einem Jahr nach Bliedinghausen geholt haben, zusammengesetzt und zwei Stunden besprochen. Wie es weitergeht, was sich personell verändern muss und so weiter. Dafür wird es an diesem Freitag auch eine Art Probetraining bei uns auf dem Platz geben. Am 26. Juni werden wir uns dann zum Start der Vorbereitung an der Talsperre treffen.

Was genau waren die Inhalte des Gesprächs?

Hippler: Wir haben uns den Kader angeschaut und überlegt, wer eventuell gehen müsste. Aber eigentlich wollen wir jeden halten, denn die menschliche Seite ist mir ganz wichtig. Auch ich selbst musste noch ein paar Dinge klären, damit ich bleibe. Nachdem das erledigt war, haben wir unsere Ziele definiert.

Und die wären?

Hippler: Wir wollen in der nächsten Saison auf jeden Fall nicht nur die Klasse halten. Mein persönliches Ziel ist sogar immer der Aufstieg – ob realistisch oder nicht. Aber als realistisches Ziel haben wir uns einen Platz zwischen fünf und elf oder zwölf gesteckt. Den Kader dafür, inklusive unserer Neuzugänge, haben wir.

Stichwort Neuzugänge: Was wird sich personell bei Ihrer Mannschaft verändern?

Hippler: Hakan Hacisalihoglu, der schon von November bis März mein Co-Trainer war, wird diese Rolle wieder übernehmen. Mein Bruder Thomas hört als Keeper wegen einer Verletzung auf und wird Torwarttrainer. Den Spielerkader werden wir durch David Kotthaus vom TSV Solingen IV und Cosimo Russo vom VfB Schwelm verstärken. Was wir noch brauchen, ist wegen einer geplanten Systemumstellung auf eine Dreierkette ein Innenverteidiger. Wir wollen offensiv einfach flexibler sein.

Die vergangene Saison konnte sich aber in allen Mannschaftsteilen sehen lassen. Wie würden Sie Ihre Truppe beschreiben?

Hippler: Als ich vor einem Jahr dazukam, glich die Aufgabe schon einer Herausforderung. Wir hatten damals nur sechs Leute, die für die Saison klar waren. Aber genau das, mit einer zusammengewürfelten Mannschaft in der Kreisliga B etwas zu erreichen, hat mich gereizt. Das ist aus meiner Sicht mehr wert, als mit einem schon bestehenden Team in der Bezirks- oder Kreisliga A etwas zu schaffen. Trotz allem war für uns von vorneherein klar, dass wir aufsteigen wollen. Dann haben wir die Leute zusammengesucht und eine Mannschaft zusammengestellt, die echt super ist und von der noch mehr zu erwarten ist. Was uns vor allem ausmacht, ist der Zusammenhalt. Das habe ich so noch nicht erlebt.

Erläutern Sie das doch mal genauer.

Hippler: Wir hatten zum Beispiel in jedem Training im Durchschnitt 16 oder 17 Mann. Es waren oft auch 24, aber nie weniger als 14. Das ist in der heutigen Zeit selten. Auch die Ersatzspieler, die nicht immer so zum Zuge gekommen sind, waren immer da. Uns war aber eben auch der Charakter extrem wichtig, als wir die Mannschaft zusammengestellt haben. Das hat sich am Ende bezahlt gemacht.

Trotz des Zusammenhalts gibt es ja in jeder Mannschaft Spieler, die herausragen. Die Säulen, auf die nicht verzichtet werden kann. Wer war zurückliegend bei Ihnen?

Hippler: Auf jeden Fall Gabriele Nazzareno, der als Kapitän einen super Job gemacht hat. Unverzichtbar war auch Stürmer Tayfun Turan, der mit 21 Treffern Torschützenkönig geworden ist und noch mehr Potenzial hat. Ihn wollen wir nächste Saison noch besser in Szene setzen. Federico Cacciola ist in der Rückrunde beeindruckend vorangegangen, auch unser Spielmacher Emre Keserci und Kevin Szkudlarek hatten großen Anteil. Christopher Czerwinski, der aus Struck zu uns gekommen ist und erst in den letzten Partien spielberechtigt war, würde ich ebenfalls dazu zählen.

Bedeutet das, von denen ist auch in der Kreisliga A etwas zu erwarten?

Hippler: Dafür würde ich meine Hand ins Feuer legen.

Kommen wir noch einmal zu diesem kuriosen Saisonende. Nachdem Sie mit Ihrer Mannschaft punktgleich mit der 1. Mannschaft von TuRa Süd ins Ziel gekommen waren, wurde es chaotisch. Der Kreis hatte es versäumt, vor der Saison festzulegen, ob das Torverhältnis oder der direkte Vergleich in so einem Fall zählt. Deswegen musste das Entscheidungsspiel her, was sie arg verärgert hat. Immer noch?

Hippler: Das alles hat mir echt zu schaffen gemacht. Aber das Thema habe ich mit der entsprechenden Person des Kreises ausgeräumt, damit ist die Sache für mich erledigt.

Zur Person

Oliver Hippler wurde am 30. August 1980 in Lennep geboren. Seine fußballerische Wiege liegt bei der 1. Spielvereinigung, in der er die komplette Jugend verbrachte und auch im Seniorenbereich in Bezirks- und Kreisliga A am Ball war. Weitere Stationen als Spieler waren die SG Schalker Freunde im Betriebssport und der SC Ayyildiz II. Schon bei der Spvg. hat er Jugendmannschaften trainiert, bei der SG Hackenberg war Hippler Coach der A-Jugend. Seit 2021 ist der vierfache Familienvater, der mit seiner Familie in Honsberg lebt, bei TuRa Süd aktiv.

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