Handball

HGR lässt nach Krimi Katze aus dem Sack

In einem 60-minütigen Kampf war HGR-Spieler Kaan Taymaz in der Offensive von den Essenern am Samstagabend kaum zu stoppen.
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In einem 60-minütigen Kampf war HGR-Spieler Kaan Taymaz in der Offensive von den Essenern am Samstagabend kaum zu stoppen.
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In der 3. Liga feiern die Panther den vierten Sieg in Folge. Regionalligist Remscheid bezwingt Essen II.

Von Peter Kuhlendahl

3. Liga: TBV Lemgo II – Bergische Panther 28:29 (17:14). Auf der langen Rückfahrt flossen am Samstagabend im Mannschaftsbus die Kaltgetränke in Strömen. Mit dem Erfolg in Ostwestfalen haben die Panther einen kaum für möglich gehaltenen Goldenen Oktober perfekt gemacht, vier Siege in Folge eingefahren und freuen sich jetzt bereits auf das folgende Spitzenspiel am kommenden Samstag beim Tabellenführer HSG Krefeld.

Allerdings waren sich alle Beteiligten in einer Sache einig. „Das war unter dem Strich ein sehr glücklicher Erfolg“, betonten Trainer Marcel Mutz und Manager Frank Lorenzet im gleichen Atemzug. Aber das Glück kann man sich eben auch erarbeiten, und wenn man einen Lauf hat, steht es einem zur Seite.

Nach einer zunächst ausgeglichenen Anfangsphase liefen die Gäste über weite Strecken der Partie einem Rückstand hinterher. „Wir sind einfach nicht richtig in Tritt gekommen“, meinte Lorenzet, der dafür aber auch eine Erklärung bereit hatte: „Wir sagen nie was zur Leistung der Schiedsrichter. Aber was die Unparteiischen sich heute geleistet haben, war krass.“ Und dass ein ansonsten völlig besonnener Marcel Mutz nach 56 Minuten vom Gespann Felix Henker/Stefan Schirmacher die gelbe Karte sah, sprach Bände.

Nichts zu kritisieren gab es an der roten Karte gegen Panther-Kreisläufer Max Weiß nach einer Abwehraktion in der 36. Minute, der kurz zuvor mit seinem sechsten Treffer den Anschluss zum 17:18 hergestellt hatte. In der Folge sprang dann Justus Ueberholz in der Offensive in die Bresche. Und als auch Panther-Keeper Max Conzen zur Höchstform auflief, ging es in eine spannende Schlussphase, in der sich die Gäste nach 58 Minuten zum ersten Mal auf zwei Tore (29:27) absetzen konnten und den Vorsprung ins Ziel retteten. Mutz: „Das war Wahnsinn. Ich bin unglaublich stolz auf das ganze Team.“

Tore: Ueberholz (7), Weiß (6), Görgen (5), Wolter, Wöstmann (je 3), Bleckmann (2), Reinarz, Blum, Schlösser (je 1).

Regionalliga: HG Remscheid – TuSEM Essen II 29:28 (12:14). Der Jubel nach einem dramatischen Spiel und dem zwischenzeitlich kaum noch für möglich gehaltenen Sieg in der Halle Neuenkamp war am Samstagabend kaum verklungen, als die Verantwortlichen die Katze aus dem Sack ließen: Am Ende der Saison trennen sich die Wege von Trainer Alexander Zapf und der HGR. „Diese Trennung erfolgt in einem beidseitigen, harmonischen Einverständnis“, erklärte HGR-Geschäftsführer Tiberius Jeck, der selbst als zweiter Keeper auf der Bank saß, da Tobias Geske ausfiel. „Das ist mein fünfter Abschied von der HGR. Und das ist der mit am Abstand freundschaftlichste“, ergänzte Zapf.

Die Gründe liegen für beide Seiten auf der Hand. „Aus personeller Sicht wird es im Team für die neue Saison einen großen Umbruch geben. Dies soll dann auch mit einem neuen Coach passieren“, sagte Jeck, der Ende November den neuen Trainer präsentieren möchte. Zapf hat indes ein sehr attraktives Angebot auf dem Tisch, das er allerdings noch mit seiner Ehefrau Nina ausloten muss. „Ansonsten haben mich die ganzen Umstände in den vergangenen drei Jahren hier unglaublich viel Kraft gekostet.“

Ein Kraftakt war auch der Sieg gegen die 2. Mannschaft des Zweitligisten. Oder besser ausgedrückt: Die Remscheider, die mit personellen Ausfällen und einigen angeschlagenen Spielern in die Partie gegangen waren, zeigten eine unglaubliche kämpferische Leistung. „Uns war von Beginn an klar, dass es nicht anders geht“, sagte Rückraumspieler Kaan Taymaz, der mit seinem Treffer zum 29:27-Zwischenstand 16 Sekunden vor dem Ende den Sack endgültig zumachte.

Dass es dazu überhaupt kommen konnte, muss man an einer anderen Person festmachen. Keeper Linus Mathes zeigte eine überragende Partie und kam auf mehr als 20 spektakuläre Paraden. Ihm alleine war es zu verdanken, dass die Gastgeber nach einem völlig verpatzten Start (1:5, 8.) nicht bereits hoffnungslos im Rückstand lagen. So ging es nach einer leistungsmäßigen Achterbahnfahrt in eine dramatische Schlussphase mit einem Happy End.

Tore: Taymaz (8), Jansen (7/4), Hinkelmann (5), Schön, Luciano (je 3), Hertz, Rath, Hermann (je 1).

Regionalliga

Am kommenden späten Freitagabend wartet die nächste Aufgabe auf die HGR. Um 20.30 Uhr sind sie in Solingen bei der 2. Mannschaft des Bergischen HC zu Gast.

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