Handball

HGR vermiest Ex-Coach das Wiedersehen

Glücklich sah Bonns Trainer Frank Berblinger am Freitagabend nicht aus. Auch weil Michael Heimansfeld kaum zu stoppen war. Fotos Michael Sieber
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Glücklich sah Bonns Trainer Frank Berblinger am Freitagabend nicht aus. Fotos
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Handball: Panther unterliegen in der 3. Liga in Köln – Remscheider Regionalligist mit Kantersieg gegen Bonn

Knapp 45 Minuten vor dem Anpfiff der Partie zwischen dem Longericher SC und den Bergischen Panthern tigerte Marcel Mutz am Samstagabend mit zerknirschtem Gesicht durch die Katakomben der Carl-von-Ossietzky-Halle in Köln: „Ohne drei Stammkräfte. Das wird eine ganz schwierige Aufgabe“, erklärte der Coach der Panther. Knapp zweieinhalb Stunden später feierten die Kölner ausgelassen einen für sie schmeichelhaften 23:22 (10:11)-Sieg, den neunten in Folge, während die Verantwortlichen der Gäste in ihren Gefühlsempfindungen hin- und hergerissen waren.

Auch weil Michael Heimansfeld kaum zu stoppen war.

Panther-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Middendorf war begeistert: „Ich kann nur vor allen ganz tief den Hut ziehen.“ Auch Mutz schwärmte: „Die Jungs haben Unglaubliches geleistet. Ein ganz dickes Kompliment an alle.“ Derweil saß Panther-Manager Frank Lorenzet sich die Haare raufend auf der Bank und ärgerte sich darüber, dass es am Ende doch nicht zu Zählbarem reichte.

Die Gäste mussten beim Team der Stunde in der 3. Liga ohne Justus Ueberholz (Schulterverletzung) und Max Weiß (krank) ran. Und auch Henrik Heider, der sich bei einem Arbeitsunfall eine Handverletzung zugezogen hatte, musste nach einem Versuch schnell passen. Doch der Rest zeigte einen unbändigen Willen und auch Klasse, sodass die knapp 400 Kölner Zuschauer auf der Tribüne nicht schlecht staunten, als ihr Team nach 14 Minuten mit 1:4 im Hintertreffen lag. Zwar wurde die Partie dann ausgeglichener. Die Gäste gingen aber mit einer verdienten Führung in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel schien es dann nur eine Frage der Zeit zu sein, wann die Panther ihrer personellen Situation Tribut zollen mussten. Und als sich Longerich schließlich nach 49 Minuten auf 20:16 absetzte, schien die Partie entschieden. Doch die Panther bissen weiter. Simon Schlösser glich in der 57. Minute per Siebenmeter zum umjubelten 20:20 aus. Die Kölner stellten auf 22:20 (59.). Simon Wolter verkürzte postwendend auf 21:22. Wie auch Schlösser 20 Sekunden vor dem Ende zum 22:23. Zum verdienten Lohn reichte es aber nicht. So feierten die erleichterten Kölner mit ihren Fans Karneval.

Tore: Schlösser (8/4), Jesussek (5), Reinarz, Wolter (je 3), Görgen (2), Schütte (1).

HGR: Alexander Zapf legt auch den Finger in die Wunde

Die Rückkehr am Freitagabend an seine alte Wirkungsstätte in der Sporthalle Neuenkamp hatte sich Frank Berblinger ganz anders vorgestellt. „Was soll ich dazu groß sagen?“, entgegnete er zerknirscht der Frage, dass er mit einer solchen Klatsche wohl nicht gerechnet habe. Der Trainer der TSV Bonn rrh. hatte mit seinen Schützlingen im Regionalligaspiel bei der HG Remscheid keine Chance und unterlag am Ende – wie berichtet – deutlich mit 22:34 (13:17).

Panther-Trainer Marcel Mutz (r.) und sein Gegenüber Christian Stark waren sich einig, einen tollen Kampf gesehen zu haben.

Sein Gegenüber war mit dem Auftritt seiner Mannschaft natürlich sehr zufrieden. Alexander Zapf legte aber auch gleich den Finger in eine tiefe Wunde: „Wo könnten wir mit der Mannschaft stehen, wenn wir nicht immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen worden wären?“ Doch obwohl noch längst nicht wieder komplett, zeigte die HGR eine rundum geschlossene Mannschaftsleistung, aus der Linus Mathes, Michael Heimansfeld, Dominik Hertz und auch Achim Jansen noch herausragten. Der Rechtsaußen hatte nicht nur eine hundertprozentige Quote von der Siebenmeterlinie, sondern zauberte auch noch den einen oder anderen Ball ins Netz.

Dies war Berblinger, der vor der Partie von seinen Ex-Spielern herzlich begrüßt worden war, ziemlich egal. Er ärgerte sich darüber, dass seine Truppe in der vorentscheidenden Phase unmittelbar nach der Pause zu viele gute Chancen liegengelassen hatte. Ansonsten fühlt er sich bei seinem Verein in der ehemaligen Bundeshauptstadt pudelwohl. „Es ist ein gesunder Club, der auf eine starke Nachwuchsarbeit setzt. Darauf wollen wir aufbauen“, erklärt der Ex-Profi, der mit dem bisherigen Saisonverlauf auch ganz zufrieden ist. „Wir schauen dabei aber nicht auf die Tabelle, sondern auf die Leistung insgesamt.“ Allerdings stimmte die am Freitagabend einmal nicht.

Ausfälle

Gleich zwei Spiele in der Handball-Regionalliga sind an diesem Spieltag ausgefallen: die Partie zwischen BTB Aachen und dem TV Aldekerk sowie des OSC Rheinhausen gegen die HC Gelpe/Strombach. Bei letztgenannten Team müsste die HGR am nächsten Samstag an. Allerdings ist sehr fraglich, ob das Spiel wegen mehrerer Coronafälle beim HC überhaupt stattfinden kann.

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